Stand: 11.01.2016 17:57 Uhr

Norden soll Filmstandort erster Klasse werden

Die neue Geschäftsführerin der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH), Maria Köpf, will die den Norden zum Filmstandort erster Klasse ausbauen. Dazu gehöre es, mehr spannende internationale Großprojekte wie etwa den 2013 hier gedrehten Spionagethriller "A Most Wanted Men" in die Region zu holen, sagte Köpf als sie sich am Montag der Presse vorstellte. Als weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sieht sie die Nachwuchsförderung - auch in engem Kontakt mit den beiden Hamburger Filmhochschulen - sowie eine starke Vernetzung vor allem mit den dänischen Partnern. Die 53-Jährige, die unter anderem als Produzentin gearbeitet hat, trat ihr Amt als Nachfolgerin von Eva Hubert zum 1. Januar an. Hubert war in den Ruhestand gegangen.

Viel Potenzial im Norden

Die FFHSH unterstützt Kino- und Fernsehfilme aller Genres und Längen, gern auch Experimentelles, und verfügt über einen Jahresetat von rund elf Millionen Euro. Im Ranking der Förderungen stehe die FFHSH nach Ländern wie Berlin-Brandenburg und Bayern an sechster Stelle, so Köpf. Sie sieht im Norden viel Potenzial. "Es gibt tolle Produzenten in Hamburg, tolle Drehorte nicht zuletzt an der schleswig-holsteinischen Küste und ein Förderungs-Team, das für seine große Flexibilität und Zugewandtheit bekannt ist", sagt die in München geborene FFHSH-Chefin. Wichtig sei ihr dabei, die Kommunikation vor Ort unter den Kreativen, aber auch die Kommunikation über Filme in der Öffentlichkeit weiter zu intensivieren: "Insgesamt möchte ich das Bewusstsein für Film stärken und mehr in den Vordergrund rücken."

 Köpf will Hamburg stärker ins Kino bringen

Die Stadt Hamburg komme bislang mehr im Fernsehen als im Kino vor, meinte Köpf. Um das zu verbessern, plane sie auch eine engere Zusammenarbeit mit Hamburg Tourismus und Hamburg Marketing. "Filme sollten zwar nicht primär Standortwerbung betreiben", betonte die FFHSH-Geschäftsführerin, "doch es gibt oft Synergie-Effekte, wenn eine Produktion erfolgreich ist, die in der Stadt spielt". Köpf unterstrich, dass sich die Kinos derzeit als Leitmedium durch die digitalen Medien bedroht fühlten. Daher könne sie sich vorstellen, eine Zusammenarbeit zwischen Lichtspielhäusern und Online-Plattformen anzuregen. "Man könnte über ein Modell nachdenken, bei dem ein Kinofilm, der in den Medien gut besprochen, aber im eigenen Ort nicht gezeigt wird, über das Internet ansehbar ist", meinte Köpf.

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Für Tom Tykwers Kinohit "Lola rennt" war Maria Köpf mitverantwortlich.
 Studium in Berlin und New York

Maria Köpf studierte amerikanische Literatur sowie Film- und Theaterwissenschaften in Berlin und New York. Ihre berufliche Laufbahn begann Köpf im Programmkinobereich, beim Filmverleih und schließlich in der Produktion. So war sie bei X-Filme Creative Pool in Berlin für Tom Tykwers Kinohit "Lola rennt" mitverantwortlich. 2007 übernahm sie die Geschäftsführung der Zentropa Entertainments in Berlin. Vernetzt ist Köpf außerdem in zahlreichen Gremien und sitzt im Vorstand der Deutschen Filmakademie.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 08.01.2016 | 19:30 Uhr

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