Stand: 19.09.2017 14:00 Uhr

Richard Gere träumt als "Norman" vom Erfolg

Norman
, Regie: Joseph Cedar
Vorgestellt von Krischan Koch

"American Gigolo - Ein Mann für gewisse Stunden" machte Richard Gere 1980 zum Star und prägte sein Image. Es folgten "Ein Offizier und Gentleman" und "Pretty Woman". Mittlerweile ist der bekennende Buddhist im reiferen Rollenfach angekommen. In dem Film "Norman" spielt er einen erfolglosen jüdischen Geschäftsmann in New York.

Norman Oppenheimer (Richard Gere) und Micha Eshel (Lior Ashkenazi) betrachten ein Paar Schuhe im Schaufenster eines Geschäfts - Szene aus dem Film "Norman" © © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

Filmtrailer: "Norman"

Joseph Cedars Film "Norman" ist eine herrlich schillernde Tragikomödie über Politik, Korruption und Freundschaft. Facettenreich spielt Richard Gere Normans verzweifelten Kampf um Anerkennung.

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Auf der Jagd nach dem großen Geschäft

Sein Leben lang träumt Norman Oppenheimer vom ganz großen Geschäft. Bisher vergeblich. Doch das kann Norman (Richard Gere) nicht davon abhalten, unermüdlich in den Straßen Manhattans unterwegs zu sein und neue Kontakte zu knüpfen. Er geriert sich als einflussreicher Strippenzieher in der New Yorker Geschäftswelt. Doch in Wahrheit ist Norman eine recht traurige Figur. Einsam hetzt der freundliche ältere Herr im Kamelhaarmantel und mit grauer Schlägermütze durch die Stadt. Er hat ständig sein Handy am Ohr und wirft mit Visitenkarten um sich, um den großen Deal einzufädeln.

Nach erfolglosen Jahren wittert Norman jetzt seine große Chance. Er lernt den vielversprechenden israelischen Nachwuchspolitiker Micha Eshel kennen. Wenig später wird dieser Eshel in Israel tatsächlich Premierminister. Normans große Stunde scheint gekommen. Er macht etlichen Leuten Versprechungen, die er allerdings nicht einhalten kann. Seinen Neffen und einen befreundeter Rabbi (Steve Buscemi) reißt er fast in den Ruin. Weil Eshel unerlaubte Geschenke angenommen hat, läuft eine parlamentarische Untersuchung. Normans New Yorker Geschäftspartner wenden sich von ihm ab.

Eine wenig sympathische Hauptfigur

Der amerikanisch-israelische Regisseur Joseph Cedar entfaltet ein Netz politisch-geschäftlicher Verwicklungen. Um die Umtriebigkeit seines Helden zu verdeutlichen, nutzt der Film originelle tricktechnische Effekte. So zeigt er Norman auf ein und demselben Sessel in immer anderer Umgebung mit anderen Geschäftspartnern und wenn er telefoniert, stehen diese plötzlich neben ihm. Überall wittert Norman wichtige neue Kontakte, selbst bei der Sitznachbarin im Zug.

Er macht sich wichtig, er lügt und missbraucht das in ihn gesetzte Vertrauen. Sonderlich sympathisch ist dieser Norman Oppenheimer eigentlich nicht. Trotzdem fiebern wir mit ihm mit, wenn er sich durch seinen Beziehungsdschungel laviert. Richard Gere gelingt das facettenreiche Porträt eines Mannes, der ständig ungebeten auftaucht und den meisten ziemlich auf die Nerven geht. Eine herrlich schillernde Tragikomödie über Politik und Korruption, Freundschaft und den verzweifelten Kampf um Anerkennung.

Szenenbilder aus dem Film "Norman"

Norman

Genre:
Drama
Produktionsjahr:
2017
Produktionsland:
USA, Israel
Zusatzinfo:
mit Richard Gere, Michael Sheen, Charlotte Gainsbourg
Regie:
Joseph Cedar
Länge:
119 Min.
Kinostart:
21. September 2017

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 21.09.2017 | 07:20 Uhr

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