Stand: 02.06.2015 21:54 Uhr

Vorchristliche Schätze bei Stade entdeckt

Der Boden Niedersachsens gibt immer mehr Zeugnisse der Vergangenheit preis: Bei Harsefeld im Landkreis Stade haben Archäologen bei Grabungen entdeckt, dass hier schon vor 5.000 Jahren Menschen gesiedelt haben müssen. Die meisten Befunde stammen jedoch aus der Bronze- und Eisenzeit von etwa 1.000 - 500 v. Chr., heißt es in einer Mitteilung des Landkreises. Das Forscherteam um Leiterin Freya Tröger habe bislang eine Vielzahl von Brunnen, Zisternen, Gruben und Feuerstellen dokumentiert.

Fundstücke beweisen aktiven Handelsverkehr

Handel bis zum Balkan?

Herausragend ist laut Mitteilung ein Keramikstempel, der Verbindungen in den süddeutschen Raum oder sogar bis in den Balkan vermuten lässt. Das wäre ein weiteres Indiz dafür, dass bereits vor mehr als 2.500 Jahren ein reger Handelsverkehr über große Entfernungen bestand, da diese Art von Keramik für Norddeutschland bisher unbekannt war. Das älteste Fundstück sei jedoch ein Beil aus Feuerstein: Die Archäologen schätzen, dass das Werkzeug vor etwa 5.000 Jahren hergestellt worden sein muss.

Die Gründer Englands

Und noch etwas lässt sich laut den Forschern aus den Funden ziehen: "Ein unscheinbares Schmuckstück, eine Fibel aus dem 5. Jahrhundert, zeigt die Auswirkungen der Völkerwanderungszeit", sagt Kreisarchäologe Daniel Nösler. Germanen, auch aus dem Stader Raum, waren nach dem Zerfall des Römischen Reiches an der Besiedlung Englands beteiligt und bildeten dort angelsächsische Königreiche. Daher finde man identische Fibeln auch auf der britischen Insel.