Stand: 20.08.2017 10:15 Uhr

Hannelore Hoger: Rotschopf mit Tiefgang

"Ich identifiziere mich nie mit einer Rolle. Um zu spielen, brauche ich Distanz. Ich muss mich hineinversetzen in eine Figur, in die angeforderten Situationen", sagte Hannelore Hoger einmal in einem Interview mit der "Welt". Distanziert und kühl - so erleben sie die Zuschauer in ihrer bekanntesten Rolle, der Polizistin Bella Block in der gleichnamigen ZDF-Krimiserie. Seit 1993 verfolgt die eigenwillige Hamburger Komissarin Bella Block unerbittlich Verbrecher und Mörder. 1994 bekam Hoger dafür den Adolf-Grimme-Preis in Gold und 1996 den Goldenen Löwen als beste Schauspielerin (für den Fernsehfilm "Liebestod"). Doch nun soll Schluss sein. Im Herbst soll die letzte Bella-Block-Folge ausgestrahlt werden.

Schauspielerin Hannelore Hoger zu Gast in der NDR Talk Show am 13.12.2013 © NDR/Uwe Ernst Fotograf: Uwe Ernst

Schauspielerin Hannelore Hoger

NDR Talk Show -

In ihre Autobiografie "Ohne Liebe trauern die Sterne" erzählt Hannelore Hoger mit großer Offenheit Geschichten und Anekdoten aus ihrem ereignisreichen Leben.

3,4 bei 5 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

75. Geburtstag im Stillen

Die Theater- und Filmschauspielerin wird am 20. August 1942 in Hamburg geboren und feierte am Sonntag ihren 75. Geburtstag. Ein Termin, über den sie nicht so gern redet, um den sie kein großes Aufheben machen will. Der "Bild am Sonntag" sagte sie dazu: "Ich veranstalte kein großes Fest, sondern feiere mit meiner Tochter Nina."

Früher Schauspielstart

Ihre Mutter ist Schneiderin, ihr Vater Schauspieler und Inspizient am Ohnsorg-Theater. Sie hat zwei Schwestern. Mit 15 beschließt sie, Schauspielerin zu werden. Nach dem Realschulabschluss beginnt Hannelore Hoger 1958 mit nur 17 Jahren ihre Schauspielausbildung an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater.

Das Multi-Talent

Bild vergrößern
Hannelore Hoger und Götz George im Fernsehfilm "Die Katze" (2006)

Schon zwei Jahre später erhält sie ihr erstes festes Engagement am Stadttheater Ulm. Hier beginnt die Zusammenarbeit mit jungen aufstrebenden Regisseuren, darunter Peter Zadek. In seinen Inszenierungen spielt sie unter anderem Emma Mörschel in Falladas "Kleiner Mann, was nun?" (1972) und den Narren in Shakespeares "King Lear" (1974). Prägend ist für sie auch die Zusammenarbeit mit dem argentinischen Regisseur Augusto Fernandez. In Hamburg spielt sie unter Fernandez' Regie die Irina in Tschechows "Die Möwe" (1984). In den 80er-Jahren ist die Schauspielerin an den Theatern in Wien, Hamburg, Berlin, Köln und Düsseldorf zu sehen.

Von der Bühne zum Film

Bild vergrößern
Hannelore Hoger als Gast in einer Talkshow.

1965 hat sie in "Zeitsperre" ihr Fernsehdebüt. Wie auf der Bühne, so spielt Hoger auch in Filmen lieber ungewöhnliche Rollen. In ihrem ersten politischen Film "Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos" von Alexander Kluge (1968), spielt sie die Rolle der Trapezkünstlerin Leni Peickert. In den Kinoproduktionen "Die Patriotin" (1979) und "Die Macht der Gefühle" (1983), ebenfalls von Alexander Kluge, übernimmt Hoger die Hauptrollen. Regisseur Volker Schlöndorff dreht mit ihr außerdem "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" (1976) und Helmut Dietl die Gesellschaftssatire "Rossini" (1997), in der Hannelore Hoger in der Rolle der Journalistin Charlotte zu sehen ist. Trotz ihrer vielen Engagements führt sie auch Theaterregie. Außerdem ist sie in Hörspielen, auf Hörbüchern und in Lesungen zu hören.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 20.08.2017 | 14:00 Uhr

Mehr Kultur

28:30

2852 Pfeifen für Neubrandenburg

20.12.2017 18:15 Uhr
NDR Fernsehen
04:43

Theodor Storm: Wehmut an Weihnachten

17.12.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
06:00