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Die Geschichten-Sammlerin

Norddeutsche Krimiautoren: Kirstin Warschau

Olga Island heißt die Krimiheldin der Autorin Kirstin Warschau. Eine Kielerin, die bei der Mordkommission in Berlin Karriere macht, bis ein Schuss aus der Dienstwaffe ihr Leben verändert. Bei den Ermittlungen gegen einen Mafiachef erschießt sie einen Kollegen - einen jungen Polizisten, der für die Mafia gearbeitet hatte und sie in eine Falle locken wollte.

Der Kieler Hafen. © picture alliance / dpa Fotograf: Bodo Marks

Norddeutsche Krimiautoren: Kirstin Warschau

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Kirstin Warschaus Hauptfigur ist erst einmal nicht glücklich in der Stadt an der Förde. Aber das soll sich noch ändern.

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Weitere Anschläge auf Olga Island werden zwar vereitelt. Aber sie muss weg aus Berlin und so entschließt sie sich, zurück in ihre Heimatstadt Kiel zu gehen. Es fällt ihr schwer, mit ihrem Trauma klarzukommen und sich in die norddeutsche Provinz einzufinden.

"Seit sie Kiel vor zwanzig Jahren verlassen hatte, um fortzugehen und Polizistin zu werden, hatte sich viel verändert, aber die Zeit war hier an der Ostsee und dort, wo sie gelebt hatte, nicht synchron verstrichen. Es kam ihr vor, als hätte sie ein paar Zeitzonen durchflogen, und sie spürte eine Art Jetlag, der sie mattsetzte."

Krimiautorin Kirstin Warschau wollte gerne eine Figur nach Kiel holen, die erstmal nicht so zufrieden ist mit der Stadt ist. "Olga Island wird die Stadt schon noch zu schätzen lernen, aber das muss ja nicht gleich auf der ersten Seite sein und  das kann ja auch erst nach Band acht sein, dass sie sich gar nicht mehr nach Berlin zurückwünscht."

Die Handlung fiktiv, die Orte real

"Fördewasser" heißt der erste Krimi, der Kommissarin Olga Island gleich an ihrem ersten Arbeitstag in Kiel eine Wasserleiche beschert. Bald darauf verschwindet eine bekannten Rotlichtgröße. Hängen die Fälle zusammen? In ihrem aktuellen Krimi, "Was im Moor geschah", spielen Vorurteile gegen die dänische Minderheit im Land eine wichtige Rolle. Gerade schreibt Kirstin Warschau Nummer drei der Reihe.

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Die Schriftstellerin Kirstin Warschau sammelt Geschichten - und irgendwann ist sie da: die Idee für ein Buch.

Die Verfasserin der Kiel-Krimis wurde auch in der schleswig-holsteinischen Hafenstadt geboren. Sie studierte zunächst Archivwissenschaften und arbeitete jahrelang in verschiedenen norddeutschen Archiven. Dann entschloss sie sich zu einem Pädagogik- und Psychologiestudium und zog nach Berlin. Wie ihre Heldin ist auch sie nach Jahren in der Hauptstadt in ihre Heimatstadt Kiel zurückgekehrt.

Die Inspiration für ihre Geschichten holt sich Kirstin Warschau aus der Zeitung. Sie sammelt Artikel und irgendwann ist sie da: Die Idee für ein neues Buch. Ihre Geschichten sind frei erfunden - im Gegensatz zu den Schauplätzen in Kiel, an den Ufern von Schwentine und Schlei. 

"Ich war früher Archivarin. Wenn man in norddeutschen Archiven arbeitet, dann hat man mit schleswig-holsteinischer Geschichte zu tun, dann kennt man sich aus auf Gutshöfen oder auch an Orten, die auch normalen Leute nicht so kennen. Das wusste ich gar nicht, dass das ein Schatz sein kann, für diese Art zu schreiben."

Drei Fragen an die Autorin

  • Warum eignet sich Norddeutschland als Krimischauplatz?

    "Einmal, weil das in weiten Teilen eine ländliche Region ist und auf dem Land ist man immer einsam und der Wind geht durch die Bäume, die Kühe blöken und es wird dunkel. Es kann immer eine Stimmung sein, auch wenn man keinen Krimi schreibt, die ein bisschen düster und ein bisschen gruselig ist. Viele Monate im Jahr ist es ja auch dunkel und feucht und das eignet sich natürlich schon als Krimi, natürlich."

  • Wie finden Sie Ihre Ideen?

    "Ich arbeite viel mit Papier und schreibe mir Sachen auf und mache auch einmal eine Zeichnung von einer Figur oder einem Ort. Auch einmal eine Skizze, wie es stattfinden könnte und dann schreibt man irgendwann mal einen Text."

  • Wo im Norden hält sich Ihre Heldin am liebsten auf?

    "Am Strand würde ich sagen. Immer, wenn sie nicht arbeitet, dann fährt sie sie an den Strand und geht spazieren. Sie stammt ja eigentlich vom Ostufer, sie hat in Laboe gewohnt am Strand in einem Haus, das abgerissen wurde, bei ihrer Tante. Da hat sie ihre Jugendjahre verbracht."    

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