Stand: 31.10.2016 07:00 Uhr

Als die "Cap San Diego" nach Hamburg zurückkam

Das Tuten von Schiffshörnern, ein Blasmusikkonzert der Luftwaffenkorps und rund 6.000 jubelnde Schaulustige heißen am 31. Oktober 1986 im Hafen eine alte Hamburgerin willkommen: Die "Cap San Diego" ist in ihren Heimathafen zurückgekehrt. Der weiß-rote Stückgutfrachter war 1961 für die Reederei Hamburg Süd in der Hansestadt vom Stapel gelaufen, nun übergibt Kapitän Manfred Stroncik das Schiff feierlich an Hamburgs Ersten Bürgermeister Klaus von Dohnanyi.

Die "Cap San Diego" - ein Stück Seegeschichte

Letzter der "weißen Schwäne" aus Hamburg

Der 160 Meter lange Stückgutfrachter ist der letzte der bekannten Cap-San-Klasse. Sämtliche Schwesterschiffe wurden bereits verschrottet - ein Schicksal, das der "Cap San Diego" erspart bleibt: Für 2,45 Millionen Mark hat die Stadt Hamburg das Schiff seinem Vorbesitzer abgekauft. Es soll künftig als Museumsschiff das Panorama des Hamburger Hafens ergänzen. Zum 800. Hafengeburtstag im Mai 1989 ist der sanierte Frachter als große Attraktion geplant. Die Idee: Die "Cap San Diego" soll künftig Besuchern nicht nur als schwimmendes Museum offen stehen, sondern auch auf Dauer fahrtüchtig bleiben und regelmäßig Törns mit Passagieren an Bord unternehmen.

Wegen ihrer eleganten Form wurden die Frachter der Cap-San-Klasse auch als "weiße Schwäne des Südatlantiks" bezeichnet. Eine Besonderheit: Die Schornsteine hatte der Architekt und Schiffsdesigner Cäsar Pinnau in den zwei schmalen Masten "versteckt", sodass die Schiffe eher an schnittige Jachten als an behäbige Frachter erinnerten.

Ein fahrtüchtiges Museumsschiff

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Kurz vor seiner Rückkehr nach Hamburg liegt das Schiff im Oktober 1986 zunächst in Cuxhaven.

An Bord der "Cap San Diego" befinden sich am Tag ihrer Rückkehr nach Hamburg 200 Gäste und eine Besatzung aus rund 70 Freiwilligen - darunter etliche, die bereits früher auf der "Cap San Diego" zur See gefahren sind. Zuvor hat man das Schiff in Cuxhaven notdürftig wieder hergerichtet und ihm mit 400 Litern weißer Farbe einen neuen Anstrich verpasst. Die eigentliche Sanierung sowie der Umbau zum Museumsschiff dauern dagegen Jahre. 1995 ist es endlich so weit: Die umgebaute "Cap San Diego" ist wieder fahrtüchtig. Mit 300 Gästen an Bord nimmt sie an den Feiern zum 100. Jubiläum des Nord-Ostsee-Kanals teil und fährt durch die Wasserstraße.

Längst ist die "Cap San Diego" ein Wahrzeichen Hamburgs geworden. Gemeinsam mit dem Großsegler "Rickmer Rickmers" prägt sie das Hafenpanorama. Und noch immer ist sie fahrtüchtig, eine letzte Generalüberholung fand im Frühjahr 2016 statt. Mehrmals im Jahr legt das Schiff zu Gästefahrten auf der Elbe ab. An allen anderen Tagen können Besucher die "Cap San Diego" an ihrem Liegeplatz an der Überseebrücke besuchen und vom Maschinenraum bis zur Kommandobrücke erkunden.

Die "Cap San Diego" 1986 an den Hamburger Landungsbrücken

Als die "Cap San Diego" nach Hamburg kam

Hamburg Journal -

Weil die modernen Schiffe auf Container setzten, sollte der Stückgutfrachter "Cap San Diego" in den 80er-Jahren verschrottet werden - bis ein Mann eine Rettungsaktion begann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Hamburg Journal | 06.11.2016 | 19:30 Uhr

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