Norddeutsche Gesichter
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Das Musical "Aida" war der Publikumsmagnet der Domfestspiele 2011.
Traditionell und doch anders - wie in jedem Jahr ist am letzten Spieltag der Bad Gandersheimer Domfestspiele der Roswitha-Ring verliehen worden. Benannt nach der Nonne und Mystikerin Roswitha von Gandersheim wird er an das beliebteste weibliche Ensemblemitglied verliehen. Diesmal wurde noch ein zweiter Ring verliehen - an den scheidenden Festspielintendanten Johannes Klaus.
Nach acht Jahren erfolgreicher Arbeit wurde der Intendant für seine besonderen Verdienste mit dem Kulturpreis der Stadt Bad Gandersheim ausgezeichnet. "Theater ist noch immer ein nicht austauschbarer Ort fürs gemeinsame Erleben, für Auseinandersetzung, für Glück", sagte Johannes Klaus zum Abschied. "Dieses Wissen, diesen Schatz, den werde ich mitnehmen aus Bad Gandersheim. Als junger Mensch habe ich mir immer gewünscht mein Theaterglück mit anderen teilen zu können."
Künftig will sich der Schauspielprofessor verstärkt seiner Lehrtätigkeit an der Folkwang Hochschule in Bochum und an der Drama Academy Ramallah widmen, der ersten Schauspielschule im Westjordanland.
Mit der Darstellung der Hauptfigur Aida überzeugte Schirin Kazemi das Publikum.
Neben Johannes Klaus wurde auch Schirin Kazemi ausgezeichnet. Sie überzeugte das Publikum in der Titelrolle der Musicalproduktion "Aida" und erhielt dafür den Roswitha-Ring. Kazemi entstammt dem großen Reservoir junger Theatertalente, die Johannes Klaus in den vergangenen Jahren von seiner Hochschule nach Bad Gandersheim geholt hat. "Aida zu singen ist was ganz Großes in unserem Beruf", sagt Kazemi. "Ich hätte nie gedacht, dass ich die Aida mal spielen kann. Dann hat Johannes Klaus mir das angeboten und ich habe natürlich sofort ja gesagt."
"Aida" war der Publikumsmagnet der Spielzeit 2011 und maßgeblich an der guten Bilanz beteiligt: Trotz des kühlen und verregneten Sommers sahen rund 50.000 Besucher die Theaterproduktionen vor dem Gandersheimer Dom. Weitere 10.000 Besucher kamen zu den Veranstaltungen des Rahmenprogramms.
Der Spielplan für die Domfestspiele 2012 steht bereits.
Sowohl Johannes Klaus als auch Schirin Kazemi bedankten sich nach den Ehrungen beim Publikum: Ein solches Maß an Theaterbegeisterung wie in der kleinen Kurstadt Bad Gandersheim mit ihren gerade mal 10.000 Einwohnern finde mal selten. "Das spornt auch das Ensemble in der kurzen aber intensiven Probenphase an", meint Schirin Kazemi. "Ich finde es toll viel zu arbeiten, weil man dann zu einem Punkt kommt, wo man sagt, das hat sich gelohnt. So wie jetzt."
Der Spielplan für das kommende Jahr steht bereits fest: Er sieht unter anderem die Molière-Komödie "Tartuffe" und das Musical "Chess" vor.