Hamburg - das Tor zur Welt
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Drei Lichtstrahlen erhellen ein Jahr lang den Hamburger Nachthimmel. Die Licht-Installation des britischen Künstlers Anthony McCall ist jeden Abend neunzig Minuten nach Sonnenuntergang für 20 Minuten zu sehen.
Das Lichtkunstprojekt "Crossing the Elbe" hat McCall zusammen mit den Deichtorhallen im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA realisiert. Am Freitagabend, einen Tag vor der IBA-Eröffnung, wurde es gestartet.
Die Deichtorhallen in der HafenCity, der Energiebunker in Wilhelmsburg und die Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg bilden ein "leuchtendes" Dreieck.
Von drei verschiedenen Orten werden drei Suchscheinwerfer mit schmalen weißen Lichtkegeln aufeinander projiziert - vom Dach des Spiegel-Gebäudes neben den Deichtorhallen in der HafenCity, vom Energiebunker in Wilhelmsburg und von der Deichtorhallen-Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg.
Die Elbinsel wird so mit dem Nord- und Südufer des Flusses verbunden. Im Laufe des Jahres verändern die drei horizontalen Lichtkegel allmählich ihren Bewegungswinkel, so dass alle Stadtteile nach und nach Teil dieses symbolischen Sprungs werden.
Anthony McCall arbeitet seit den frühen 1970er-Jahren mit Lichtprojektionen. An farbigem Licht ist er nicht interessiert. Der Lichtvirtuose bevorzugt weißes Licht.
Anthony McCall auf dem Dach der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg.
Seine großen dreidimensional wirkenden Skulpturen werden durch filmische Mittel oder digitale Projektionen hergestellt. Der Betrachter wird immer in das Kunstwerk mit einbezogen, da er sich, um das Objekt aus verschiedenen Blickwinkeln sehen zu können, um das Projekt herum bewegen muss.
McCall studierte in den 60er Jahren Grafikdesign und wurde zunächst durch seine Experimentalfilme und Performances bekannt. Der Brite, der in New York lebt, beschäftigte sich in seinen Installationen, Projektionen und Filmen von Anfang an mit Raum, Form und Zeit. Für das Schlüsselwerk seines Schaffens, den Lichtprojektions-Film "Line Describing a Cone", erhielt er 1973 den Marie-Josi-Preis beim Internationalen Experimental Film Wettbewerb in Knokke (Belgien).
Seine Arbeiten werden an internationalen Standorten ausgestellt: etwa in der Tate Modern, London oder im Museum of Modern Art, New York.

Drei Lichtstrahlen bilden ein Jahr lang eine grafische Skulptur am Hamburger Nachthimmel. "Crossing the Elbe" heißt die Kunstinstallation, die Freitagabend gestartet wurde.