Bereits als Teenager wusste Fatih Akin, dass er Regisseur werden wollte. Seine ersten Versuche machte er mit einer Super 8 Kamera. Nach zwei prämierten Kurzfilmen inszenierte er 1998 mit Laiendarstellern seinen ersten Spielfilm: "Kurz und Schmerzlos".
Die Geschichte handelt von der Freundschaft zwischen dem Türken Gabriel (Mehmet Kurtulus, rechts), dem Griechen Costa (Adam Bousdoukos) und dem Serben Bobby (Aleksandar Jovanovic, links) in Hamburg Altona, die tödlich endet. Die drei Darsteller wurden auf dem Filmfestival in Locarno mit dem Bronzenen Leoparden ausgezeichnet.
Danach folgte eine Road-Movie-Komödie mit Moritz Bleibtreu und Christiane Paul: "Im Juli". Sein dritter Spielfilm war gleichzeitig sein erstes Projekt nach einem fremden Drehbuch - "Solino" (Buch: Ruth Toma) von 2002.
Der Film handelt von einer italienischen Familie, die in den Sechzigerjahren ins Ruhrgebiet einwandert und dort eine Pizzeria eröffnet.
Die Geschichte umspannt drei Jahrzehnte und zeigt die Brüder Giancarlo (Moritz Bleibtreu) und Gigi (Barnaby Metschurat), die sich in dieselbe Frau (Patrycia Ziolkowska) verlieben.
2003 gründet Fatih Akin mit Klaus Maeck und Andreas Thiel eine eigene Produktionsfirma: Corazón International. In Koproduktion mit der bisherigen Produktion Wüste Film und dem NDR entsteht der Spielfilm "Gegen die Wand".
Das Drama von 2004 erzählt die Geschichte von der jungen türkisch-stämmigen Sibel (Sibel Kekilli), die den Alkoholiker Cahit (Birol Ünel) heiratet, um ihrem strengen Elternhaus zu entkommen.
Zu spät bemerken beide, dass sie einander wirklich lieben. Ihre Leben driften auseinander, Cahit landet wegen eines Tötungsdeliktes im Gefängnis.
"Gegen die Wand" lief 2004 auf der Berlinale - und erhielt als erster deutscher Film seit 18 Jahren den Goldenen Bären. Auch in der Türkei lief das Drama erfolgreich im Kino.
Eine seiner vielen Auszeichnungen: der europäische Filmpreis, den Akin 2004 für "Gegen die Wand" erhält.
Nach der darauf folgenden Musikdokumentation "Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul", die die Musikvielfalt am Bosporus zeigte, folgt das Melodram "Auf der anderen Seite". Es ist der zweite Teil einer mit "Gegen die Wand" begonnenen thematischen Trilogie "Liebe, Tod und Teufel".
Das Melodram handelt episodenhaft von sechs Migranten zwischen Bremen und Istanbul. Rainer Fassbinders Muse Hanna Schygulla spielt darin eine Mutter, die in Istanbul ihre Tochter verliert.
Für das komplexe und meisterhaft verwobene Erzählen der sechs Schicksale seiner Helden erhält der Hamburger 2007 den Drehbuchpreis beim Filmfestival in Cannes - bei dem er zwei Jahre zuvor den Juryvorsitz der Reihe "Un Certain Régard" hatte.
Sein sechster Spielfilm wird für den Hamburger Produzenten, Drehbuchautoren und Regisseur mit 1,3 Millionen Zuschauern alleine in Deutschland der kommerziell erfolgreichste. "Soul Kitchen" nennt er seinen "Heimatfilm", dem er seiner Stadt noch schuldig sei.
Auf den Filmfestspielen in Venedig kam die turbulente Komödie um den Tavernenbesitzer Zinos (gespielt von Adam Bousdoukos, Akins Jugendfreund und Co-Drehbuchautor des Films) derart gut an, dass sie mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde.
Die NDR Koproduktion eröffnete das Filmfestival Hamburg. Auf dem Roten Teppich spaßten die Hauptdarsteller und langjährigen Freunde Moritz Bleibtreu (der den Bruder des Taverneninhabers Zinos spielt) und Adam Bousdoukos (rechts) mit Akin.