Stand: 08.03.2014 12:50 Uhr

Carl Philipp Emanuel - Der "Hamburger Bach"

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Carl Philipp Emanuel war der zweite Sohn des berühmten Komponisten Johann Sebastian Bach.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Jedenfalls lässt das ein Blick auf die Sprösslinge von Johann Sebastian Bach vermuten. Gleich vier Söhne des Barock-Komponisten traten in seine Fußstapfen. Das verschaffte ihnen zu Lebzeiten sogar mehr Ruhm als dem eigenen Vater - ganz besonders dem zweiten Sohn, Carl Philipp Emanuel. Er war zu seiner Zeit in weiten Teilen Europas als "der große Bach" bekannt. Vor 300 Jahren, am 8. März 1714, wurde er im thüringischen Weimar geboren. Sein Grabmal aber befindet sich im Hamburger Michel: In der Hansestadt verbrachte der große Musiker als städtischer Musikdirektor die letzten 20 Jahre bis zu seinem Tod 1788. Bis heute wird Carl Philipp Emanuel Bach deshalb auch der "Hamburger Bach" genannt.

Wechselvolle Kindheit, lehrreiche Jugend

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Johann Sebastian Bach, hier 1870 im Kreise seiner Familie, war zweimal verheiratet und hatte 20 Kinder. Einige starben kurz nach der Geburt.

In Weimar hat Johann Sebastian Bach gerade die Stelle des Konzertmeisters von Herzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar angetreten, als mit Carl Philipp Emanuel sein drittes Kind geboren wird. Drei Jahre später, im Dezember 1717, zieht die Familie nach Köthen um, wo Johann Sebastian Bach Kapellmeister am Hof des Fürsten Leopold wird.

1720 stirbt die Mutter, ein Jahr später heiratet der Vater erneut. 1723 zieht die Familie nach Leipzig um, wo der Vater die Stelle des Thomaskantors antritt. Carl Philipp Emanuel wächst in den Leipziger Jahren in der mit Leben gefüllten Kantorenwohnung auf. Sein Vater unterrichtet im Haus Schüler im Cembalospiel, Musiker-Freunde kommen zu Besuch, außerdem bekommt die Familie fast jedes Jahr Nachwuchs. Carl Philipp Emanuel und sein großer Bruder Wilhelm Friedemann lernen in diesen Jahren Klavierspiel und Komposition. Ihr Vater unterrichtet sie sowohl in der Thomasschule als auch häufig privat nach Feierabend.

Von Sachsen nach Preußen

1731 nimmt Carl Philipp Emanuel in Leipzig ein Jurastudium auf, außerdem stellt der 17-Jährige sein erstes Werk fertig: die Komposition "Menuet pour le Clavessin". 1734 setzt er seine Studien an der Uni in Frankurt/Oder fort. Dort arbeitet er nebenbei als Klavierlehrer und tritt bei diversen Musikfesten auf. 1738 wechselt Bach nach Berlin und wird vom Kronprinzen Friedrich - dem späteren Preußenkönig Friedrich der Große - als Cembalist für seine Hofkapelle engagiert. Dort lernt er Johanna Maria Dannemann kennen, die er 1744 heiratet. Später gehen aus der Ehe zwei Söhne und eine Tochter hervor.

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Ein Cembalo: Solch ein Instrument spielte Carl Philipp Emanuel Bach am Preußischen Hof.

Bach bleibt bis 1767 im königlichen Dienst. In dieser Zeit komponiert er einige seiner bedeutenden Werke, darunter die "Berliner Sinfonien" und die "Württembergischen Sonaten". Außerdem betätigt er sich als Theoretiker und verfasst sein Buch "Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen", welches 1753 erscheint und bald darauf europaweit als Standardwerk gehandelt wird. Illustriert hat Bach sein Werk mit zahlreichen Notenbeispielen, dazu wählt er anschauliche Beschreibungen, etwa über die Art des Vortrages. Noch heute kann sich der Leser mithilfe des Buches ein gutes Bild von den Gepflogenheiten des Klavierspielens im 18. Jahrhundert machen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Abendjournal Spezial | 01.03.2014 | 19:00 Uhr

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