Stand: 11.02.2013 14:47 Uhr

Interview mit den Machern von "DeAD"

Mit seinem Regiedebüt für die Krimikomödie "DeAD" gelang dem Hamburger Sven Halfar die Einladung zur Berlinale. Am 10. Februar 2013 feierte der von der Filmförderung Hamburg/ Schleswig-Holsten geförderte Film im Rahmen der "Perspektive Deutsches Kino" eine umjubelte Weltpremiere in Anwesenheit sämtlicher Darsteller, der Crew und natürlich der Macher. NDR.de sprach vor der Premiere mit dem Drehbuchautor und Regisseur Sven Halfar und der Produzentin Rike Steyer.

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Produzentin Rike Steyer, Regisseur Sven Halfar und die Darsteller Ruby O. Fee und Niklas Kohrt (von links) bei der Weltpremiere in Berlin.

Wie viel Hamburg steckt in diesem Film?

Rike Steyer: Hundert Prozent und noch mehr. Der wurde komplett in Hamburg gedreht, das Team ist auch fast nur aus Hamburg, Sven Halfar und ich sind Hamburger.

Dennoch ist die Hansestadt im Film kaum zu erkennen...

Sven Halfar: Zum Stil war es uns wichtig, universelle Locations zu haben und nicht dieses Deutsche im Film in den Vordergrund zu stellen. Mir ist es wichtig, eine eigene Welt zu schaffen, und da passen keine Stoppschilder und keine deutschen Autos hin.

Steyer: Der Film spielt auch hauptsächlich in einem Haus, das könnte theoretisch überall stehen.

Der visuelle Stil und die Geschichte der Abrechnung eines Sohnes mit seiner Familie erinnern etwas an "Das Fest" von Thomas Vinterberg oder "Clockwork Orange" von Stanley Kubrick...

Halfar: Schön, dass Sie das so sehen, aber das ist nur der erste Eindruck. Wenn man die Essenz des Films sieht und nicht nur die Atmosphäre und das Äußerliche, ist es doch etwas sehr Eigenes, das wir geschaffen haben.

Was hat der Film gekostet?

Steyer: Wir haben den Film privat finanziert, niemand der mitgemacht hat, hat Geld dafür bekommen. Wir sind stolz darauf, dass wir das so hinbekommen haben, möchten aber beim nächsten Film mehr Geld haben. Deswegen verraten wir lieber nicht, wie viel wir hatten.

Wie lange haben Sie gedreht?

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Hauptdarsteller Tilman Strauß (li.) und Regisseur und Drehbuchautor von "DeAD" Sven Halfar bei der Premierenfeier auf der Berlinale

Steyer: Wir hatten 22 Drehtage und haben dann ein bisschen nachdrehen dürfen. Das ist sehr wenig für einen so langen Film.

Es gibt einen prägenden Song in mehreren Szenen, "Oh Johnny" von Jan Delay. Wie sind Sie drauf gekommen?

Halfar: Es gab im Drehbuch eine Tanzszene und da es ein Hamburger Film ist, war es uns wichtig, einen Hamburger Sänger zu nehmen. Es musste eine Tanzmusik sein, auf die man eine gute Performance machen kann. Dann hat Rike Steyer mit Delays Produzenten verhandelt und die fanden den Film so toll, dass wir den Song mehr oder weniger für einen warmen Händedruck zur Verfügung gestellt bekommen haben. Daraufhin haben wir die Tanzperformance für mehrere Wochen für diesen Song einstudiert.

Sie haben die Berliner Schauspieler, Tilman Strauß und Niklas Kohrt als Hauptdarsteller und weibliche Rollen mit Judith Rosmair und Suzanne von Borsody besetzt. Wie lief das Casting ab?

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Viel Applaus gab es für das Team von "DeAD" bei der Weltpremiere auf der Berlinale 2013.

Steyer: Wir haben mit der Casterin Suse Marquardt zusammengearbeitet, die hat uns viele der Mitwirkenden vorgeschlagen. Suzanne von Borsody ist kurzfristig dazugestoßen, weil jemand  abgesprungen ist. Die hat das Buch bekommen und fand das so super und hat gesagt, die will das machen. Es sind ziemlich viele Berliner dabei.

Halfar: Wir haben auch in Hamburg viele Theater abgeklappert, um da neue, andere Darsteller zu bekommen. Es war uns wichtig, unverbrauchte Gesichter zu benutzen, die unser Konzept unterstützen: Einen Film zu machen, der eine eigene Atmosphäre hat, der Gesichter hat, die man nicht mit anderen Rollen und anderen Filmen in Verbindung bringt. Es tut manchmal gut, mutig zu casten. Es gibt genügend gute Schauspieler in Deutschland, man muss nicht immer auf die üblichen Verdächtigen zurückgreifen.

Wann soll "DeAD" ins Kino kommen?

Steyer: Wir haben den Film noch nicht verkauft. Der hat keinen Verleiher, kein Weltvertrieb, keinen Sender. Wir würden den gerne ins Kino bringen, dafür haben wir ihn ja gemacht, damit ihn ganz viele Leute gucken können.

Das Interview führte Patricia Batlle, NDR.de

Der Film "DeAD" kam im Februar 2014 bundesweit ins Kino.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue Filme | 12.02.2013 | 14:20 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/kultur/film/100-Prozent-Hamburg-in-DeAD,dead109.html

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