Stand: 31.01.2013 09:47 Uhr

Gorleben: Eine Chronik der Ereignisse

  • 22.02.1977 Der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht verkündet, dass Gorleben der vorläufige Standort für ein "Nukleares Entsorgungszentrum" wird. Dort soll eine Wiederaufarbeitungsanlage und ein Endlager für Atommüll entstehen.

  • 12.03.1977 Mehrere tausend Atomkraftgegner aus der ganzen Bundesrepublik demonstrieren zum ersten Mal in Gorleben gegen den geplanten Bau des Atommülllagers.

  • Frühjahr 1978 Die DWK, die "Deutsche Gesellschaft zur Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen", versucht mit umstrittenen Methoden, mehr als zwölf Quadratkilometer Land über dem Salzstock Gorleben zu kaufen.

  • 10.07.1978 Andreas Graf von Bernstorff, dem die größte Fläche über dem Salzstock Gorleben gehört, gibt während einer Pressekonferenz bekannt, dass er das Angebot der Atomwirtschaft von über 26 Millionen Mark ablehnen wird.

  • 25. bis 31. März 1979 Atomkraftgegner aus dem Wendland ziehen in einem einwöchigen Treck in die Landeshauptstadt Hannover. Zur Abschlusskundgebung kommen fast 100.000 Demonstranten - eine der größten Protestveranstaltungen in der Geschichte der Bundesrepublik.

  • 16.05.1979 Die niedersächsische Landesregierung gibt überraschend bekannt, dass auf die Errichtung einer Wiederaufarbeitungsanlage in Gorleben verzichtet werden soll. Die Begründung Ernst Albrechts: "Die politischen Voraussetzungen sind zur Zeit nicht gegeben." Ab jetzt geht es nur noch um die Einrichtung eines Endlagers im Salzstock Gorleben.

  • 04.06.1980 Mehrere tausend Beamte von Bundesgrenzschutz und Polizei räumen die "Republik Freies Wendland".

  • 26.05.1981 Die Atomwirtschaft will nicht warten, bis der Salzstock Gorleben erkundet und als Endlager genehmigt ist. Sie plant den Bau eines Zwischenlagers. Die Lokalpolitik stimmt diesem Vorhaben während einer turbulenten öffentlichen Sitzung zu, obwohl es mehr als 1.500 Einwendungen gegen das Projekt gibt.

  • 30.04.1984 Für zwölf Stunden blockieren Atomkraftgegner die wichtigsten Zufahrtsstraßen ins Wendland. Generalprobe für den ersten Atommülltransport.

  • 08.10.1984 Der erste Atommülltransport mit leicht radioaktivem Material rollt ins Zwischenlager Gorleben. Wie sich später herausstellt sind einige der Fässer falsch deklariert.

  • 25.04.1995 Der sogenannte "Tag X": Zum ersten Mal wird hochradioaktives Material in Castor-Behältern ins Zwischenlager Gorleben transportiert. Es kommt zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Von nun an rollt fast jährlich ein Castor-Transport.