Das Hamburger Thalia Theater in der Gaußstraße zeigt während der "Lessingtage 2012" das Gastspiel "Gólgota Picnic" in der Regie von Rodrigo Garcia.
Im Vorfeld der Aufführung des religionskritischen Stückes protestierten konservative religiöse Gruppen mit einer Flut von E-Mails gegen die Inszenierung und forderten deren Absetzung. Die Piusbruderschaft erwägt sogar eine Strafanzeige gegen das Theater.
Bei 'Gólgota Picnic' handelt es sich nach Angaben des Thalia Teaters "fraglos um eine drastische und auch verstörende Aufführung."
"Sie zeigt", heißt es in der Stellungnahme des Theaters weiter, "wie unfassbar zerstörerisch unsere konsumistische Zivilisation agiert und entwirft unter anderem das Bild eines Fastfood-Golghata-Babel, einer nahezu kannibalistischen Schädelstätte."
"Gólgota Picnic" beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit Religion vom Bösen erlösen kann oder ob Religion nicht selbst Teil des sogenannten Bösen ist.
Die Kritiker sind der Ansicht, dass das Stück christliche Symbole verhöhne. Eine Schauspielerin etwa trägt einen Motorradhelm mit Dornenkrone.
Dass der Gekreuzigte von einer Frau im Nackt-Kostüm dargestellt wird, erzürnt einige Gläubige, vor allem die Piusbruderschaft. Das Stück würde aber auf jeden Fall gespielt, erklärte eine Sprecherin des Thalia Theaters.
Auch andernorts stieß das Gastspiel vom Centro Dramático Nacional (Madrid) und dem Théâtre Garonne (Toulouse) auf Widerstand. Im Dezember 2011 beteiligten sich in Paris 4.000 Menschen an Gebetswachen und Kundgebungen.
Im Anschluss an die Aufführung lädt das Theater zu einem Publikumsgespräch. Mit dabei sind unter anderem Thalia-Intendant Joachim Lux und der Geistliche Rektor der Katholischen Akademie Hamburg, Jesuitenpater Hermann Breulmann.