Stand: 11.08.2015 21:29 Uhr

Stade wird zum Hamburg des 12. Jahrhunderts

Die Stader Altstadt wird zum Filmset. NDR und ARTE drehen zwischen Fischmarkt und dem historischen Rathaus Szenen für eine aufwendige Dokumentation über die Geschichte des Hamburger Hafens. Die Regieassistentinnen mit ihren Funkgeräten eilen in kurzen Hosen und Flipflops über das Kopfsteinpflaster der Stader Altstadt - die Schauspieler und Komparsen dagegen schwitzen unter schwerem Tuch, die Gesichter schmutzig, die Haare grau und verfilzt. Hinter der Stader St. Cosmae-Kirche verwandelt sich das Johanniskloster in das Hamburger Gängeviertel. Die Produktionsfirma lobt Stade als idealen Drehort. 70 Komparsen sind dabei, viele aus Stade und Umgebung. Acht Drehtage sind hier eingeplant, zwei weitere auf der Elbinsel Krautsand, wo unter anderem die Hinrichtung von Klaus Störtebeker nachgestellt wird.

Stader Altstadt als Hamburger Gängeviertel

Eine Zeitreise bis 1189

Die 90-minütige Zeitreise unter dem Arbeitstitel "Gigant des Nordens - der Hamburger Hafen" erzählt erstmals die gesamte Geschichte des Hafens von 1189 bis heute. Mithilfe von Inszenierungen, dokumentarischen Sequenzen, Experteninterviews, Archivmaterial und aufwendigen Computeranimationen geht der Film bis in die frühen Anfänge des 12. Jahrhunderts zurück. Die Dokumentation erzählt vom Aufstieg und Fall der Hanse, von der Entwicklung zum Welthafen nach der Entdeckung Amerikas und vom rasanten Wandel des Warenumschlags während der industriellen Revolution. Dabei spannt die Dokumentation immer wieder Bögen in die Gegenwart und zeigt die wiederkehrenden wirtschaftlichen, technischen und sozialen Herausforderungen auf, denen sich der Hafen seit seinen Anfängen in einem permanenten Strukturwandel stellen musste.

Von der Gründung bis zur größenwahnsinnigen "Führerstadt"

Video
03:15 min

Dreh: Stade wird zu historischer Kulisse

12.08.2015 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Eines ist für die Dreharbeiten von "Gigant des Nordens" besonders wichtig: Dreck aus der Dose. Eine Nebenstraße in Stade wird so zum historischen Hamburger Gängeviertel. Video (03:15 min)

Beleuchtet wird aber auch die Alltagsgeschichte der "kleinen Leute" mit ihren oft sehr harten Lebensbedingungen. Spielszenen stellen wichtige Wendepunkte der Hafengeschichte nach: die eigentliche Gründung durch ein angebliches Privileg des Kaisers Barbarossa, die "Franzosenzeit" während der Kontinentalsperre Anfang des 19. Jahrhunderts und die Entscheidung für den Bau eines offenen Tidehafens. Gezeigt wird auch, wie Albert Ballin die Auswanderung revolutionierte, der junge Arzt Bernhard Nocht die Cholera besiegte und wie der erste Elbtunnel gebaut wurde. Nicht realisiert wurden die größenwahnsinnigen Pläne des Architekten Konstanty Gutschow für den Bau einer "Führerstadt"; auch sie sind Thema des Films.

Autorin der Dokumentation ist Cristina Trebbi, Regie führt Stefan Schneider. Als historischer Fachberater ist Prof. Martin Krieger von der Universität Kiel dabei. Hergestellt wird der Film von der Produktionsfirma Gruppe5Film ("Terra X", "Die Deutschen", "Der Primus - Franz Josef Strauß"). ARTE und das NDR Fernsehen zeigen die Doku im kommenden Jahr.

Einem Mann wird eine Filmklappe vor die Nase gehalten. Darauf steht "Gigant des Nordens". © NDR

Making-Of: "Gigant des Nordens"

Hamburg Journal -

In "Gigant des Nordens" spielt der Hamburger Hafen die Hauptrolle - und seine über 1.000 Jahre alte Geschichte. Das Hamburg Journal hat bei den Dreharbeiten mal über die Schulter geschaut.

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