Stand: 13.06.2017 08:40 Uhr

Elphi-Tickets: Lange Schlangen zum Vorverkaufsstart

"Nach wenigen Minuten ausverkauft" - ein Satz, der in Berichten über Hamburgs Elbphilharmonie immer wieder fällt, sobald neue Konzert-Tickets in den Vorverkauf gehen. Am Montag hat um 10 Uhr der Vorverkauf für rund 100.000 Einzelkarten für die Saison 2017/18 Elbphilharmonie begonnen. Der Andrang war wie erwartet groß: Vor den Vorverkaufsstellen bildeten sich lange Schlangen. Beispielsweise im Mercado in Altona war viel Geduld gefragt - einige Interessenten standen mehr als sechs Stunden an, um dann nicht einmal die gewünschten Tickets zu bekommen.

Viele Konzerte schon mittags restlos ausverkauft

Denn da war er wieder, jener Satz: "Die ersten Konzerte waren nach zwei Minuten ausverkauft", sagte Mareike Koal, Pressesprecherin der Konzertdirektion Dr. Rudolf Goette. Bei dem Veranstalter waren insgesamt 40.000 Karten für 53 Konzerte in Elbphilharmonie und Laeiszhalle im Angebot. Elbphilharmonie-Pressesprecher Tom R. Schulz bilanzierte am Abend, dass am ersten Verkaufstag von den insgesamt 100.000 Tickets bereits rund 95.000 über den virtuellen oder realen Ladentisch gingen.

Heimvorteil für Hamburger mit Stehvermögen

Bereits am Sonntagabend standen Elphi-Fans ausgerüstet mit Campingstühlen und Thermoskannen vor dem Levantehaus in der Innenstadt an, um Montag früh ganz vorne am Ticketshop zu sein. In insgesamt 41 Vorverkaufsstellen im Großraum Hamburg startete der Verkauf von Karten für Elbphilharmonie-Veranstaltungen. Hamburger hatten dadurch einen Heimvorteil, da Karten für die hauseigenen Elbphilharmonie-Konzerte des Veranstalters HamburgMusik gGmbH im Internet nicht direkt gekauft, sondern erst mal nur vorbestellt werden können - und zwar noch bis zum 1. Juli um 23.59 Uhr. Etwa die Hälfte der Tickets der HamburgMusik-Konzerte war in den Vorverkaufsstellen erhältlich.

Online-Losverfahren bei Konzerten von Hamburg Musik

"Wir haben uns dazu bewusst entschieden, um den Kartenvorverkauf etwas zu entzerren", sagte Elbphilharmonie-Sprecher Schulz. Wenn die Online-Nachfrage größer als das Angebot an freien Plätzen ist, entscheidet das Los. Wann man die Tickets vorbestellt, spielt beim Losverfahren keine Rolle. Mitte Juli werden die Interessenten informiert, ob sie die gewünschten Tickets fest buchen können. Dann hat man zehn Tage Zeit, um die Karten zu bezahlen.

Dieses Verfahren bei der Ticketvergabe via Internet betrifft lediglich die Konzerte der HamburgMusik GmbH - also etwa ein Drittel der Veranstaltungen in der Elbphilharmonie während der neuen Saison.

Lange Wartezeiten auch für Online-Besteller

Von der Regelung des Losverfahrens unberührt waren beispielsweise die Veranstaltungen des NDR, des Philharmonischen Staatsorchesters und der Symphoniker Hamburg. Diese Tickets konnten wie die von der Konzertdirektion Goette bereits am Montag online gekauft werden. Aber hier galt eben vielfach "nach wenigen Minuten ausverkauft". Zudem gab es bei der Online-Kartenbestellung teilweise lange Wartezeiten. Kaum Probleme gab es dagegen auf der Internetseite der Elbphilharmonie - im Gegensatz zu vergangenen Vorverkaufstarts, als die Seite oftmals nicht mehr erreichbar war. "Wir haben unsere Server extrem aufgerüstet", sagte Pressesprecher Schulz.

Begrenzung auf vier Tickets pro Konzert und zehn pro Person

Das habe sich genauso bewährt wie die Begrenzung der Tickets: Höchstens vier Karten pro Konzert und insgesamt maximal zehn Karten konnten Musikfans erwerben. So lautete die Vorgabe der Elbphilharmonie an die Ticketshops. Ihnen stand es allerdings frei, die Regel noch strenger anzuwenden und die Anzahl der Tickets pro Konzert zum Beispiel auf zwei zu begrenzen. Manche Vorverkaufsstellen wollten damit sicherstellen, dass so viele Kunden wie möglich die Option auf ein Ticket haben. "Ich habe den Eindruck, dass es in den Schlangen deshalb diesmal insgesamt etwas schneller voranging", sagte Schulz. Aber Engpässe und Wartezeiten seien bei dem großen Interesse nicht zu vermeiden. Bei einigen Wartenden machte sich auch Frust breit. Das Buchungssystem in den Vorverkaufsstellen brach zeitweise zusammen.

Alle Abos ausverkauft

Wer noch ein Abonnement ergattern wollte, war zu spät dran - denn sie sind bereits ausverkauft. Genauso gilt das für Abos anderer Veranstalter wie etwa ProArte, der die Reihe "Internationale Orchester" oder "Große Stimmen" präsentiert. "Der Andrang war riesig", sagte ProArte-Sprecherin Koal.

Für die meisten Abonnement-Konzerte wird nur rund die Hälfte der verfügbaren Plätze über Abonnements vergeben, der Rest ging am Montag in den Einzelkartenvorverkauf. Im Februar waren die Karten für das Sommerprogramm übrigens bereits nach anderthalb Stunden ausverkauft. Das neue Konzerthaus war im Januar eröffnet worden. Seitdem gibt es regelmäßig einen derartigen Ansturm, wenn neue Karten in den Verkauf kommen und die Spitzenkonzerte nach wenigen Minuten ausverkauft sind.

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