Stand: 29.08.2017 15:28 Uhr

Grausame Morde im dichten Nebel Londons

The Limehouse Golem
, Regie: Juan Carlos Medina
Vorgestellt von Bettina Peulecke

Serienmörder erfreuen sich vergleichsweise zeitloser Beliebtheit im Kino. Wenn es um das London des 19. Jahrhundert als Schauplatz geht, ist "Jack the Ripper" das bekannteste Beispiel. Das könnte sich jetzt ändern. Mit "The Limehouse Golem" kommt ein Horror-Fantasy-Thriller über einen anderen Serienkiller auf die Leinwand, der atmosphärisch dicht und psychologisch ausgeklügelt ist.

London im ausgehenden 19. Jahrhundert: ein grandioser Tummelplatz für ominöse Gestalten jedweder Art - neblig, dunkel, verrucht, unheimlich.

Morde in pefekter Retro-Kulisse

Um grausame Mörder und glamouröse Music-Hall-Stars geht es in dem herrlich altmodisch anmutenden, prachtvoll ausgestatteten und detailverliebt gefilmten "Limehouse Golem". So wird er genannt, der neue Serienkiller, der scheinbar wahllos tötet und der Polizei und der Öffentlichkeit offenbar selbst Spuren liefert, damit er wahrgenommen wird: "Die Legende vom Golem, kam dadurch die Presse auf den Namen? Unser Mörder war damit offenbar einverstanden. Und wer waren die ersten beiden, beides Straßendirnen? Seltsam ist, es gibt keine Verbindung zwischen ihnen. Männer, Frauen, jung, alt, Juden und Christen, reich und arm. Vielleicht tötet er einfach gerne? Nein, ich wette, hier erzählt uns jemand eine Geschichte."

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Als alternder Rockstar in "Tatsächlich Liebe" wurde er bekannt. Heute gilt Bill Nighy als "coolste Socke seiner Schauspielergeneration". Sein neuester Film: "The Limehouse Golem". mehr

Bill Nighy als Spürnase Kildare

Scotland-Yard-Ermittler Kildare, gespielt von Bill Nighy, hat nicht nur eine besondere Spürnase für komplexe Geschichten, er hat auch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und glaubt längst nicht alle Geschichten, die ihm erzählt werden. In einem Buch in der Bibliothek finden sich Hinweise, die der Inspektor nur mit Hilfe anderer entziffern kann: "'Es waren vier Männer an diesem Tag im Lesesaal, wieso?' Das ist der letzte Eintrag eines Tagebuches, das jemand auf diesen Seiten geführt hat. Waren Sie an diesem Tag hier? (...) Was wissen Sie über John Cree?"

Kildares Assistent George informiert den Inspektor, dass besagter John Cree selbst getötet wurde. Vermutlich von seiner Gattin, die sich als Schlüsselfigur in der "Limehouse Golem"-Story entpuppt.

Ein Psycho-Puzzle in der Music Hall

Ihre Geschichte führt hinter die Kulissen der Londoner Music Hall, zu den Stars, den Intrigen, dem schönen Schein mit seinen hässlichen Facetten. Wie ein moderner Profiler setzt Inspektor Kildare Stück für Stück das Psycho-Puzzle um den Killer zusammen.

Nicht nur in London wird der britische Schauspieler Bill Nighy, bekannt als alternder Rockstar aus "Tatsächlich Liebe", gefeiert. In einigen Kinos ist er bei uns noch als dandyhafter Altmime in "Ihre beste Stunde" zu sehen. Schon streift er als Inspektor Kildare gewohnt nonchalant und brillant durch dunkle Gassen von anno dazumal. Aufregendes und Rätselhaftes erwarte den Zuschauer, der hoffentlich auch einen neuen Eindruck von London bekomme, meint Bill Nighy.

Verschlungener Handlungsstrang mit gelungenem Finale

Erzählerisch begibt sich "The Limehouse Golem" am Anfang manchmal auf einen etwas gewagten Schlingerkurs, dem man nicht problemlos folgt. Wenn das mörderische Millieu Zeugen und Zuschauer spätestens ab der Mitte nicht mehr aus seinen Fängen lässt, kommt das Ende fast zu schnell. Aber ein gelungener Abschlusstwist kommt immer überraschend!

Ein verheerende Blutspur

The Limehouse Golem

Genre:
Thriller
Produktionsjahr:
2017
Produktionsland:
Großbritannien
Zusatzinfo:
mit Olivia Cooke, Bill Nighy, Douglas Booth, Daniel Mays, Sam Reid, Maria Valverde, Eddie Marsan
Regie:
Juan Carlos Medina
Länge:
110 Min.
FSK:
FSK ab 16 Jahre
Kinostart:
31. August 2017

Dieses Thema im Programm:

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