Stand: 25.08.2017 17:26 Uhr

Eine fantastische Comicreihe für Kinder

Hilda
von Luke Pearson
Vorgestellt von Korinna Hennig, NDR Info
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Das Buch "Hilda und der Steinwald" von Luke Pearson ist im Reprodukt Verlag erschienen.

Die kleine Hilda lebt mit ihrer Mutter in den Bergen, irgendwo in einem nicht näher benannten nordischen Land. Sie ist furchtlos und liebt es, in der Natur zu spielen - vor allem mit ihren Freunden: Trolle, so genannte Woffel, die fliegen können, und Holzmänner. Doch eines Tages landen Steine und winzige Drohbriefe in ihrem Haus. Wie sich herausstellt, lebt ein mikroskopisch kleines Zwergenvolk genau dort, wo ihr Zuhause steht, und das fühlt sich bedroht. Und dann ist da noch der rätselhafte Mitternachtsriese, den sie plötzlich durch ihr Tal streifen sieht. So beginnt die Hilda-Reihe von Luke Pearson.

"'Hilda' ist stark beeinflusst von skandinavischen Sagen und anderen volkstümlichen Erzählungen", erzählt der Autor, "aus Island und Norwegen zum Beispiel. Ich fand es interessant, wie auf Island solche Geschichten noch immer weiter verbreitet werden; ich hatte gelesen, dass viele Isländer wirklich immer noch glauben, dass es Elfen und andere Fabelwesen gibt. So ist die Idee für Hildas Welt entstanden."

Ein abenteuerlicher Sehnsuchtsort

Und diese Welt hat es in sich. Sie ist ein Sehnsuchtsort für Großstadtkinder, die irgendwo zwischen Ganztagsbetreuung, Klavierunterricht und gummiertem Klettergerüst kaum noch Raum finden für große und kleine Abenteuer. Hilda dagegen streift jeden Tag durch die Berge, sie zeichnet, beobachtet und begegnet seltsamen Wesen, die mal bedrohlich sind, mal niedlich - fast immer aber werden sie ihre Freunde.

Es sind fantastische Erzählungen, die Luke Pearson rund um die rundgesichtige, blauhaarige Hilda geschaffen hat, deren genaues Alter wir nicht kennen. Zwar muss auch Hilda für die Schule lernen und Hausaufgaben machen, doch die kommen nur als Randerscheinung ihrer großen und kleinen Abenteuer vor. Hilda ist ein Energiebündel, und im Prinzip ist alles möglich, was in fantastischen Erzählungen so geht. Zwischenwelten, Hausgeister, ein geheimnisvoller schwarzer Hund. Und selbst als Hilda mit ihrer Mutter in die Stadt zieht, kommen ihr Abenteuergeist und die skurrilen Kreaturen alle mit.

Jede Geschichte steht für sich

Fünf Bände der "Hilda"-Reihe von Luke Pearson sind bereits erschienen. Und es sollen noch mehr werden: "Ich habe kein bestimmtes Ende vor Augen für die Hilda-Reihe", sagt er. "Ich hoffe einfach, dass ich das noch eine Weile lang weiter erzählen kann. Die Idee ist, dass jede Geschichte für sich steht, dass jeder einsteigen kann, wo er will und nicht denkt, er müsste erst den ersten Band kaufen. Zum einen weil ich beim ersten Band noch ein bisschen geübt habe und der vielleicht gar nicht der beste ist, und zum anderen, weil ich es als Kind immer frustrierend fand, dass man bei manchen Comicserien immer alle Bände hätte kaufen müssen, und das konnte ich mir nicht leisten."

Es geht immer spannend zu und oft gruselig in diesen Einzelgeschichten - so sehr, dass sie sich so richtig erst für Kinder im Lesealter eignen, ab der Grundschule. Und sie sind so voller Witz, dass auch Jugendliche sie mögen können, selbst wenn sie gar keine Neigung zu Fantasy-Literatur haben. So ist das auch im neuesten Band, "Hilda und der Steinwald“: Hilda und ihre Mutter verschlägt es nämlich ins Reich der Trolle, weil sie sich auf der Schwelle zur Zwischenwelt der Hausgeister gezankt haben. Und das ist natürlich nicht ganz ungefährlich ...

Hilda

von
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Reprodukt

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Buchtipp | 26.08.2017 | 07:55 Uhr

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