Stand: 06.12.2013 17:31 Uhr  | Archiv

Hamburger Sturmfluten - eine Chronologie

Unzählige Sturmfluten haben seit jeher die Elbniederungen überschwemmt. Einige davon richteten immensen Schaden an und kosteten viele Menschen das Leben. Ein Überblick über die schlimmsten Sturmfluten in der Geschichte der Stadt Hamburg:

  • Julianenflut vom 17. Februar 1164: Sie verursacht erste Einbrüche des Jadebusens und richtet im Elbegebiet große Schäden an.

  • Erste Marcellusflut vom 16. Januar 1219: Die Sturmflut bringt große Überflutungen im Elbegebiet.

  • Allerkindleinsflut vom 28. Dezember 1248: Es kommen viele Menschen im Elbegebiet ums Leben. Die Flut zertrennt die historische hamburgische Elbinsel Gorieswerder in mehrere Teile.

  • Zweite Marcellusflut vom 16. Januar 1362: Wahrscheinlich ist sie die größte Sturmflutkatastrophe an der deutschen Küste. Bis zu 100.000 Menschen sollen ertrunken sein. Die Zweite Marcellusflut wird auch "Grote Mandränke" genannt.

  • Cäcilienflut vom 21. November 1412: Die Elbinsel Hahnöfersand wird vom Festland abgetrennt, an der Estemündung wird ein ganzes Dorf vernichtet.

  • Allerheiligenflut vom 1. November 1570: Im Alten Land, in Stillhorn, Moorwerder und in den Vier- und Marschlanden brechen die Deiche.

  • Fastelabendflut vom 26. Februar 1625: Die auch "Eisflut" genannte Sturmflut richtet große Schäden im Alten Land und Hamburg an.

  • St. Pauli-Bekehrungsnachtflut vom 25. Januar 1634: Der Estedeich von Hove wird auf 900 Meter Länge zerstört.

  • Weihnachtsflut vom 24./25. Dezember 1717: Über die Weihnachtsflut liegen ausführliche Berichte vor und eine Karte, die das ungeheure Ausmaß der Überflutungen aufzeigt. Es ertrinken in Hamburg 11.150 Menschen und 100.000 Stück Vieh. Rund 8.000 Häuser zerstört die Weihnachtsflut.

  • Sturmflut vom 3./4. Februar 1825: Bis 1962 ist sie die höchste an der deutschen Nordseeküste und im Elbegebiet. Die Sturmflutwelle erreicht einen Scheitelwasserstand von 5,24 Meter über Normalnull am Pegel von St. Pauli. Nach zahlreichen Deichbrüchen kommt es zu verheerenden Überschwemmungen. Der Höchstwasserstand dieser Sturmflut war lange maßgeblich für die Bemessung der Deichhöhen in Hamburg, die danach zunächst auf 5,70 Meter über NN festgelegt wird.

  • Sturmflut vom 1./2. Januar 1855: Diese Sturmflut übertrifft den Wasserstand der Flut von 1825 in Harburg und an der Oberelbe, während sie ihn in St. Pauli mit einem Pegelstand von 5,11 Meter nicht erreicht. Bis 1962 ist es danach zu keiner sehr schweren Sturmflut mehr gekommen.

  • Sturmflut vom 16./17. Februar 1962: Mit einem Wasserstand von 5,70 Meter über Normalnull ist die Sturmflut die Flutkatastrophe mit den schlimmsten Auswirkungen für Hamburg im 20. Jahrhundert. Ein lang andauernder Sturm über der nördlichen Nordsee und ein Windfeld über der Deutschen Bucht mit mittlerer Windstärke aus Westnordwest bilden damals die Basis der Katastrophe. Hinzu kommt der Einfluss einer Fernwelle aus dem Atlantik, der bei Cuxhaven fast einen Meter ausmacht. An der Elbe in Hamburg brechen zahlreiche Deiche. 315 Menschen kommen ums Leben.

  • Sturmfluten November-Dezember 1973: Im Zeitraum vom 6. November bis zum 17. Dezember 1973 treten in Hamburg 28 Sturmfluten ein. Der Scheitelwert der höchsten Sturmflut am 7. Dezember 1973 erreicht am Pegel St. Pauli einen Stand von 5,33 Meter über Normalnull. Die Schäden bleiben außerhalb des Hafengebiets relativ gering, da die neuen Hochwasserschutzanlagen größtenteil bereits fertiggestellt sind.

  • Sturmflut vom 3./4. Januar 1976: Die höchste Sturmflut bis heute (Stand Dezember 2013) mit einem Pegelstand von 6,45 Meter über NN am Pegel in St. Pauli wird zur Bewährungsprobe für die nach 1962 gebauten neuen Hochwasserschutzanlagen. Es entstehen erhebliche Schäden von mehreren Hundert Millionen Mark in den Außendeichgebieten. Mittlerweile haben die Hochwasserschutzanlagen in Hamburg eine Höhe zwischen 7,20 und 9,25 Meter über Normalnull.

  • Sturmflut vom 3. Dezember 1999: Orkan "Anatol" rast über Nordeuropa hinweg, mindestens 20 Menschen sterben, in Deutschland kommen drei Menschen ums Leben. Der Wasserstand der Elbe in Hamburg liegt bei 5,95 Meter über Normalnull.

  • Sturmflut am 28. Januar 1994: Durch den Wintersturm "Lore" erreicht der Elbe-Wasserstand in Hamburg 6,02 Meter über Normalnull.

  • Sturmflut vom 10. Januar 1995: Infolge eines Sturmes steigt der Wasserstand der Elbe in Hamburg auf 6,02 Meter über Normalnull.

  • Sturmflut am 6. Dezember 2013: Orkantief "Xaver" verursacht in Hamburg einen Wasserstand von 6,09 Metern über Normalnull. Der Fischmarkt steht mannshoch unter Wasser. Auch die Elbchaussee bei Teufelsbrück ist überspült, ebenso Teile der Hafencity. Es ist die zweithöchste Sturmflut in der Geschichte der Hansestadt.

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