Stand: 19.02.2014 12:04 Uhr

Mythos Varusschlacht

"Varus, Varus, gib mir meine Legionen zurück!", soll der römische Kaiser Augustus im Jahr 9 nach Christus gerufen haben, als er erfährt, dass mehr als 15.000 römische Soldaten von den Germanen niedergemetzelt wurden. Die vermeintlich unzivilisierten Germanen mit ihrem Anführer Arminius haben die Elitetruppen der 17., 18. und 19. Legion in einen Hinterhalt gelockt und vernichtet. Die Römer sind geschockt - die germanischen Stämme galten ihnen bislang als "Barbaren" und nicht als ebenbürtige Feinde.

Vermutetes Gelände der Varusschlacht in Kalkriese bei Osnabrück © Friso Gentsch, picture-alliance/ dpa Fotograf: Friso Gentsch

Die Varusschlacht - Fakten und Mythen

Kulturjournal -

Anlässlich des 2000. Jahrestages berichtete das Kulturjournal über Ort, Motive und Hintergründe der Schlacht. Was ist historisch gesichert, was Mythos?

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Eine Schlacht schreibt Geschichte

Bis heute gilt die Varusschlacht - auch bekannt als Hermannsschlacht oder Schlacht im Teutoburger Wald - als wichtige kriegerische Auseinandersetzung der Antike. In Deutschland wurde das Geschehen im 19. und 20. Jahrhundert gar mythisch überhöht zur Geburtsstunde der deutschen Nationalgeschichte, Arminius zum ersten deutschen Nationalhelden stilisiert. Doch was geschah in der Varusschlacht genau? Warum gerieten Römer und germanische Stämme aneinander? Und wo fand die Schlacht statt?  

Die Ursachen der Auseinandersetzung

Im Jahr 6 nach Christus bestimmt Kaiser Augustus den römischen General Quintilius Varus zum Oberbefehlshaber am Rhein. Zu dieser Zeit sind die germanischen Stämme bereits ein Sicherheitsproblem für die römische Provinz Gallien. Diese Provinz, mit dem Rhein als Ostgrenze, wollen sie vor den "Barbaren" schützen. Zudem will Rom, so die gängige Auffassung der Historiker, langfristig auch die germanischen Siedlungsgebiete unter seine Herrschaft bringen.

Als Statthalter soll Varus nun auch östlich des Rheins den römischen Machtanspruch demonstrieren. Er spricht römisches Recht und treibt Steuern ein - ganz so, als gehörten die Germanen bereits zur Bevölkerung der römischen Provinzen. Eine Taktik, mit der sich weder Rom noch Varus bei den germanischen Stämmmen beliebt machen - und vermutlich einer der Gründe, warum es zur Varusschlacht kommt.

Eine Kriegslist führt Roms Soldaten in den Hinterhalt

Im September des Jahres 9 nach Christus sind die römischen Truppen unter Varus auf dem Weg von der Weser in ihr Winterlager nach Xanten am Rhein. Sie werden begleitet von einer germanischen Hilfstruppe. Derartige Truppen unterstützten das römische Heer im Kampf und fungierten auch als Kundschafter. Anführer der Hilfstruppe ist der 25-jährige Arminius ("Hermann"), ein Fürst vom Stamm der Cherusker.

Der Sohn aus reichem Hause besitzt das römische Bürgerrecht, ist in Rom zum Offizier ausgebildet worden und gilt als verlässlicher Bundesgenosse. Doch Arminius berichtet Varus, ein Stamm plane den Aufstand - eine Kriegslist. Varus lässt sich davon überzeugen, einen Umweg zu nehmen.

Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 11.05.2009 | 22:30 Uhr

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