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Blau verfremdetes Motiv: Eine ausgerollte Filmrolle. © © Henry Schmitt - Fotolia.com_23277998_M Fotograf: © Henry Schmitt - Fotolia.com_23277998_M
 

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"Meine DDR" - 1945 bis 1990

1945-1961: Träume und Illusionen

Gerade einmal zwölf Jahre lang existiert die DDR, als sie sich 1961 gegen den Westen vollständig abriegelt. Bis dahin sind knapp drei Millionen Menschen aus ihrem Machtgebiet geflohen. Trotzdem meinen einige Ostbürger bis heute, dass die Zeit zwischen 1949 und 1961 die Beste in der DDR gewesen sei. Denn man habe versucht, etwas neues aufzubauen, ein Land, das sich vor allem energisch gegen die Verbrechen Nazideutschlands aufgestellt habe.

Diesem Enthusiasmus der Gründerjahre steht der rücksichtslose Kampf gegen Regimekritiker und Feinden des Systems gegenüber. Zwangsverstaatlichungen von Betrieben und Bauernhöfen beraubt Tausende ihres Besitzes. 1953 wird der Volksaufstand vom 17. Juni gegen ungerechte Arbeitsnormen brutal niedergeschlagen. Todesurteile werden auf Geheiß hoher Politiker gefällt und die Freiheit der Bewohner wird durch den Aufbau eines gnadenlosen Spitzelapparates konsequent eingeschränkt.

1961-1971: Im Schatten der Mauer

Nachdem am 13. August 1961 Ost-Berlin abgeriegelt und die Mauer gebaut wird, haben viele DDR-Bürger die Hoffung, nun werde es mit dem Aufbau in ihrem Land vorangehen. Die 60er-Jahre in der DDR gelten als Jahrzehnt der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Konsolidierung. Die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft wird abgeschlossen, Industrie-Kombinate entstehen, die Jugendweihe verdrängt die Konfirmation. Auch international gewinnt die DDR an Prestige. Bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio erringen DDR-Sportler 23 Medaillen. Mit der Stimmung "Es geht voran" wächst auch die Hoffnung auf Reformen. Sie stirbt jäh, als sich Truppen der NVA an der Niederschlagung des Prager Frühlings beteiligen und in der DDR Repression und willkürliche Staatsgewalt zunehmen.

1971-1985: Der schöne Schein der Diktatur

In den Jahren nach dem Machtantritt von Erich Honecker 1971 verbessert sich der Lebensstandard der DDR-Bevölkerung, auch wenn er weiterhin niedrig bleibt. Die neue Führung kurbelt den Wohnungsbau an, das Gesundheitswesen wird ausgebaut, Renten und Löhne erhöht. Während die Bundesrepublik 1973 unter der Ölkrise und der folgenden Rezession leidet, verweist die DDR-Führung auf wirtschaftlichen Fortschritt und Vollbeschäftigung. Nach außen präsentiert sie sich als glanzvolles Mitglied der sozialistischen Staatengemeinschaft.

Immer mehr Staaten knüpfen mit der DDR diplomatische Beziehungen, 1973 wird sie - gemeinsam mit der Bundesrepublik - in die UNO aufgenommen und tritt zahlreichen internationalen Organisationen bei. Die Weltfestspiele der Jugend 1973 in Ostberlin oder der Weltraumflug des Kosmonauten Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im All, spiegeln das neue Selbstbewusstsein der DDR wieder.

Doch auch wenn die erste Etappe der "Ära Honecker" bis 1976 für eine Stabilisierung des Systems steht, tritt ab 1976 die Krisenhaftigkeit erneut in den Vordergrund. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns signalisiert das Ende der liberaleren Kulturpolitik vom Anfang der 70er-Jahre und zeigt deutlich, dass es in der DDR keine geistige Freiheit geben kann.

1985-1990: Tanz auf dem Vulkan

In den späten 80er-Jahren erstarrt das DDR-Regime zunehmend, der Niedergang ist nicht mehr aufzuhalten. Seit März 1986 steht Michail Gorbatschow an der Spitze der Sowjetunion. Mit seiner Politik von "Perestrojka" und "Glasnost" leitet er grundlegende Reformen ein. Doch die SED-Führung ignoriert den Wandel im Bruderstaat und hält starr am stalinistischen Motto "Die Partei hat immer recht" fest. In gleicher Weise wächst der Unmut breiter Schichten: Immer mehr Bürger beantragen ihre Ausreise, 1988 tauchen auf der Demonstration zum Gedanken an Rosa Luxemburg auch nicht offizielle Plakate mit ihrem Zitat "Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden" auf. Immer auf der Grenze zwischen Legalität und Illegalität wächst in der DDR eine Bürgerrechts-, Friedens- und Umweltbewegung.

Nach den Kommunalwahlen im Mai 1989 - Ost Berlin verkündet 98,85 Prozent Zustimmung - kommt es zu Demonstrationen gegen den Wahlbetrug, Regimekritiker stellen Strafanzeigen wegen Wahlfälschung, die Kirchen fordern Reformen. Das Land kommt nicht mehr zu Ruhe. Die friedliche Revolution ist nicht mehr aufzuhalten.

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Zeitzeuge: Detlef Scheibe © NDR/privat
 

Meine DDR - Die Zeitzeugen

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Hans-Jürgen Börner: Das Fernsehprojekt "Meine DDR"

"Holen wir die Reflektion nach, geben wir uns diese Chance ...", schlägt der Initiator des Oral-History-Projektes vor, bei dem Zeitzeugen über ihren Alltag in der DDR, den Aufstieg und Fall ihres Staates berichten. mehr

Sendedaten

Meine DDR - Dokumentation im NDR Fernsehen

14.06.2010 23:15 Uhr
21.06.2010 23:15 Uhr
28.06.2010 23:15 Uhr
05.07.2010 23:20 Uhr

Ein Film von Kathrin Pitterling, Kristin Siebert, Michael Heuer, Tom Ockers und Gunther Scholz.

Erstsendung: 28.01.2009 im Ersten

Weitere Informationen
FDJ-Abordnung bei der Demonstration zum 1. Mai 1951 in Halle. © NDR/akg-images/Gardi
 

Meine DDR

09.02.2008 | 23:00 Uhr
Das Erste

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Zeitzeugen und ihr Alltag.

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Buchtipp

Das Buch zur Sendung

Meine DDR - Leben im anderen Deutschland
von Florian Huber
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Rowohlt Berlin Verlag GmbH
Erscheinung: 01.09.2008
Preis: 19,90 Euro
ISBN-10: 3871346152
ISBN-13: 978-3871346156

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