Stand: 30.09.2016 13:13 Uhr

Ruhm, Ehre, Geld: Die Geschichte des Nobelpreises

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Alfred Nobel hier eine Aufnahme von 1863 - wurde mit der Erfindung des Dynamits reich.

Der Nobelpreis geht aus einer Stiftung des schwedischen Erfinders und Unternehmers Alfred Nobel hervor. Dieser hatte in seinem Testament vom 27. November 1895 verfügt, dass der größte Teil seines Reichtums in eine Stiftung einfließen und die Zinsen aus dem Stiftungskapital als Preis jenen zukommen sollten, die jeweils "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben", und zwar auf den Gebieten der Physik, der Chemie, der Medizin, der Literatur sowie "an denjenigen, der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat."

Seit 1901 verliehen

Zum ersten Mal wurde der wichtigste Wissenschaftspreis der Welt 1901 in Stockholm verliehen - an den deutschen Medizinwissenschaftler Emil von Behring. Seit dieser Zeit werden alljährlich herausragende Leistungen auf den Gebieten der Physik, Chemie, Medizin, der Literatur und des Friedens gewürdigt. Seit 1969 wird auch der "Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank im Gedenken an Alfred Nobel" verliehen. Das Geld stammt aber nicht aus den Zinsen von Nobels Vermögen, sondern von der schwedischen Reichsbank. Ansonsten gelten für diese Auszeichnung dieselben Vergabekriterien. Der Preis ist auch mit der gleichen Summe dotiert - derzeit sind es umgerechnet gut 800.000 Euro.

Vier Komitees wählen die Preisträger aus

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Festakt zur Übergabe der Nobelpreise 1929 in Stockholm. Damals erhielt Thomas Mann (vorne Rechts) den Literaturnobelpreis.

Offiziell verliehen werden die Preise am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel. Vier Komitees wählen die Preisträger aus: die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften (Physik, Chemie, Wirtschaftswissenschaften), die Nobelversammlung des Karolinska Instituts (Physiologie oder Medizin) und die Schwedische Akademie (Literatur). Den Friedensnobelpreis verleiht das Norwegische Nobelpreiskomitee in der Universität Oslo, während die anderen Preise am selben Tag im Stockholmer Konzerthaus vom schwedischen König überreicht werden. Der Nobelpreis kann maximal an drei Personen verliehen werden, der Friedensnobelpreis auch an Institutionen.

Warum Nobel in seinem testamentarischen Willen den Friedenspreis in Oslo verliehen sehen wollte, ist historisch nicht einwandfrei geklärt. Da zur damaligen Zeit eine Union zwischen Schweden und Norwegen bestand, deren Verhältnis gespannt war, brachte diese Verfügung Nobel von schwedischer Seite den Vorwurf ein, unpatriotisch gehandelt zu haben.

Von Behring und Röntgen erste deutsche Preisträger

Emil von Behring erhielt 1901 für seine Entwicklung eines Serums gegen Diphterie den ersten Nobelpreis für Medizin. Gewinnanteile aus der Serum-Produktion und das Geld für den Nobelpreis steckte Behring 1904 in ein eigenes Unternehmen, die Behringwerke. 1914 gelang ihm die Herstellung eines Tetanus-Serums. Der erste Nobelpreis für Physik wurde 1901 an Wilhelm Conrad Röntgen verliehen. Der Rheinländer hatte 1895 die nach ihm benannten Röntgenstrahlen entdeckt.

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Dieses Thema im Programm:

Ostsee Report | 04.12.2016 | 18:00 Uhr

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