NDR Bigband - NDR Jazz
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Von den antiken Griechen übernahmen die Römer einst die Bezeichnung Entos Thalassa, das "innere Meer", für die Wasserfläche inmitten ihres Reiches, die unter Caesar folgerichtig zum Mare nostrum, "unserem Meer", wurde. Isidor von Sevilla schließlich verwendet um das Jahr 600 zum ersten Mal den bis heute geläufigen Namen Mare mediterraneum. Dieses "Meer zwischen den Ländern" trennt und verbindet, die Ränder zwischen den Ländern haben eine der vielfältigsten Kulturlandschaften der Welt hervorgebracht.
Und nicht erst seit sich der Jazz von der amerikanischen Mutter abnabelte, haben diese Einflüsse freie Fahrt auf dem Meer der Musik. So trugen italienische Emigranten wesentlich zur Entwicklung des Jazz in den USA bei, Sinti und Roma zu Swing, Flamenco und der Musik der Balkanländer. Die hoch entwickelte arabische Musikwelt, die vielfältigen, oft Volksmusik verarbeitenden Spielarten des modernen französischen und italienischen Jazz - sie alle kreieren eine einzigartige und aufregende Musik.
Die NDR Info Jazz Nacht geht auf eine musikalische Kreuzfahrt durchs Mittelmeer und präsentiert Musik, die es so nur im Radio gibt. Henry Altmann stellt seltene Aufnahmen und Mitschnitte des NDR aus den vergangenen fünf Jahrzehnten vor - unter anderem aus dem Rolf-Liebermann-Studio, vom Festival Jazz Baltica und dem JazzFest Berlin. So treffen in einem wahrhaft "meerumschlungenen" Programm die "Mediterraner" Richard Galliano und Paolo Fresu auf den Skandinavier Jan Lundgren. Der Kontrabassvirtuose Renaud Garcia-Fons inszeniert eine einzigartige Melange aus arabischen und romanischen Elementen.
Avishai Cohen, Jazzbassist und Sänger
Gianluigi Trovesi integriert das sangliche Element seiner italienischen Heimat in eine moderne Jazzsprache, und Dusko Goykovich feiert die Spielfreude des Balkans. Anouar Brahem, Rabih Abou-Khalil, Gerardo Núñez und Kudsi Erguner führen uns die Klänge ihrer jeweiligen Heimatländer vor Ohren. Musiker wie Avishai Cohen oder Yaron Herman zeigen den neuen, starken Jazz aus Israel. Der französische Klarinettist Louis Sclavis führt durch eine imaginäre alte Stadt am Mittelmeer und der in Tanger (Marokko) geborene Pianist Jean-Marie Machado zieht nach Andalusien, während bei Enrico Rava, Stefano Bollani und Enrico Pieranunzi italienische Eleganz auf amerikanisch geprägten Jazz trifft.