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Prometheus - Dunkle Zeichen

von Katja Nicodemus

Es schaut so einfach aus, wie der Käpt'n das Riesenraumschiff auf dem fremden Planeten landet, aber man muss es können. Und vor allem: Man muss es inszenieren können. An der Umsetzung solcher Standardszenen des Science-Fiction-Films zeigt sich die Meisterschaft eines Regisseurs wie Ridley Scott. Bei ihm schwebt das Riesenschiff danieder, und doch meint man, das Gewicht von Tausenden Tonnen Stahl und Elektroden noch im Kinosessel zu spüren.

In "Prometheus - Dunkle Zeichen" schickt Scott - wie einst im ersten Teil der "Alien"-Serie - eine Gruppe von Wissenschaftlern im Jahre 2093 auf große weite Fahrt. Nachdem auf der Erde geheimnisvolle Zeichen auf eine fremde Zivilisation auftauchten, glaubt man deren Überreste nun auf dem fremden Planeten gefunden zu haben.

Schon in "Alien" ging es Scott um die bedrohliche Kommerzialisierung der Wissenschaft. In "Prometheus" spitzt er das Thema weiter zu - in Gestalt der Raumschiffkommandantin Meredith Vickers. Charlize Theron spielt sie im militärisch geschnittenen weißen Anzug als eine wunderbar klischeehafte Mischung aus kommunistischer Fabrikchefin und blonder Domina. Nicht nur die Besatzung ist beeindruckt, wenn sie gleich zu Beginn allen sagt, wo lang der Hase läuft.

Vorgeschichte zu Scotts "Alien"-Saga?

Man kommt gar nicht umhin, Scotts "Prometheus"-Film an den stilbildenden Vorgängern zu messen, mit denen Scott Science-Fiction-Filmgeschichte schrieb. "Prometheus" kommt nicht einmal annähernd an Meilensteine wie "Alien 1" und "Blade Runner" heran. Er konstruiert eine hanebüchene Handlung rund um Außerirdische, die die Menschheit erschufen und dann - vom Ergebnis frustriert - zu vernichten versuchten.

Er erzählt die Schöpfungsgeschichte also gewissermaßen als esoterisch umwölkte Produkt-Enttäuschung. Und doch unterscheidet sich der Film von all dem Weltraumschrott, der sonst durchs Kinouniversum fliegt. Etwa durch die Genauigkeit der Figurenzeichnung. Da wäre zum Beispiel der von Michael Fassbender gespielte Android David. Was führt dieser aalglatt gegelte Roboter im Schilde, der ganz offensichtlich mit seiner eigenen Künstlichkeit hadert?

Routiniert inszenierter Sommerblockbuster

"Prometheus" ist der etwas angestrengte Versuch, der Alien"-Saga noch eine Vorgeschichte zu liefern. Auch die paar Verweise auf den griechischen Prometheus-Mythos, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um einen von Ridley Scott routiniert gelieferten Sommerblockbuster handelt. Muss man dem Regisseur diese Kommerzialisierung, die er in seinem Film kritisiert, vorwerfen? Nein. Schließlich liefert "Prometheus" das, wofür man sich, seien wir ehrlich, diese Filme eben auch anschaut: Hightech-Schlachten, glitschige Alien-Invasionen, Explosionen, kurz: das ganze schöne Geknalle.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 09.08.2012 | 07:20 Uhr

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Filmdaten

Prometheus - Dunkle Zeichen

Science Fiction
USA 2012
Regie: Ridley Scott
FSK: ab 16 Jahre

mit:
Noomi Rapace
Michael Fassbender
Guy Pearce

Kinostart: 09.08.2012

N-JOY Kinocheck
Szene aus dem Film "Prometheus - Dunkle Zeichen" © 20th Century Fox
 

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