Stand: 06.06.2017 13:43 Uhr

Haydns "Schöpfung" - plakativ und opulent

von Katja Weise

Ein Engel in Badehose, Adam und Eva im Aquarium, ein Flüchtlingschor, der am Ufer strandet - La Fura dels Baus setzt auf bilderreiche Überwältigung: Lichtkreise, sich stetig verändernde Strukturen. Schon während der Ouvertüre entstehen auf großen, sich überlagernden, verschiebbaren Leinwänden immer wieder neue Licht-Bilder, bis irgendwann auch der Chor singt.

Vertriebene sind diese Sänger, ganz offensichtlich auf der Flucht. Halt gewährt ihnen einzig ein großer weißer Ballon. Ein jeder hält einen an einer langen Schnur. - Die Zuschauer finden das "eindrucksvoll". "Schöpfungsgeschichte eingebettet, sehr sehr schön", meint einer. Andere haben zwischendurch vergessen, "dass das Musiker sind".

Musikalisch bleiben kaum Wünsche offen

Verzweifelt versucht ein Mann mit einer Rettungsweste aus einem großen Wasserbecken herauszukommen, der Erzengel Raphael, gerade ist er von einem Kran herabgelassen worden, versucht immer wieder vergeblich dessen Hand zu fassen. Nachdem die Rettung schließlich doch gelungen ist, treibt die Schwimmweste wie eine rote Blume im Bassin. Später tummeln sich Adam und Eva darin.

Das war das Wochenende beim Theater der Welt

Musikalisch bleiben kaum Wünsche offen. Die drei Solisten Sunhae Im, Martin Mitterrutzner und Daniel Schmutzhard treffen noch bis zum Halse im Wasser stehend oder wie ein Deus ex machina am Kran hängend scheinbar mit Leichtigkeit die Töne. Der französische Kammerchor Accentus und das Insula Orchestra sind auch immer präsent, wunderbar in Balance gehalten von Laurence Equilbey. Sie sorgt dafür, dass die Musik in diesem Bilderspektakel zu ihrem Recht kommt.

Man merkt, welche Energie da drin steckt, wie alle zusammenwirken. Und deshalb funktioniert das Spektakel, weil sich hier alles tatsächlich zusammenfügt. Trotz kitschiger, oft plakativer Bilder. Trotz opulenter Lichtshows. Überwältigend eben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Journal | 06.06.2017 | 19:00 Uhr

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