Stand: 21.01.2015 09:47 Uhr

Vom Handwerk zur Robotertechnik

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Pferde sind lange Zeit wichtige Helfer bei der Feldarbeit.

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein bedeutet das Leben auf dem Land vor allem harte körperliche Arbeit. Fast alle Tätigkeiten rund um den Bauernhof - ob Mähen, Dreschen oder Melken - werden von Hand erledigt. Neben dem Bauern und seiner Familie leben auf den Höfen Mägde und Knechte, die bei der Arbeit auf Hof und Feld zur Hand gehen. Zur Erntezeit benötigen größere Höfe zusätzliche Arbeitskräfte.

"Wir fingen morgens um vier an"

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Bei der Heuernte halfen früher alle Hofbewohner mit - auch Frauen und Kinder.

Auch die Kinder arbeiten mit. Else und Johann Ebbers müssen schon als Sechsjährige auf dem elterlichen Hof mithelfen: "Wir fingen rechtzeitig morgens um vier an mit der Sense zu mähen. Ein Tagewerk wurde gemäht pro Mann, das waren zwei Morgen (ca. 5.000 Quadratmeter, Anm. d. Red.)", erinnert sich Ebbers. Die Eltern sind Moorbauern im Teufelsmoor. Dort ist das Leben besonders hart: Das Land, das dem Moor abgetrotzt wurde, ist karg, die Feuchtigkeit aus dem Boden dringt in die Häuser ein.

Maschinen revolutionieren die Landarbeit

Nach und nach verändert sich im 20. Jahrhundert die Landwirtschaft. Mobile Dampfmaschinen, die Dreschmaschinen oder Pflüge antreiben, ersetzen die Arbeitskraft von Menschen und Pferden. Anfangs können sich nur Großbauern und Gutsherren die modernen Landmaschinen leisten. Später kommen sie auch auf kleineren Bauernhöfen zum Einsatz.

"Und alles mit erneuerbaren Energien"

Johanna Böse und Elisabeth Böse-Hartje berichten über die 100 Jahre alte, fortschrittliche Wasserversorgung auf ihrem Hof und die Veränderungen des Landlebens.

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Johanna Böse, Öko-Bäuerin in Eißel an der Weser, erinnert sich an die Zeit, als der Bauernhof ihrer Eltern den ersten Traktor bekam: "Das war so vor 55 Jahren. Da kam hier der erste 'Lanz Bulldog' auf den Hof und wurde mit eingesetzt. Aber viele Arbeiten auf dem Acker machte man nach wie vor mit den Pferden. Da war man den ganzen Tag draußen und lief hinter der Drillmaschine und den Pferden her - Acker rauf, Acker runter."

Traktoren ersetzen menschliche Arbeitskräfte

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Nach und nach setzen sich die Traktoren bei der Feldarbeit durch.

Mit dem Siegeszug der Maschinen werden immer weniger Landarbeiter und Tagelöhner gebraucht. Die heutige Landwirtschaft ist kaum noch vergleichbar mit der Landarbeit früherer Zeiten, erklärt Bäuerin Böse: "Das Blatt hat sich total gewendet. Im Stall und in der ganzen Erntearbeit. Das war früher richtig viel Handarbeit. Das regeln heute große Mähdrescher, große Maschinen, da setzt Du einen drauf, der fährt den ganzen Tag. Und fertig."

Computer statt Melker

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"Heute hat man einen Melkroboter"

Melken ist heute eine Hightech-Angelegenheit, die über den Computer gesteuert wird. Milchbauer Alwin Strothmeyer aus Lohne erklärt, wie das geht. Video (01:20 min)

Nicht nur auf dem Feld, auch in den Ställen hat der technische Fortschritt Einzug gehalten. Wo früher mehrere Melker nötig waren, um die Kühe zweimal täglich von Hand zu melken, ersetzen Melkmaschinen die menschliche Arbeitskraft. "Damals war die ganze Familie im Haushalt, es waren Knechte da, es waren Mägde da, es kamen Aushilfen zum Ernten. Heute bin ich im Betrieb Alleinunterhalter", sagt Alwin Strothmeyer. Er ist Bauer in der 18. Generation. 50 Milchkühe stehen auf seinem Hof im Osnabrücker Land. Dort haben Computer und vollautomatische Melk-Anlagen die Arbeit von einem Dutzend Landarbeitern übernommen.

Übersicht

Landleben gestern und heute

Saftige Wiesen mit glücklichen Tieren und schmucke Dörfer. Romantische Klischees prägen oft das Bild vom Leben auf dem Land. Die Realität sah schon immer anders aus. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | 100 Jahre Landleben im Norden | 25.01.2015 | 11:30 Uhr

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