Stand: 07.03.2017 10:45 Uhr

Das Ende des Königreichs Hannover

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In Langensalza erinnert ein Reiter-Denkmal an die verlustreiche Schlacht im 19. Jahrhundert.

Die Geschichte des heutigen Niedersachsens ist eng mit der Herrscherfamilie der Welfen und ihren Verbindungen nach Großbritannien verbunden. In Norddeutschland reicht ihr Einflussgebiet zeitweise von Ostfriesland bis in den Raum Göttingen. Zum Königreich unter König Georg IV. wird das Gebiet im Zuge der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress von 1814/15. Doch die Einigung hält nicht lange. 1866 wird zum Schicksalsjahr für das Königreich Hannover, das auf einem Schlachtfeld bei Langensalza untergeht.

Hannover gerät in Bedrängnis

Zwischen den beiden Großmächten Preußen und Österreich entbrennt 1866 ein Krieg um die Vormachtstellung in Deutschland. Das militärisch starke und durch den Deutschen Zollverein - dem Österreich nicht angehört - wirtschaftlich aufstrebende Preußen sieht seine Chance gekommen, die Führung in Deutschland zu übernehmen. 13 Staaten - darunter auch das Königreich Hannover - kämpfen an der Seite Österreichs gegen Preußen und seine 18 vorwiegend norddeutschen Verbündeten. Als preußische Verbände Mitte Juni von Hamburg und Minden auf Hannover vorrücken, versucht die hannoversche Armee nach Süden auszuweichen und sich mit den Truppen seiner Verbündeten zu vereinigen. Bei Langensalza in Thüringen kommt es jedoch am 27. Juni zur Schlacht mit den Preußen, aus der die Hannoveraner zunächst als Sieger hervorgehen. Doch das Gefecht mit den preußischen Verbänden hat die schlecht ausgerüstete hannoversche Armee - die ohne Nachschub weiterhin einer modern ausgerüsteten militärischen Übermacht gegenübersteht - völlig aufgerieben.

Fahne des Königreichs Hannover © Picture-Alliance / dpa

28.06.1866: Kapitulation Hannovers

NDR 1 Niedersachsen -

In der Schlacht von Langensalza besiegen die Hannoveraner zunächst Preußen.

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Die Kapitulation

Am 29. Juni 1866 kapituliert die hannoversche Armee mit Zustimmung König Georg V.. Das Königreich Hannover wird preußische Provinz und verschwindet als selbstständiger Staat von der deutschen Landkarte. Georg geht ins Exil - zunächst nach Wien, später nach Paris. Am 3. Juli 1866 erringen die Preußen dann in der Schlacht bei Königgrätz in Böhmen den entscheidenden Sieg über Österreich. Unter der Führung Preußens kommt es in der Folge 1871 zur Gründung des Deutschen Reiches - dem Österreich nicht mehr angehört. Das einstige Welfengebiet gehört nun zur Provinz Hannover, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Bundesland Niedersachsen aufgeht.

Streit um beschlagnahmten Welfenbesitz

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Georg V. von Hannover und seine Erben kämpfen um den Besitz der Welfen.

Bis zu seinem Tod am 12. Juni 1878 fordert Georg V. die Rückgabe seiner Ländereien. Auch seine Nachkommen halten die Ansprüche gegenüber dem preußischen Staat aufrecht. Erst 1933 spricht das Reichsgericht nach einem langwierigen Prozess dem Haus Hannover rund zehn Millionen Reichsmark Entschädigung sowie den welfischen Stammsitz Schloss Marienburg südlich von Hannover und das Gut Calenberg zu.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 28.06.2014 | 11:20 Uhr

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