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Stine Fischer Christensen, Augenfarbe blau, Jahrgang 1985: So steht es in ihrer Schauspielerkartei - wie sie wirkt, die eigentümliche Dänin - das steht da nicht. Für den Regisseur Christian Schwochow war sie die Idealbesetzung. Über 400 Schauspielerinnen castete er, bevor er sie fand. In seinem neuen Kinofilm "Die Unsichtbare" spielt sie die Hauptrolle: eine komplexbeladene, verunsicherte Person.
"Ich glaube nicht, dass ich besser eine schüchterne Person spielen kann als jeder andere auch", sagt Christensen. "Ich versuche beim Drehen einfach nur ganz da zu sein in dem Moment."
Tatsache ist: Die verletzlichen Charaktere liegen ihr besonders. In Schwochows Psychodrama spielt sie herausragend die Schauspielschülerin Fine, die es eher aus Versehen in die Theaterschule geschafft hat. Fine ist von ihrem Leben manchmal so erschöpft und fertig, dass sie sogar die Nebenrollen vergeigt und beim Casting einschläft.
Deutschland 2011
Regie: Christian Schwochow
Darsteller: Stine Fischer Christensen, Ulrich Noethen, Ronald Zehrfeld, Dagmar Manzel, Christina Drechsler, Anna-Maria Mühe
FSK: ab 12 Jahre
Länge: 113 min.
Ab 9. Februar 2012 im Kino
Weshalb Fine ist wie sie ist, interessiert die Schauspiellehrer nicht. Der einzige, der ihr zuhören wird, ist der besessene Star-Regisseur Friedmann. Er besetzt seine Hauptfigur Camille wider Erwarten mit der unerfahrenen Schülerin. Mit seinem Wissen über Fine will er sie manipulieren. Sie soll alles aus sich herausholen - bis zur Selbstzerstörung.
Stine Fischer Christensen wollte diese Rolle unbedingt spielen. Sie sei nicht wie Fine, aber natürlich, sagt sie, kennt sie das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Vor den Dreharbeiten geht Christensen drei Monate lang in Berlin zur Sprachschule. Sie will die "Unsichtbare" nicht nur spielen, sondern sein: "Ich wollte nicht, dass jemand meine Stimme synchronisiert. Daher habe ich Christian gebeten, dass wir das Skript umschreiben und sie dänisch ist und daher diesen leicht Akzent hat. Ich werde alles geben, damit ich so gut wie möglich deutsch lerne. Er war damit einverstanden."
Um Seelenqual darzustellen, braucht Christensen keine großen Effekte: Ihr Spiel reicht aus. Mit acht Jahren stand sie zum ersten Mal vor der Kamera - für ihre große Schwester Pernille. Schon diese Rolle war krass. "Der Titel dieses Films war 'Das war meine Schwester' und handelt von einem jungen Mädchen, das seinen Bruder umbringt, während dieser schläft", erzählt die Schauspielerin.
In Dänemark ist die 26-Jährige längst eine Berühmtheit. Sie glänzt vor allem in Charakterrollen im Theater und im Film. Stine Fischer Christensen gilt als Shootingstar, weil sie vor der Kamera immer ganz da ist und einfach wirkt.