Stand: 18.11.2016 13:59 Uhr

"Arrival": Was wollen die Aliens von uns?

Arrival
, Regie: Denis Villeneuve
Vorgestellt von Katja Nicodemus

Schon seinen letzten Film "Sicario" inszenierte der Kanadier Denis Villeneuve mit einer starken weiblichen Heldin: In "Sicario" spielte Emily Blunt eine Drogenpolizistin an der mexikanisch-amerikanischen Grenze. In seinem Science-Fiction-Film "Arrival" ist seine Heldin eine Linguistin, gespielt von Amy Adams. Im Wettbewerb des vergangenen Filmfestivals von Venedig wurde der Film von Publikum und Kritik gefeiert.

Es sind die schönsten Raumschiffe, die man je in einem Science-Fiction-Film gesehen hat: majestätische schwarze gurkenförmige Objekte. Ihre Größe: fast 500 Meter. Eines von ihnen taucht über einer Wiese im ländlichen Montana auf. Die Medienmaschine läuft an.

Tatsächlich sind die Raumschiffe nicht gelandet. Sie schweben über der Erde, ohne sie zu berühren. Auf allen Kontinenten sind die seltsamen Objekte aufgetaucht. Schon die irritierende Gestalt der Weltraum-Gefährte macht "Arrival" von dem Frankokanadier Denis Villeneuve zu einem unorthodoxen Science-Fiction-Film. Unorthodox ist auch seine Heldin, die Sprachforscherin Louise Banks.

Ungewöhnliche Raumschiffe mit seltsamen Wesen

Auftritt Amy Adams! Abgespannt und übermüdet sitzt sie als Linguistin im Halbdunkel ihres Universitätsbüros. Ein forscher Militär, gespielt von Forest Whitaker, bringt ihr eine Aufnahme. Amy Adams verleiht ihrer Figur den angenehmen Ehrgeiz eines Menschen, dem es wirklich um die Sache geht. Entgegen der Anweisung des Militärs tritt sie den Außerirdischen ohne Helm und Maske gegenüber.

Auch diese Aliens hat man so noch nie in einem Science-Fiction-Film gesehen. Sie treten auf in ihrer eigenen nebelhaften Atmosphäre und sehen aus wie eine Kreuzung aus Hand und Oktopus. Sie haben sieben Beine und ihre Sprache besteht aus kreisförmigen Strukturen, die frei im Raum schweben. Wie Tinte fließen die rätselhaften Zeichen auseinander.

Annäherung an das Fremde

Louise Banks ist in ihrem Element. Gebannt sieht man ihr zu, wie sie mit Schautafeln und Abbildungen von Symbolen Kontakt zu den Außerirdischen aufnimmt. Wie sie versucht, ihre Wahrnehmung, ihre gedanklichen Konzepte zu erkunden.

Louise Banks arbeitet bei dieser Mission zusammen mit dem Physiker Ian, gespielt von Jeremy Renner. Die beiden kommen sich näher. Sie bilden eine Einheit, ein seelenverwandtes Team, das mit meditativer Ruhe arbeitet - während draußen die Militärs immer ungeduldiger werden, auf Ergebnisse pochen.

Spannende Mischung aus Verstand und Intuition

"Arrival" zieht seine Spannung aus zwei gegensätzlichen Atmosphären. Auf der einen Seite die Regierungsvertreter im Militärcamp, verbunden mit den politischen Lenkern der Erde. Eine Männerwelt, die der Logik des Invasionsfilms gehorcht. Auf der anderen Seite eine Wissenschaftlerin, die mit einer Mischung aus Verstand und Intuition eine geradezu telepathische Verbindung zu den Aliens aufnimmt.

"Arrival" ist auch eine Geschichte über die Angst vor dem Fremden. Und über die Möglichkeit, diese Angst durch Verständigung zu überwinden. Den beiden Wissenschaftlern bleibt dafür allerdings nicht viel Zeit. Der Countdown des Invasionsfilms läuft.

Denis Villeneuve gelingt es mit "Arrival", den Science-Fiction-Film noch einmal neu zu sehen: als spannungsvolle Geschichte einer Frau, deren Welt sich durch den Kontakt mit dem Fremden auf grundlegende und überraschende Weise verändern wird.

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mit Audio

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Arrival

Genre:
Science Fiction
Produktionsjahr:
2016
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Amy Adams, Jeremy Renner, Forest Whitaker
Regie:
Denis Villeneuve
Länge:
116 min
FSK:
FSK ab 12 Jahre
Kinostart:
24. November 2016

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 24.11.2016 | 07:20 Uhr

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