Spielfilme im NDR Fernsehen
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"Thor", "X-Men" und demnächst "Captain America" heißen die erfolgreichen Comicverfilmungen aus dem Marvel-Verlag. Der zweite große US-Comicverlag DC kann immerhin "Batman" für sich beanspruchen und kommt nun mit der Leinwandadaption von "Green Lantern" in die Kinos.
Ein romantisches Superheldendilemma wie bei "Batman" bietet "Green Lantern" nicht. Die Freundin des mutigen Kerlchens, der den deutschen Lesern in den Übersetzungen mal als "Grüne Leuchte", mal als "Grüne Laterne" verkauft wurde, weiß von Anfang an Bescheid über die intergalaktischen Weltrettungsaktivitäten ihres Geliebten.
Wir befinden uns in einem Universum mit unzähligen Planeten, die von Wächtern beschützt werden. Als "Grüne Laternen" fliegen sie leuchtend zum Einsatz gegen alles Böse: "Wir sind das Corps, wir sind das Corps, die größte Bedrohung, der sich das Corps je stellen musste, war Paralax. Ein Wesen, das von der gelben Kraft der Angst lebte..." (Filmzitat)
Paralax, das böse Wesen, hat schon mächtig gewütet, und als es den besten Krieger der Grünen Laternen tötet, muss ein Nachfolger her. Der Ring, der jeder Laterne seine Kräfte verleiht, sucht sich eben diesen Nachfolger - zum ersten Mal ist es ein Mensch.
Dieser Mensch heißt Hal Jordan, ist ein tollkühner Hallodri mit einem klapperigen Ford Mustang und im richtigen Leben auf der Erde Testpilot für Kampfjets: "Der Ring hat dich auserwählt. Nimm den Ring und leiste den Eid... Leiste den Eid, weil ja auch jeder den Eid auswendig kennt... Ich schwöre ewige Treue einer Laterne, die mir ein sterbendes Lila-Alien überreicht hat." (Filmzitat)
Es ist der gelegentliche Humor, der den Film durchaus unterhaltsam macht. Und Ryan Reynolds, der den Superhelden verkörpert, verleiht der größtenteils computeranimierten Choose auch einen gewissen Charme. Dabei hatte der Schauspieler vor dem Dreh vergleichsweise wenig Ahnung von seiner Figur: "Ich bin wahrscheinlich ein ziemlich gutes Beispiel für den allgemeinen Bekanntheitsgrad von 'Green Lantern' denn ich wusste eigentlich nur, dass es ein grünes Wesen ist, das ein hübsches Schmuckstück geschenkt bekommt. Also habe ich mich zur Vorbereitung durch gut 70 Jahre Comic-Heft-Historie durchgearbeitet!", erklärt Reynolds.
Damit die Figur des Superhelden später technisch bearbeitet werden konnte, musste Reynolds bei den Dreharbeiten einen grauen Gummianzug tragen. Er fand, es sah aus wie ein Pyjama und fand es tatsächlich etwas dämlich, jeden Tag so zur Arbeit zu gehen.
Er ist ja auch ein etwas einfach gestrickter Charakter, dieser Hal Jordan, dessen größte Aufgabe darin besteht, seine Angst zu überwinden, was ihn wiederum sehr menschlich macht, und der kindlichen Spaß daran hat wie ein elektrisierter, fluoreszierender Peter Pan durch die Weltraumlüfte zu fliegen: "Am hellsten Tag in schwärzester Nacht entgeht nichts Böses meiner Wacht. Wer finsteren Mächten sich verspricht, der hüte sich vor Green Lanterns Licht!" (Filmzitat)
Der renommierte Regisseur Martin Campbell, der mit "Golden Eye" und "Casino Royal" immerhin zweimal der betagten Bondreihe einen neuen Look verlieh, hat mit "Green Lantern" einen sinnfreien Augenschmaus inszeniert. Nichts Tiefgründiges, handwerklich aber einwandfreies Popcorn-Kino, von dem, wer keine falschen Erwartungen hat - auch keiner enttäuscht sein dürfte.