Spielfilme im NDR Fernsehen
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"Lincoln", "Hannah Arendt" und demnächst "Hitchcock", die filmischen Biografien berühmter Persönlichkeiten sind im Kino schon seit Jahren ein richtiger Trend. Vor allem eignen sich für das Kino natürlich die Porträts großer Maler. Jetzt werden der französische Impressionist Auguste Renoir und sein Sohn, der Regisseur Jean Renoir, in einem Film gewürdigt.
Frankreich 1915. In Europa herrscht Krieg. Der französische Impressionist Auguste Renoir (gespielt von Michel Bouquet) verbringt die letzten Lebensjahre auf seinem Landgut an der Côte d'Azur. Er leidet unter dem Verlust seiner Frau, an einer Arthritis und darunter, dass sein Sohn Jean im Krieg schwer verwundet wurde. Doch als die junge Andrée (Christa Théret) plötzlich in seinem Atelier steht, ändert sich sein Leben noch einmal. Das unbekümmerte Bauernmädchen wird seine letzte Muse. Durch sie erlebt der greise Malerfürst eine letzte unerwartete Schaffensperiode.
In bewegenden Szenen zeigt Regisseur Gilles Bourdos, wie sich Renoir wegen seiner Arthritis die Pinsel an die Hand binden lässt, aber vor allem wie er durch die junge Frau mit der milchweißen Haut und dem wallenden roten Haar noch einmal aufblüht. Der Film ergötzt sich daran nicht voyeuristisch. Vor allem liefert er Einblicke in die Malerei Renoirs, der für die Lebendigkeit seiner Motive, der Akte und Pariser Tanzszenen berühmt ist. Renoir ist kein Freund von Stillleben wie sein Zeitgenosse Cézanne.
Andrée, das Modell, das nicht still sitzen kann, verkörpert einen neuen selbstbewussten Frauentyp. Nicht nur der Vater, auch der aus dem Krieg heimkehrende Sohn Jean ist von ihr fasziniert.
Der zukünftige Filmregisseur, berühmt für Klassiker wie "Die große Illusion", wird später mehrere Filme mit Andrée in der Hauptrolle drehen. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden - auch ein Konflikt zwischen Vater und Sohn - wird aber nur angedeutet. Gilles Bourdos lässt sich durch seine Geschichte treiben. Das wirkt fast zufällig, so wie Renoir im Film seine eigene Karriere beschreibt. Wie ein Korken auf einem Fluss.
Bourdos fängt das berühmte Licht der Provence ein. Er schwelgt in Kostümen und wunderschönen Gartenszenen und feiert die Kunst als Lebenselixier. Krankheit und Kriegswirren können der heiteren Grundstimmung des Films nichts anhaben. Das ist ein charmant altmodischer, aber trotzdem sehr beschwingter Film - wie ein Bild von Renoir.