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Ruhm, Blitzlichtgewitter, rote Teppiche. So stellt man sich ein Schauspielerleben vor. Bis man Ingo Naujoks begegnet. Er meint: Schauspielerei - das ist ein Traumjob im Niedriglohnsektor, kaum Absicherung, keine Vorsorge. Dabei müsste es gerade ihm doch eigentlich gut gehen. Acht Jahre lang spielte er Martin Felser im beliebten hannoverschen Tatort. Trotzdem: Er hat alles andere als ausgesorgt: "Das muss man den Leuten auch mal klarmachen: Der Tatort hat mich vier Drehtage im Jahr gekostet! Das heißt, ich habe viermal im Jahr, viermal im Jahr für den Tatort gearbeitet. Das ist natürlich jetzt wirklich Portokasse."
Für Ingo Naujoks ist Schauspielerei ein Traumjob im Niedriglohnsektor.
Berühmt wurde Naujoks mit einem Werbespot für Bausparverträge: Rücklagen anlegen, sparen, vorsorgen. Genau das - meint er - können sich viele deutsche Schauspieler nicht leisten: "Wenn Du so 'ne Phase hast, wo Du merkst: Ich habe schon seit vier, fünf, sechs Monaten nicht einen einzigen Tag mehr gedreht. Dann geht ja auch die Kohle, die du vielleicht gespart hast, die geht dann immer nur raus, ohne dass Du irgendwas einnimmst. Und das ist dann relativ schnell. Dann kommt es zum Exitus, das heißt dann wirklich null. Wo soll ich die nächste Miete hernehmen, wenn mich keiner engagiert?"
Jetzt, in den dunklen Wintermonaten, wird weniger gedreht. Ingo Naujoks hält sich mit einer Theatertournee über Wasser. Bühnenschauspieler auf Zeit. "Die deutschen Schauspieler, die ausschließlich am Theater arbeiten, sind am schlechtesten dran: Hier beträgt der tarifliche Mindestlohn 1.600 Euro brutto. Arbeit bis in den späten Abend und an Feiertagen - alles inklusive. Damit sind sie die Geringverdiener am Theater. Ein Bühnentechniker etwa bekommt laut Tarifvertrag 2.700 Euro und Zuschläge für die Arbeit am Wochenende und in der Nacht. Wenn mich heute jemand fragen würde: 'Wie bist du denn Schauspieler geworden?' oder: 'Sollte ich das auch machen?' Ich würde wirklich sagen: 'Überleg dir das nochmal.'"