NDR acht Mal für Grimme-Preis nominiert

Heiko ?Schotty? Schotte (Bjarne Mädel) bei der Arbeit. © © NDR/Thorsten Jander, honorarfrei Detailansicht des Bildes Tatortreiniger Schotty (Bjarne Mädel) bei der Arbeit. "Meine Arbeit fängt da an, wo sich andere vor Entsetzen übergeben." Das ist die stark vereinfachte, aber zutreffende Beschreibung von Bjarne Mädels Job als Tatortreiniger in dem Comedy-Format des NDR Fernsehens. Mit Desinfektionsmittel, Schrubber und Putzlappen bewaffnet ist Heiko Schotte, genannt Schotty, immer der Letzte am Leichenfundort. Täglich macht er die Erfahrung, dass der Mensch am Ende auch nur Materie ist. Die Serie "Der Tatortreiniger" ist erneut für den Grimme-Preis nominiert und eine von acht preisverdächtigen Produktionen des NDR.

Starke Filme in den Kategorien "Fiktion" und "Mehrteiler"

"Die Ballade von Cenk und Valerie", heißt der letzte Tatort, in dem Mehmet Kurtulus als Cenk Batu ermittelte. Bei seinem großen Abgang muss er gegen die legendäre Auftragskillerin Valerie antreten. Sie hat den Auftrag, den Bundeskanzler zu töten. Einige waghalsige Finanz-Trader wollen mit dessen Tod ein Milliardengeschäft an der Börse machen. Doch Valerie ist schwerkrank und kann den Auftrag nicht selbst ausführen. Der Tatort geht in der Kategorie "Fiktion" ins Rennen.

Der Film "Das Meer am Morgen" von Regisseur Volker Schlöndorff ist ebenfalls in der Kategorie "Fiktion" nominiert. Erzählt wird die Geschichte eines 17-Jährigen, der von den deutschen Besatzern im Zweiten Weltkrieg hingerichtet wurde: Guy Môquet. In Frankreich kennt diesen Namen jedes Kind, denn Môquet ist das französische Pendant zu Sophie Scholl. Der Film ist eine Hommage an die Résistance und eine nachdenkenswerte Auseinandersetzung mit dem Schriftsteller Ernst Jünger.

Der Zweiteiler "Der Turm" erzählt vom Niedergang der DDR, von intellektuellem Stillstand, von einer Familie, die nach Nischen im realen Sozialismus sucht, aber immer wieder auf einen schmerzlichen Opportunismus zurückgeworfen wird. Ein Film nach dem gleichnamigen Roman von Uwe Tellkamp, nominiert in der Kategorie "Mehrteiler".

Dokumentar-Filme über deutsche Geschichte

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Vom Reiz des Unvorhersehbaren

Nach "Der Sturz - Honeckers Ende" widmete sich Eric Friedler mit seinem Film "Ein deutscher Boxer" dem außergewöhnlichen Charly Graf. mehr

Schwarzer, Boxer, deutscher Meister: Charly Graf wird 1951 im sozialen Brennpunkt Mannheim- Waldhof als unehelicher Sohn einer ungelernten Arbeiterin und eines schwarzen US-Soldaten geboren und wächst in den so genannten Benz-Baracken auf. Rückblickend wird er sein Leben als ewigen Kampf bezeichnen. Mit seinem Film "Ein deutscher Boxer" widmet sich Eric Friedler einer besonderen Lebensgeschichte und einer außergewöhnlichen Sportlerkarriere. Friedler ist zudem zudem nominiert als bester Dokumentar-Filmer. Neben "Ein deutscher Boxer" liefen 2012 zwei weitere NDR Dokumentationen: ein Film über Honeckers Ende und einer über die Toten Hosen.

Im Dezember vergangenen Jahres wurde das Musik-Portrait "Die deutsche Lady Jazz" auf Arte erstmals ausgestrahlt. Der Film, der in Koproduktion mit dem NDR entstand, erzählt die Geschichte von Inge Brandenburg. Sie galt in den 1950er Jahren als Europas beste Jazz-Sängerin und wurde 1960 auch als solche in Frankreich ausgezeichnet. Doch die bundesdeutsche Nachkriegs- Musikindustrie hat anderes mit ihr vor: Ihre Jazz-Platten gelten als kommerziell nicht erfolgreich und Brandenburg wird mehr und mehr in die Welt des Schlagers hineingezwängt. Die Fans wenden sich dennoch von ihr ab, erst in den 1990ern gelingt ihr ein Comeback.

Filmszene aus der Dokumentation "Nach dem Brand" von Malou Berlin © NDR Detailansicht des Bildes Am 20. November 1992 legen Neonazis in Mölln Feuer im Haus der türkischstämmigen Familie Arslan. Drei Angehörige kommen in den Flammen ums Leben. "Nach dem Brand" heißt der Film von Malou Berlin und ist die dritte NDR Nominierung in der Kategorie "Information und Kultur". Am 23. November 1992 legen Neonazis in Mölln einen Brand im Haus der türkischstämmigen Familie Arslan. Drei Familienangehörige kommen in den Flammen ums Leben. 20 Jahre nach dem Anschlag ringt die Familie noch immer mit den Folgen der erlebten Gewalt und droht an der Sinnlosigkeit ihres Verlustes zu scheitern.

Grimme - Wichtiger deutscher Fernsehpreis

Der undotierte Grimme-Preis gilt als einer der wichtigsten deutschen Fernsehpreise. Er wurde auf Initiative des Bildungsexperten Bert Donnepp aus Marl vom Deutschen Volkshochschul-Verband gestiftet und 1964 zum ersten Mal vergeben. Benannt ist der Preis nach Adolf Grimme, von 1948 bis 1956 Generaldirektor des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR).

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Bjarne Mädel spricht bei der Verleihung der Grimme-Preise in Marl mit dem Moderator Michael Steinbrecher. © dpa-Bildfunk Fotograf: Henning Kaiser
 

Drei NDR Produktionen erhalten Grimme-Preis

Die NDR Produktion "Der Tatortreiniger" hat zum zweiten Mal den begehrten Grimme-Preis erhalten. mehr

Grimme-Preis
Eine Reihe von Trophäen des Adolf-Grimme-Preises. © dpa-Report Fotograf: Jörg Carstensen
 
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Insgesamt 57 Produktionen dürfen nun auf einen Preis bei der Gala am 12. April hoffen.

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Schotty (Bjarne Mädel) im Angesicht einer Hitler-Büste. © NDR Fotograf: Thorsten Jander
 

Der Tatortreiniger

Alles zur NDR Comedy-Serie Der Tatortreiniger. mehr


Tatort: Cenk Batus konsequentes Ende

"Die Ballade von Cenk und Valerie" ist Mehmet Kurtulus' letzter Fall. mehr


Charly Graf - Ein deutscher Boxer

Zeit seines Lebens hat Charly Graf versucht, sich von Armut und Rassismus freizuboxen. mehr

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Mehmet Kurtulus im Tatort "Die Ballade von Cenk und Valerie" © NDR Fotograf: Sandra Hoever
 
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Mehmet Kurtulus hat zum letzten Mal als "Tatort"-Kommissar zur Pistole gegriffen.

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Der Zweiteiler erzählt von einer Familie während der letzten Jahre der DDR.

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