Spielfilme im NDR Fernsehen
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Zum Ende des 21. Europäischen Dokumentarfilmfestivals DokumentART sind am Donnerstagabend die Filmpreise verliehen worden. Die Jury hat in den letzten fünf Tagen 54 Filme gesehen und sie hatte die Qual der Wahl.
Das Kino CineStar in Neubrandenburg ist Spielstätte zur Eröffnung und dem Abschluss des Festivals.
Gleich fünf der insgesamt neun Auszeichnungen bei dem grenzüberschreitenden Festival in Neubrandenburg und im polnischen Stettin, gingen an Filmemacher aus Polen. Die Jury lobte das hohe Niveau der gezeigten Produktionen. Eigentlich hätten sicher 20 Filme einen Preis verdient, sagte ein Sprecher.
Insgesamt neun Auszeichnungen wurden vergeben. Der Hauptpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von 5.000 Euro ging an "The Argentinian Lesson" (Die argentinische Lektion) von Wojciech Staron. Er thematisiert die Kindheit von polnischen Einwanderern in Argentinien. Den zweiten Hauptpreis der polnischen "Wojewodschaft Westpommern" gewann der afghanische Film "Postman" (Der Briefträger) von Wahid Nazir. Er porträtiert einen Briefträger in Kabul und schildert dessen widrigen Alltag. Der Preis ist mit umgerechnet rund 2.800 Euro dotiert.
Den mit 1.000 Euro bewerteten Publikumspreis bekam "Tonia and her Children" (Tonia und ihre Kinder) des polnischen Regisseurs Marcel Lozinski. Auch der erstmals vergebene Preis der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit in Höhe von 1.500 Euro ging an diesen Film. Ebenfalls zwei Preise bekam schließlich die Dokumentation "The Hermits" (Die Einsiedler) von Kacper Czubak.
Zum Auftakt vor fünf Tagen stand mit "Unplugged: Leben Guaia Guaia" eine Deutschland-Premiere auf dem Programm. Der Filmemacher Sobo Swobodnik hat zwei Straßenmusiker aus Neubrandenburg in einer Langzeitdokumentation über zwei Jahre durch die Republik begleitet. Herausgekommen ist ein intimes Porträt der heute 22-Jährigen im Stil eines Roadmovies, das den unkonventionellen Lebensentwurf der charismatischen Musiker Elias Gottstein und Carl Louis Zielke mit romantischen wie auch tragischen Momenten nachzeichnet.
Das Duo war selbst auch beim Festival anwesend und hat mit seiner Musik bei der Eröffnung und in einem Konzert am Wochenende das Publikum live begeistert. Einen Wohnsitz haben sie noch immer nicht, inzwischen aber einen Plattenvertrag.
Der NDR stiftet nicht nur den Publikumspreis, sondern unterstützt die Veranstaltung im Rahmen der Kulturförderung MV. Außerdem hat er in einem NDR Special am Sonntag im CineStar drei aktuelle NDR Produktionen vorgestellt. Die Dokumentation "Als aus Sportlern Spitzel wurden" greift das Thema Stasi und Sport am Beispiel des SC Neubrandenburg auf. Der Film sorgte bereits für kontroverse Diskussionen.
Außerdem lief als Premiere "Johnny und die Grenzsoldaten" von Wolfgang Renk. Der Film begleitet einen US-Soldaten, der 1970 Zeuge wurde, wie zwei Grenzsoldaten über die zugefrorene Elbe in den Westen flohen. Jahrzehnte später macht er sich auf die Suche nach den Männern und erfährt, dass ein dritter Soldat damals im Gefängnis landete, weil er die Flucht seiner beiden Freunde nicht verhinderte. Mit der Hilfe einer NDR Reporterin findet der US-Amerikaner den Mann mehr als 40 Jahre nach der Winternacht an der Elbe. Schließlich erinnerte der TV-Film "Als Rostock-Lichtenhagen brannte" an die Angriffe auf die Aufnahmestelle für Asylbewerber vom August 1992.
Das Dokumentarfilmfest versteht sich als Forum der innovativen Dokumentarfilmszene in Europa. Die Filme sollen Veränderungsprozesse in der Gesellschaft aufgreifen, die im Spannungsfeld zwischen Tradition und Avantgarde ablaufen. Es fehlt aber auch nicht der augenzwinkernde Blick auf die Welt. Die künstlerischen Formen reichen von klassischen Dokumentationen über experimentelle Filme bis hin zu fiktionalen Streifen, erklärte die Festivalmacherin Cornelia Walke.
Das Festival ist nach Veranstalterangaben in diesem Jahr besonders gut von jungen Leuten aufgenommen worden. Hierfür sollen die Themenvielfalt, vor allem aber auch der Eröffnungsfilm "Unplugged: Leben Guaia Guaia" verantwortlich gewesen sein.
In der Szene der Dokumentarfilmer ist die DokArt längst etabliert, die Zahl der eingereichten Filme wächst von Jahr zu Jahr. Über 450 Bewerber wären es in diesem Jahr gewesen, sagte die künstlerische Leiterin Caroline Walke, so zeige sich schließlich auch wie bekannt das Festival mittlerweile europaweit ist.

Das Filmfestival in Neubrandenburg ist am Dienstagabend mit der Preisverleihung zu Ende gegangen. 54 Filme waren im Wettbewerb, fünf der neun Preise gehen an Regisseure aus Polen.