Stand: 10.10.2017 15:37 Uhr

Fixes Mundwerk - Schauspielerin Caroline Peters

von Heide Soltau

Die Schauspielerin Caroline Peters gehört seit vielen Jahren zum Ensemble des Wiener Burgtheaters, gastiert aber auch an anderen Bühnen, wenn ein Projekt sie interessiert. Und sie dreht Filme und Fernsehserien, viele kennen sie als schlagfertige Kommissarin Sophie Haas aus der Serie "Mord mit Aussicht". Im Rahmen des Hamburger Theater Festivals ist Caroline Peters in "John Gabriel Borkman" von Henrik Ibsen zu sehen. Für die Rolle der verrückten Ella wurde sie als Schauspielerin des Jahres ausgezeichnet.

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Caroline Peters bei Klassik à la carte

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Schaupielerin Caroline Peters ist bekannt als Kommissarin aus "Mord mit Aussicht", sie spielt zudem gern auf Theaterbühnen, etwa beim Theaterfestival in Hamburg.

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Viele Zuschauer trauern der komödiantischen Krimi-Serie "Mord mit Aussicht" immer noch nach und freuen sich über jede Wiederholung. Caroline Peters als schlagfertige, schräge Provinz-Kommissarin Sophie Haas - das passte. "Es ist immer leicht, in der Nische was Tolles zu machen. Aber so ganz vorn an der Front vom Mainstream ist es irgendwie schwieriger, wie ich festgestellt habe." Das habe sie sich so nicht vorgestellt, sagt die Schauspielerin.

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Sophie Haas (Caroline Peters) und Dietmar Schäffer (Bjarne Mädel) haben endlich eine heiße Spur im Mordfall Ines (Szene aus "Mord mit Aussicht").

An die Dreharbeiten mit Bjarne Mädel und Meike Droste denkt sie gern zurück. Man muss nicht eng befreundet sein, um toll miteinander zu spielen, aber die Chemie muss wenigstens stimmen, betont Caroline Peters: "Es gibt dieses Phänomen, dass man jemanden ganz hervorragend findet auf der Bühne oder im Film und total zum Kotzen findet - privat. Mit dieser Person würde ich im Leben keinen Film drehen wollen."

Die Rollen des Lebens in Perfektion

Caroline Peters geizt nicht mit Offenheit. Aufgewachsen ist sie als Tochter eines Psychiaters in Mainz und Köln. Offenbar ein fruchtbares Umfeld für gute Schauspieler. Denn Psychiater war auch der Vaters ihres Kollegen Joachim Meyerhoff, der wie sie zum Ensemble des Wiener Burgtheaters gehört. "Ja, ich habe auch mit Joachim schon zusammengesessen, wir müssen uns jetzt mal eine coole Antwort dafür zurechtlegen. Wir sind auf keine Lösung gekommen. Aber vielleicht wird einem ja als Psychiaterkind bewusst, dass alle irgendwie was spielen, und man möchte das dann in die Perfektion treiben", erklärt Peters.

Ihre Karriere verlief, so scheint es, geradezu märchenhaft. Schon bevor sie ans Burgtheater kam, hat Caroline Peters in renommierten Häusern gespielt: an der Berliner Schaubühne, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, in Zürich und Düsseldorf. Aber das war nicht immer so, verrät sie: "Ich konnte lange Zeit nicht viele Leute davon überzeugen, dass das, was ich mache, sehenswert sein könnte."

Karrieresprung dank René Pollesch

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Sie hatte sich schon in Berlin an der Uni immatrikuliert, um Theaterwissenschaft zu studieren, als sie über ein Nachrückverfahren im Saarland einen Ausbildungsplatz bekam. Aber auch nach der Schauspielschule ging es zunächst eher schleppend voran. Ihren Durchbruch verdankt sie dem Dramatiker und Regisseur René Pollesch, der mit seinen schrägen Hochgeschwindigkeitsstücken in den 90er-Jahren die Theaterwelt umzukrempeln begann. "Das war für mich die Befreiung von allem, was ich vorher als bedrückend und 'du wirst es nie schaffen' empfunden habe. Im klassischen Repertoire, da muss die junge Schauspielerin ein Gretchen sein, und die muss irgendwie lieblich sein und rührend und anrührend. Ich war alles das nicht. Ich hatte immer kurze Haare, sah immer aus wie ein Junge, ich war immer zu laut, ich war immer zu schnell, das war immer alles ganz unpassend und da war das auf einmal alles eine Qualität."

Caroline Peters setzt Akzente

Davon profitiert das Publikum bis heute. Caroline Peters setzt markante Akzente, auch wenn sie inzwischen nicht mehr wie ein Junge aussieht und die Haare lang trägt. Die Schauspielerei sei etwas für Abenteurer, sagt sie. Die Wege verlaufen nicht geradeaus und ein Anrecht auf Glamour gibt es nicht. "Weil wir ein Tagesgeschäft machen und ein Saisongeschäft. Und auch ein Beliebtheitsgeschäft. Man ist nicht immer gleich beliebt, genau wie ein Politiker auch nicht. Man ist auch nicht immer gleich jung. Früher oder später wird man ausrangiert und es kommen andere dran. Und dann kommt man vielleicht an einer anderen Stelle unerwartet wieder rein."

Klare Worte einer Schauspielerin, die auf der Bühne ebenso überzeugt wie im Film.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 10.10.2017 | 10:10 Uhr

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