"It don't mean a thing, if it ain't got that": So wie die meisten Jugendkulturen, die später aufkamen, provozieren die Swing-Jugendlichen durch den Tanz, ihre Kleidung und ihren Habitus. Hier tanzen sie im Jahr 1938 "Big Apple". Swing hatte auch Einfluss auf die spätere Rock'n'Roll-Jugendbewegung.
Der Jungfernstieg 1940: Im Alsterpavillon spielen in den 30er- und 40er-Jahren Tanzorchester und Big Bands. Das "Jugendaquarium" gilt als ein Treffpunkt der Swingjugend.
Der Alsterpavillon ist im Gedächtnis der Swing-Fans, die in den Jahren 1939-42 dazu gekommen sind, haften geblieben. Besonders wegen des Auftritts der holländischen Band von John Kristel. Das Bild zeigt einen Auftritt der Gruppe im Jahr 1941.
Der Alsterpavillon macht sich wegen seiner Konzerte international einen Namen. Auch wenn er, wie hier in einer Anzeige von 1941, den Namen von John Kristel fälschlicherweise mit "Ch" anstat "K" schreibt.
Im Alsterpavillon wird vor 1938 meist sogenannte Salonmusik gespielt. Es darf im großen Hauptraum nicht getanzt werden. Die Nazis fühlen sich von den Musik-Fans provoziert. Jugendliche der Hitlerjugend verprügeln viele Swing-Boys.
1942 wird der Alsterpavillon beim Bombenangriff auf Hamburg zerstört. Anfang der 50er-Jahre wird er neu erbaut. Bis heute befindet sich ein Café in dem Gebäude.
Neben dem Veranstaltungshaus an der Alster ist das Café Heinze einer der wichtigsten Treffpunkte der Hamburger Swing-Szene.
Das Café, hier eine Aufnahme von 1939, ist im Art Deco-Stil eingerichtet. Der Swing-Tanz hatte im gesamten Deutschen Reich Anhänger. Die Hamburger und auch Frankfurter Swing-Cliquen sind Vielen besonders im Gedächtnis geblieben, weil sie in den Städten besonders von den Nazis verfolgt wurden.
Das Trocadero an den Großen Bleichen und ...
... das Faun am Gänsemarkt befinden sich auf der sogenannten Swing-Meile und werden vor allem von den gut betuchten Hamburger Jugendlichen besucht.
Der Schweizer Bandleader Teddy Stauffer gibt in den 30er-Jahren viele Konzerte in Hamburg und Berlin. Er ist das Stil-Vorbild vieler Swing-Fans.
Szene aus dem Hollywoodfilm "Swing Kids". Der Film von 1993 handelt von der Swing-Jugend in Hamburg während der Nazi-Zeit.
Lindy Hop Tänzer 1939 in New York. Der Tanzstil entwickelte sich aus Charleston, Break-Away, Stepp-Tanz und anderen Jazz-Tänzen sowie traditionellen westafrikanischen, aber auch europäischen Tänzen.
Er ist einer der Swing-Pioniere in Hamburg: Günter Discher, 1925 in Eimsbüttel geboren. Er wird von den Nazis als "Rädelsführer" der Swing-Jugend abgestempelt und für Schwarzmarkthandel verhaftet. Bis zu seinem Tod im September 2012 sammelt er Swing- und Jazzplatten und besitzt eine der größten Sammlungen in Europa.
Heute ist die Swing-Szene in Hamburg sogar noch größer als zu ihrer Blütezeit in den 30er- und 40er-Jahren. Tänzer treffen sich regelmäßig zu Workshops, wie hier zum "Waterkant Jam" in Hamburg.
Swing ist mehr als nur Tanz und Musik - für einige ist es ein Lebensstil, zu dem stilgerechte Kleidung gehört.