Stand: 29.11.2015 08:00 Uhr

Pionier des Nahverkehrs: HVV ist 50 Jahre alt

von Heiko Block, NDR.de

Bis zu sieben verschiedene Tickets, viel Geduld und eine Portion Abenteuerlust - das brauchten Hamburger früher, wenn sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B kommen wollten. Umsteigen von der U-Bahn in die S-Bahn, von der S-Bahn in den Bus, dann auf die Fähre - und jedes Mal eine neue Fahrkarte kaufen. Fahrpläne, die nicht aufeinander abgestimmt waren, sondern in Konkurrenz zueinander standen. Mit der Gründung des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) am 29. November 1965 wurde dies anders - es war weltweit der erste Verkehrsverbund. Die Hansestadt war damit Pionier und Vorbild für einen integrierten öffentlichen Nahverkehr.

Erinnerungen und Momente aus 50 Jahren HVV

War es zunächst ein Zusammenschluss von vier Unternehmen, arbeiten heute sieben Kreise, drei Länder und 30 Verkehrsunternehmen im HVV eng zusammen. 738 Millionen Fahrgäste waren 2014 im HVV unterwegs - Tendenz steigend.

Historiker Frahm: HVV muss Bedürfnisse analysieren

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Historiker Daniel Frahm schrieb die meisten Texte für die Sonderausgabe des HVV-Magazins zum 50. Geburtstag.

"Seit der Gründung wird beim HVV immer wieder analysiert, wie sich die Bedürfnisse der Fahrgäste entwickeln", sagt Hochbahn-Historiker Daniel Frahm im Gespräch mit NDR.de. "In der Anfangszeit hat man sich zum Beispiel ernsthaft Gedanken über den steigenden Fernsehkonsum und die Auswirkungen auf den Nahverkehr gemacht. 1965 gab es etwa 700.000 TV-Anschlüsse, das wird im ersten HVV-Geschäftsbericht thematisiert. Man hatte Befürchtungen, dass die Menschen abends lieber zuhause bleiben. Auch heute müssen die Verkehrsbetriebe am Puls der Zeit bleiben", so Frahm. Nicht nur technisch mit neuen Fahrzeugen, sondern auch mit neuen Services, wie zum Beispiel Mobiltickets für das Smartphone oder Angeboten wie switchh, das den HVV mit car2go, StadtRAD und Mietwagen verbindet.

Für Frahn ist eine Stadt ein lebender Organismus: "Die Verkehrslinien sind die Lebensadern, die ständig angepasst werden müssen. Der HVV muss sich stetig verändern - sonst würde er keinen Sinn mehr machen." Man müsse immer schauen, wohin Hamburg wachse - und darauf reagieren.

Wichtige Stationen der 50-jährigen HVV-Geschichte:  

  • 1965: Am 29. November wird der HVV gegründet - der erste Verkehrsverbund weltweit. Gesellschafter sind die Hamburger Hochbahn AG (HHA), die Deutsche Bundesbahn (DB) mit S-Bahn und Stadtbussen und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH). Die Hafen-Dampfschifffahrt AG (HADAG) und die Hamburg-Blankenese-Este-Linie sind über die HHA mit dem HVV verbunden.

  • 1967: Am 1. Januar tritt der HVV-Tarif in Kraft. Jetzt gehören auch die Eisenbahngesellschaft Altona-Kaltenkirchen-Neumünster (AKN), die Alster-Nordbahn (ANB) sowie die Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer Eisenbahn Aktiengesellschaft (EBO) und die Deutsche Bundespost (DBP) zum HVV. Die S-Bahn wird von Elbgaustraße bis Pinneberg verlängert. Die ersten Park-and-Ride-Plätze entstehen.

  • 1968: Im gesamten HVV-Gebiet gelten einheitliche Tarifbedingungen und dieselben Preisbemessungsgrundsätze. Fast alle Fahrgäste können nun mit ein und derselben Fahrkarte im gesamten HVV-Gebiet unterwegs sein, ohne beim Wechsel der Verkehrsmittel neue Fahrscheine lösen zu müssen.

  • 1970: Am 1. April wird das HVV-Abo eingeführt. Die 12-Monats-Karte zum Vorzugspreis wird ein Verkaufsschlager: Bis Jahresende sind bereits 20.000 Abonnenten gewonnen. Zum Ticket-Sortiment kommt im Sommer auch die "Familien-Ausflugskarte" fürs Wochenende hinzu.

  • 1972: In Hamburg werden bundesweit die ersten Busfahrerinnen eingestellt. Die Pinneberger Verkehrsgesellschaft (PVG) tritt dem Verbund bei.

  • 1973: Einweihung des Schnellbahnknotens Jungfernstieg, von nun an durchgehender Betrieb der U2 von Hagenbecks Tierpark über Jungfernstieg bis Wandsbek-Gartenstadt. Einführung der Tageskarte.

  • 1975: Die "City-S-Bahn" wird vom Hauptbahnhof bis zum vorläufigen Endpunkt Landungsbrücken in Betrieb genommen. Die Anfang der 1970er-Jahre fertiggestellte Bürostadt City Nord, Arbeitsplatz für fast 30.000 Menschen, erhält im September durch die U-Bahn-Haltestelle Sengelmannstraße eine zusätzliche Bahnanbindung.

  • 1976: Die Känguruh-Karte wird eingeführt, sie ist der Vorläufer der heutigen CC-Karte und war für den Einkaufsverkehr außerhalb der Hauptverkehrszeiten konzipiert.

  • 1978: 300.000 Hamburger nehmen am 30. September bei der letzten Fahrt der Linie 2 Abschied von der Straßenbahn.

  • 1979: Die "City-S-Bahn" ist jetzt vom Hauptbahnhof über Landungsbrücken hinaus bis nach Altona in Betrieb. Die preisgünstigere CC-Karte für Fahrten außerhalb des Berufsverkehrs wird eingeführt. Zudem beginnen die ersten U-Bahn-Fahrerinnen ihre Ausbildung bei der Hochbahn. Darin ist Hamburg bundesweit Vorreiter.

  • 1981: Das Verbindungsstück der "City-S-Bahn" zwischen Altona und Diebsteich wird in Betrieb genommen. Bundesweit erstmalig vereinbart der HVV mit dem 19. Evangelischen Kirchentag die Ausgabe von Kombitickets. So können 300.000 Menschen mit ihrem Teilnehmerausweis den HVV nutzen.

  • 1983: Der erste Teilabschnitt der Harburger S-Bahn zwischen Hauptbahnhof und Harburg Rathaus wird in Betrieb genommen. Verzichten müssen die Hamburger nun allerdings auf Linienfahrten mit Alsterschiffen im HVV-Tarif – auf der Alster werden nur noch Kreuz- und Sonderfahrten angeboten.

  • 1984: Die S-Bahnstrecke südlich der Elbe führt jetzt bis Hamburg-Neugraben.

  • 1985: Erste Kombiticket-Dauerkooperation: Für Musikveranstaltungen in der Alsterdorfer Sporthalle enthalten alle Eintrittskarten die Fahrtberechtigung mit dem HVV.

  • 1989: Erstmals fährt der weltweit modernste U-Bahn-Typ DT4. Der HHV erprobt zudem eine Besonderheit: Die Volksfürsorge schließt das erste Großkundenabonnement ab und stellt ihren Mitarbeitern nun die für das gesamte HVV-Gebiet gültige "ProfiCard" zur Verfügung. Aus dem Test, mit dem große Firmen ihre Mitarbeiter zum Umstieg auf Bus und Bahn anregen sollen, wird ein Erfolg.

  • 1990: Die Verlängerung der U3 bis Mümmelmannsberg ist fertig. Für Touristen wird die Hamburg-Card eingeführt. Sie bietet auch freien Eintritt in Museen und weitere Ermäßigungen.

  • 1991: Die Verlängerung der U2 bis Niendorf Nord wird in Betrieb genommen.

  • 1994: Für Studierende wird das HVV-Semesterticket eingeführt.

  • 1996: Die Umstrukturierung des HVV vom Unternehmens- zum Aufgabenträgerverbund tritt in Kraft. Die HVV GmbH nimmt am 1. Oktober mit 34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Arbeit auf. Die U1 fährt jetzt bis Norderstedt Mitte.

  • 1997: Die HVV-Website (hvv.de) mit der Internet-Fahrplanauskunft geht online. Die S‑Bahn beginnt mit dem Einsatz der neuen Züge des Typs ET 474.

  • 1998: Der HVV erhält ein neues Corporate Design. Die neue Farbkombination Rot-Blau löst Gelb-Schwarz ab.

  • 2001: Ab Juni gibt es das MetroBus-Netz, in dem die wichtigsten Buslinien des HVV zusammengefasst sind und einen Zehn-Minutentakt bis mindestens 21 Uhr bieten.

  • 2002: Am 15. Dezember tritt die Ausweitung des HVV nach Norden in Kraft, zu den bisher elf Verkehrsunternehmen im HVV kommen 15 Unternehmen aus den neuen Gebieten - die Kreise Pinneberg, Segeberg, Stormarn und das Herzogtum Lauenburg - hinzu. Der HVV trägt damit dem Zusammenwachsen der Metropolregion Rechnung.

  • 2004: Am 12. Dezember erfolgt die Ausweitung des HVV nach Süden (Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg). Ab 17. Dezember fahren in Hamburg U- und S-Bahn in den Wochenendnächten durch.

  • 2007: Pendler profitieren ab dem 9. Dezember vom Anschluss des Landkreises Stade ans Hamburger S-Bahn-Netz durch die S-Bahn-Linie S3 von Neugraben über Buxtehude bis nach Stade.

  • 2008: Die Flughafen-S-Bahn wird am 11. Dezember nach jahrzehntelanger Planung eröffnet. Auf allen Schnell- und Regionalbahnhaltestellen wird ein uneingeschänktes Rauchverbot erlassen.

  • 2010: Die Fahrkarte zum Selbstausdrucken ist im HVV-Onlineshop erhältlich. Es ist jetzt auch möglich, alle Einzel-, Tages- und Gruppenkarten direkt am eigenen PC auszudrucken.

  • 2011: "Pünktlich oder Geld zurück": Die HVV-Garantie wird eingeführt. Jeder Fahrgast, der wegen Verspätungen oder Fahrtausfällen mehr als 20 Minuten zu spät kommt, hat einen Anspruch auf Entschädigung - unabhängig von der Ursache der Verspätung. Im September 2011 wird ein generelles Alkoholverbot verhängt.

  • 2012: Start des e-Ticketing: Die HVV-Card kommt. Einführung der HVV-App und des mobilTickets. Die U4 wird eröffnet.

  • Seit 2012: Beschleunigung des barrierefreien Ausbaus der Hamburger Schnellbahn-Haltestellen (1. Stufe 2012-2015; 2. Stufe 2015-2020)

  • 2014: Echtzeitdaten im HVV auf den Schienenstrecken: Bis Ende 2016 sollen zu allen Bussen, Bahnen und Fähren im HVV die aktuellen Informationen zur Verfügung stehen.

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Alles begann mit Pferde- und Straßenbahnen

Hamburgs ÖPNV hat bereits eine lange Tradition. Ab Oktober 1839 fuhren vier Pferdewagen mit je bis zu 13 Passagieren vom Steintor in Hamburg zur Palmaille im damals noch dänischen Altona. Um 1900 hatte Hamburg über 700.000 Einwohner, Pferde- und auch die Straßenbahnen stießen deshalb an ihre Kapazitätsgrenzen. Für Entlastung sorgte 1906 die sogenannte Vorortbahn, eine Erweiterung der bisherigen Verbindungsbahn. Grundlegend modernisiert wurde der ÖPNV durch die 1912 eröffnete Ringlinie, Hamburgs erste U-Bahn. Zusammen mit ersten Buslinien entstand so ein dichtes Netz verschiedener ÖPNV-Systeme - jedoch mit unkoordinierten Fahrplänen und Tarifen.

Weitere Informationen

Chronik der Hamburger Straßen- und U-Bahnen

1866 begann der Pferdebahnbetrieb, 1978 fuhr in Hamburg die letzte Straßenbahn. Seitdem verkehren Busse und U-Bahnen. Mit U 4 und U 5 baut die Stadt das Netz weiter aus. mehr

Die Zersplitterung in verschiedene Betreibergesellschaften war jahrzehntelang ein Problem. Der Senat setzte deshalb 1954 die "Kommission für Verkehrsfragen" ein. Ein Jahr später empfahl diese einerseits neue Stadtautobahnen für den stetig wachsenden Autoverkehr, andererseits den Ausbau des U-Bahn-Netzes.

Hochbahn-Idee war Grundstein für HVV

Da im öffentlichen Nahverkehr die Fahrgastzahlen zurückgingen, regte Hochbahn-Vorstandschef Max Mroß 1960 an, alle im Großraum Hamburg tätigen Verkehrsunternehmen rechtlich, organisatorisch und wirtschaftlich derart eng miteinander zu verbinden, dass die Eigeninteressen weitgehend aufgelöst werden. Ziel: eine Verknüpfung von Linien, Fahrplänen und Tarifen. Auf Grundlage der Hochbahn-Vorschläge begannen Gespräche. Fünf Jahre lang wurde intensiv verhandelt - bis am 29. November 1965 schließlich die Gründung des HVV im Kaisersaal des Rathauses besiegelt wurde.

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Die Unterzeichnung des HVV-Gründungsvertrags (v.l.n.r.): 2. Bürgermeister Engelhard, DB-Präsident Oeftering, 1. Bürgermeister Weichmann, Bundesbahndirektions-Präsident Petzoldt, HHA-Vorstandschef Mroß und VHH-Vorstand Tappert.

Frahm bezeichnet das Papier des Hochbahn-Chefs als HVV-Grundstein: "Das war damals eine innovative Idee. Es war nicht abzusehen, ob sie erfolgreich wird. Aber dann pilgerte plötzlich halb Europa hier nach Hamburg. Experten kamen, um sich über das revolutionäre Modell zu informieren." Der HVV sei Vorreiter gewesen. Selbst in Weltstädten wie London und Paris gab es nichts Vergleichbares.

Letzte Straßenbahn fährt 1978

Im Gegenzug zum Ausbau der S- und U-Bahnen wurde das Straßenbahnnetz in der Hansestadt reduziert. Von einstmals 187 Kilometern im Jahr 1955 waren 1971 nur noch 72 Kilometer übrig, bevor am 30. September 1978 schließlich auch die Linie 2 zu ihrer letzten Fahrt aufbrach und mehr als 300.000 Hamburger auf dem Rathausmarkt Abschied von der Straßenbahn nahmen. Persönlich erlebt hat Frahm die Straßenbahn nicht mehr. "Ich kann mich aber noch an die große Baustelle erinnern vor unserem Haus in der Ludolfstraße, als die Schienen entfernt wurden", so der 37-Jährige.

U4 wurde 2012 eingeweiht - U5 in Planung

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Blick in die Zukunft: 2018 soll die Station Elbbrücken fertig sein.

Um den ÖPNV weiter zu fördern, beschloss die Bürgerschaft 1990 unter anderem den behindertengerechten Ausbau von Haltestellen, die Ausweitung des P+R-Angebots, die Beschleunigung des Busverkehrs, die Modernisierung der Fahrzeuge und den Bau einer S-Bahn zum Flughafen. Diese wurde schließlich im Dezember 2008 eingeweiht. Neues Terrain erschließt seit November 2012 die U-Bahn-Linie 4. Sie führt von Billstedt über Jungfernstieg in die neue HafenCity. An der Fortführung der U4 zu den Elbbrücken wird bereits gearbeitet. Die Fertigstellung ist für 2018 geplant. Auch die U5 ist bereits in Planung.

HVV: Zahlen und Fakten

- 2,5 Millionen Fahrgäste pro Tag
- 783,3 Millionen Fahrgäste im Jahr
- 400.000 Sitz- und Stehplätze im ÖPNV
- 3,35 Millionen Menschen leben im HVV-Gebiet
- 713.000 Abonnenten (72 Prozent Zeitkartennutzer)
- 8.600 Quadratkilometer Verbundgebiet
- 14.723 Kilometer Streckenlänge
- 2.175 Busse im Einsatz
- 56.000 Fahrgäste täglich auf der MetroBus-Linie 5
- 10.100 Haltestellen

An neuen Projekten mangelt es im HVV also nicht. Der Hochbahn-Historiker blickt deshalb zuversichtlich in die Zukunft des Verkehrsverbundes: "Hamburg hat eine große Anziehungskraft. Viele Menschen ziehen in die Stadt. Andere dagegen, weil es zu teuer wird, in die Vororte und in den Speckgürtel. Aber auch die wollen weiter in die Stadt fahren. Deshalb wird der HVV weiter wachsen, das Gebiet wird immer größer."

Defizit wächst - Fahrpreise steigen an

Ärgernis für die HVV-Kunden: Auch die Fahrpreise werden wohl weiter ansteigen. Denn trotz mehr Einnahmen - sie stiegen im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent auf 755,7 Millionen Euro - wächst das Defizit. Der aus den Fahrgeldeinnahmen resultierende Kostendeckungsgrad beträgt nach Angaben des HVV derzeit 72 Prozent. Rund 28 Prozent der Kosten werden mit Zuschüssen aus öffentlicher Hand finanziert. Darin nicht enthalten ist die Förderung großer Infrastrukturprojekte. Werden mehr Fahrkarten verkauft, steigt auch der Zuschussbedarf. Da die öffentlichen Zuschüsse stabil bleiben sollen, müssen die Fahrpreise angehoben werden. Eine mit der heutigen Einzelkarte für den Großbereich vergleichbare Fahrkarte war 1966 übrigens für eine D-Mark zu haben. Heute kostet sie 3,10 Euro - 2011 waren es noch 2,80 Euro.

Werbung und Grafiken aus fünf Jahrzehnten HVV

Nicht alle Planungen und Ideen für Verkehrsprojekte in Hamburg wurden auch umgesetzt. Die Stadtbahn ist vorerst vom Tisch und auch die von privaten Investoren geplante Seilbahn über die Elbe in St. Pauli wurde von der Bevölkerung abgelehnt. In seinen Recherchen zum HVV-Jubiläum stieß Frahm auf ein Verkehrsmittel, was in den 1960er-Jahren zwar geplant, aber nie eingesetzt wurde: eine Kabinenbahn. Diese sollte in etwa fünf Metern Höhe durch Hamburg fahren. In der Innenstadt sollten für das Kabinenbahn-Netz hohe Pfeiler aufgestellt werden. Frahm: "Dieses Vorhaben wurde ernsthaft diskutiert, aber nicht umgesetzt. Es sah nicht schön aus und war wohl auch zu teuer. Zudem hätten nur jeweils zwei bis vier Leute in den Gondeln der sogenannten C-Bahn mitfahren können." Klingt nicht nach einem vielversprechenden Zukunftsprojekt - aber man darf gespannt sein, was den Verkehrsplanern als nächstes einfällt.

HVV-Statistik damals und heute
19672014
Verbundgebiet3.000 Quadratkilometer8.600 Quadratkilometer
Einwohner im HVV-Gebiet2,4 Millionen3,5 Millionen
Verkehrsunternehmen8 (bei Gründung 1965: 4)30
Linien177716
Linienlänge2.243 Kilometer20.317 Kilometer
Streckenlänge1.635 Kilometer14.723 Kilometer
Haltestellen2.18110.123
Fahrgäste406 Millionen738 Millionen
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Der HVV-Linienplan von 1969

Blick zurück in das Jahr 1969. Hier sehen Sie den Fahrplan vier Jahre nach der Gründung des HVV. Klicken Sie auf das Bild, um den Zoom zu aktivieren. mehr

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Der HVV-Linienplan von 2015

So sieht der Fahrplan 50 Jahre nach der Gründung des HVV aus. Klicken Sie auf das Bild, um den Zoom zu aktivieren. mehr

02:38 min

Heimatkunde: Der HVV

28.11.2015 19:30 Uhr
Hamburg Journal

Der Hamburger Verkehrsverbund wurde 1965 per Vertrag ins Leben gerufen. Er war der weltweit erste Verkehrsverbund. Sechs interessante Fakten über den HVV. Video (02:38 min)

Hamburgs Untergrund kommt in Fahrt

1912 eröffnet in Hamburg die erste U-Bahn - eine technische Meisterleistung in nur sechs Jahren Bauzeit. Buchstäblich zügig nimmt eine Erfolgsgeschichte ihren Lauf. mehr

Als in Hamburg noch Straßenbahnen fuhren

Erst zogen Pferde die Wagen, dann kamen Elektromotoren zum Einsatz. Hamburg verfügte einmal über eines der größten deutschen Straßenbahnnetze. Am 1. Oktober 1978 kam das Aus. mehr

In welche Richtung fährt Hamburgs Verkehr?

Wie funktioniert Mobilität 2040? Wie bewegen sich Menschen in Zukunft in Metropolen wie Hamburg fort? NDR.de hat mit HVV-Geschäftsführer Aigner über Projekte und Visionen gesprochen. mehr

Unterwegs in der Zukunft - Hamburg 2040

Gerade für Metropolen wie Hamburg ist die Verkehrsplanung eine der größten Herausfoderungen. Weniger Staus, weniger Lärm, weniger Abgase: Wie werden wir künftig in der Stadt mobil sein? mehr

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Tipp: Hamburg per U-Bahn-Audiotour erkunden

Die Hamburger Linie U3 ist eine der schönsten U-Bahnstrecken Deutschlands. Ein kostenloser Audioguide aus dem Netz informiert über Sehenswertes und Kurioses auf dem Rundkurs. mehr