Stand: 01.08.2017 12:13 Uhr

"Survival" - die Affensaga geht weiter

Planet der Affen 3: Survival
, Regie: Matt Reeves
Vorgestellt von Anna Wollner

Die Science-Fiction-Filmreihe "Planet der Affen" mit Charlton Heston in der Hauptrolle war Ende der 60er- Anfang der 70er-Jahre Kult. Eben jene Serie in der die Affen die Menschheit als Herrscher über die Erde verdrängt haben 2011 gab es mit "Planet der Affen: Prevolution" in Hollywood den Versuch, die Vorgeschichte der Affensaga zu erzählen. Nun kommt mit "Planet der Affen 3: Survival" der vorerst letzte Teil der Reihe ins Kino.

Kampf um Menschlichkeit

Abkehr vom Schlachtengemetzel

"Affen. Gemeinsam. Stark." - Es ist ein eindrucksvoller Slogan der Affen, noch nicht mal eine direkte Kampfansage, sondern eine Motivation für Zusammenhalt unter den Tieren.

Regisseur Matt Reeves macht in "Planet der Affen 3: Survival" vieles richtig. Denn statt sich und seinen letzten Film effektetechnisch selbst übertrumpfen zu wollen, reduziert er die epischen Schlachten und erzählt eine kleine, fast schon intime Geschichte im Westernstil: Eine Handvoll Affen, eben um den Schimpansen Caesar, versuchen in den Wäldern vor San Francisco ihre von Menschen entführte Familie zu finden und zu befreien.

Matt Reeves zeichnet ein sehr dystopisches Bild im Stile von "Apocalypse Now" - Ape-Ocalypse Now, wie man fast schon scherzhaft sagen kann. Der Film ist grau, düster und es wird wenig gesprochen. Die entführten Affen werden in einer Art Arbeitslager gefangen, sind ausgemergelt, ihr Fell ist schmutzig, verbrannt, sie sind von Narben übersät und haben doch ein emotionales Spiel, dass die Grenzen der Wahrnehmbarkeit zwischen Mensch und Tier verschwimmen lässt.

Serkis plädiert für Empathie

Für Caesar-Darsteller Andy Serkis der Höhepunkt des Films: "Es geht im Film um Empathie", erklärt er. "Vor allem aber um die Auswirkungen, wenn wir die Empathie im gemeinsamen Miteinander aus den Augen verlieren und uns selbst als vorherrschende Rasse sehen. Wenn wir so weitermachen wie bisher, das Gleichgewicht aus der Balance werfen und Andersartigkeit als Feindbild aufbauen, bringen wir uns selbst in eine schwierige Lage. Wir spielen nicht nur ausschließlich auf die Gegenwart an, wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass unsere derzeitigen Regierungschefs nicht unbedingt Vorbilder für empathisches Führen sind. Wir leben in einer Welt, in der wir den Bezug zur Realität verloren haben."

Das letzte Kapitel einer langen Reise

Die Affen wurden mit dem Motion Capture Verfahren erschaffen - einer Technik, die unter anderem schon bei Gollum aus "Der Herr der Ringe" oder "King Kong" angewendet wurde. Beim Dreh trägt Andy Serkis als Caesar nicht nur einen mit Markern besetzten Anzug, sondern auch eine Helmkamera und Punkte im Gesicht, die jede Regung, jedes Muskelzucken aufnimmt und hinterher digital auf den Affen überträgt. Bei Caesar hat er zudem noch die seltene Möglichkeit eine Figur über ein ganzes Leben lang zu spielen.

"Die Figur Cesar ist mir die letzten drei Filme richtig ans Herz gewachsen. Denn es ist sehr selten, dass man als Schauspieler die Möglichkeit bekommt eine Figur von der Geburt bis ins hohe Erwachsenenalter spielen zu können. Dabei geht es mir gar nicht so sehr um das körperliche Erwachsenwerden, das Altern, sondern um die komplette Entwicklung des Charakters. Die Entwicklung vom Schimpansen Baby zu einem Affen, der menschliches Verhalten an den Tag legt. Für mich geht hier das letzte Kapitel einer langen Reise zu Ende", so Andy Serkis.

Eine Reise, die als düsterer Kriegsfilm endet und mit dem Ansatz komplett aus der Sicht der Affen zu erzählen, zum intelligentesten gehört, was die großen Sommerblockbuster in diesem Jahr zu bieten haben.

Porträt

Andy Serkis: Gollums wahres Gesicht

Seinen Rollen leiht er Körper, Stimme, Gefühle, aber selten sein Aussehen: Denn Andy Serkis kennt man als Gollum, King Kong und Anführer Caesar aus dem "Planet der Affen". Ein Porträt. mehr

Planet der Affen 3: Survival

Genre:
Action
Produktionsjahr:
2017
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Andy Serkis, Woody Harrelson, Steve Zahn, Terry Notary, Karin Konoval, Amiah Miller, Judy Greer, Michael Adamthwaite
Regie:
Matt Reeves
Länge:
140 min
FSK:
FSK ab 12 Jahren
Kinostart:
3. August 2017

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 02.08.2017 | 06:40 Uhr

Weitere Kinoneustarts der Woche

Flucht aus dem Familien-Clan

Die Cutlers begehen Raubzüge um zu überleben, doch Sohn Chad möchte aussteigen. "Das Gesetz der Familie" erzählt von einem Vater-Sohn-Konflikt innerhalb eines Gangster-Clans. mehr

Die Zweifel Alberto Giacomettis

"Final Portrait" von Stanley Tucci ist ein melancholisch-komisches Kammerspiel über die Entstehung von Kunst mit Geoffrey Rush als zauseligem Künstler Alberto Giacometti. mehr

extra3

02:17

Making-of "Planet der Waffen"

20.08.2014 22:50 Uhr
extra 3

Unzählige Statisten, tausende Waffen, ein Milliarden-Budget, das sind die Zutaten für einen Action-Movie, der einem den Atem stocken lässt. Zum Glück ist das nur ein Film. Video (02:17 min)

Mehr Kultur

02:53

Russische Premiere für Zarenfilm "Matilda"

23.10.2017 09:20 Uhr
NDR Kultur
55:26

Jazz NDR Bigband: João Bosco & NDR Bigband

22.10.2017 22:05 Uhr
NDR Info
51:47

Hörspiel: Mein Herz ist leer

22.10.2017 21:05 Uhr
NDR Info