Gefahr Scientology: Gut getarnt im Netz
Experten sagen, Scientology sei verstärkt im Netz unterwegs. mehr
Für seine Rolle als "Ali" hat er den Oscar bekommen. Ein Star wurde Will Smith vor allem als "Men in Black". Jetzt hat er zusammen mit seinem Sohn einen Science Fiction Film gedreht: "After Earth". In den USA sorgte der Film für heftige Diskussionen. Kritiker wollen Motive aus der Lehre der Scientology-Sekte entdeckt haben.
Die Erde ist unbewohnbar geworden. Seit tausend Jahren lebt die Menschheit auf einem anderen Planeten. Doch nach einer Bruchlandung stranden der hochdekorierte General Cypher Raige und sein Sohn Kitai (gespielt von Will und Jaden Smith) wieder auf der Erde. Dort müssen sie mit einer wilden Kreatur kämpfen, die zwar blind ist, aber die Angst der Menschen wittert. Um sich und seinen schwerverletzten Vater zu retten, muss der Teenager also seine Ängstlichkeit überwinden. Das sogenannte Ghosting soll ihm dabei helfen.
Kitai (Jaden Smith) und sein Vater Cypher (Will Smith) wollen mehr Zeit miteinander verbringen. Sie starten zu einer Reise.
Die Gefahr ist real, aber Angst ist nur Einbildung, heißt es im Film. Die amerikanische Kritik hat auf Parallelen zur Lehre des Scientology-Gründers Ron Hubbard verwiesen. Der ausbrechende Vulkan am Ende des Films findet sich auf dem Cover von Hubbards Büchern wieder. Die Techniken zur Überwindung von Furcht und Selbstzweifel erinnern fatal an das berüchtigte Psychotraining, das "Auditing" der Scientology Sekte. Im Film heißt es "Ghosting", wie Will und Jaden Smith erklären.
Will und Jaden Smith dazu: "Du hast keine Angst mehr. Du kannst die Situation ganz ruhig analysieren. Wenn du keine Angst hast, läuft die Zeit langsamer, in Panik geht alles viel zu schnell. Wenn du ruhig bist, weißt du, was zu tun ist."
Nun ist die Überwindung von Angst keine Idee, die Scientology exklusiv für sich gepachtet hat. Aber Will Smiths Sympathie für die Sekte ist bekannt. Und wenn im Film der schwerverletzte Vater wie ein Psychotrainer seinen Sohn über Funk durch die feindliche Wildnis leitet, dann sind die Anspielungen offensichtlich.
Kitai Raige wird von seinem Vater per Funk durch die feindliche Wildnis geleitet.
Regisseur M. Night Shyamalan, Hollywoods Spezialist für das Übersinnliche, hat in den kalifornischen Redwoods ein paar hübsche Bilder gedreht mit Baumriesen und niedlichen Wildschwein-Ferkeln. Das wirkt alles recht betulich. Die Schauspielkünste von Smith Junior halten sich in Grenzen. Das Tempo ist müde und die Spezialeffekte sehen nach Spezialeffekten aus. Bei der Notlandung rumpelt es wie bei der Enterprise in den 70ern. Ohne die penetrante Scientology-Botschaft wäre das nicht der Rede wert. Nur ein langweiliger und ziemlich alberner Science Fiction.
Ohne Worte!
Die besagten Zitate aus dem Film: "Fear is not real. It is a product of thoughts you create" (dt.: "Furcht ist nicht real. Sie ist ein Produkt deiner Gedanken.") "Be present in the moment." (dt.: "Sei... [mehr]
Werbung?
Diese Vergleiche und Analysen bringen m.E. nur eines, nämlich kostenlose Werbung für Scientology. Wer es darauf anlegt, wird in jedem 2ten Hollywood-Film Versatzstücke aus der Scientology-Ideologie... [mehr]