Stand: 15.08.2017 10:48 Uhr

Vier norddeutsche Autoren im Buchpreis-Rennen

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Die Jury hat sich entschieden: Tobias Lehmkuhl, Maria Gazzetti, Katja Gasser, Lothar Schröder, Silke Behl, Mara Delius und Christian Dunker (v.l.n.r.).

Die Nominierten für den diesjährigen Deutschen Buchpreis stehen fest. Die siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz der österreichischen Fernsehjournalistin Katja Gasser veröffentlichte die sogenannte Longlist, auf der 20 Romane stehen. Unter den ausgewählten Büchern sind Werke renommierter Autorinnen und Autoren wie Mirko Bonné mit "Lichter als der Tag", Robert Menasse mit "Die Hauptstadt" und Marion Poschmann mit "Die Kieferninseln". Die beiden Gewinner des Nicolas-Born-Preises Julia Wolf und der Österreicher Franzobel sind ebenfalls unter den Nominierten. Immerhin drei Österreicher und ein Schweizer haben es auf die Longlist geschafft, aber man versteht schon, dass die beiden kleineren deutschsprachigen Länder auch noch ihre eigenen Buchpreise eingeführt haben.

Die Longlist für den Deutschen Buchpreis

Die Favoriten für den Deutschen Buchpreis

Zu den Favoriten für den Preis zählen die Romane von Marion Poschmann, Feridun Zaimoglu und Ingo Schulze und auch die der beiden österreichischen Stars Robert Menasse und Franzobel. Aber es gibt zudem einige aufstrebende Talente auf der Longlist, wie etwa Sasha Marianna Salzmann, die bereits vor Erscheinen ihres Debütromans den Jürgen-Ponto-Preis zugesprochen bekam, die schon erwähnte Julia Wolf und Jakob Nolte, 1988 in Barsinghausen geboren, dessen zweiter Roman "Schreckliche Gewalten" jetzt auch nochmal viel Aufmerksamkeit bekommen wird. Von den zwölf zurückliegenden Buchpreisen gingen sechs an Autorinnen. Es ist also alles offen, und Ingo Schulzes Diktum von 2007 gilt auch diesmal: "Das Allerbeste ist: Kümmern Sie sich überhaupt nicht um die Empfehlung dieser Jury! "

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Norddeutschland stark vertreten

Drei weitere Norddeutsche gehen neben Jakob Nolte ins Rennen um die Auszeichnung. Sven Regener, gebürtiger Bremer, ist für seinen neuen Roman "Wiener Straße" nominiert. Die Schriftstellerin und Lyrikerin Kerstin Preiwuß aus Mecklenburg-Vorpommern hat es mit ihrem Roman "Nach Onkalo" unter die 20 Titel geschafft. Der Kieler Autor Feridun Zaimoglu hat mit "Evangelio" die Chance auf den Deutschen Buchpreis.

Prognose der NDR Kultur Literaturredaktion

Immerhin sieben Titel der Longlist mit den Favoriten für das beste Buch 2017 der NDR Kultur Literaturredaktion haben es tatsächlich in die Auswahl geschafft. Auch unter dem Aspekt der Geschlechterparität kommen Jury und Redaktion zum gleichen Ergebnis: Auf beiden Listen befinden sich sieben deutschsprachige Autorinnen und dreizehn deutschsprachige Autoren.

Die Favoriten der NDR Kultur Literaturredaktion

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Die Titel der Longlist in der Übersicht

Die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017

  • Mirko Bonné: Lichter als der Tag (Schöffling & Co, Juli 2017)
  • Gerhard Falkner: Romeo oder Julia (Berlin Verlag, September 2017)
  • Franzobel: Das Floß der Medusa (Paul Zsolnay, Januar 2017)
  • Monika Helfer: Schau mich an, wenn ich mit dir rede! (Jung und Jung, März
  • 2017)
  • Christoph Höhtker: Das Jahr der Frauen (Weissbooks, August 2017)
  • Thomas Lehr: Schlafende Sonne (Carl Hanser, August 2017)
  • Jonas Lüscher: Kraft (C.H. Beck, März 2017)
  • Robert Menasse: Die Hauptstadt (Suhrkamp, September 2017)
  • Birgit Müller-Wieland: Flugschnee (Otto Müller, Februar 2017)
  • Jakob Nolte: Schreckliche Gewalten (Matthes & Seitz Berlin, März 2017)
  • Marion Poschmann: Die Kieferninseln (Suhrkamp, September 2017)
  • Kerstin Preiwuß: Nach Onkalo (Berlin Verlag, März 2017)
  • Robert Prosser: Phantome (Ullstein fünf, September 2017)
  • Sven Regener: Wiener Straße (Galiani Berlin, September 2017)
  • Sasha Marianna Salzmann: Außer sich (Suhrkamp, September 2017)
  • Ingo Schulze: Peter Holtz (S. Fischer, September 2017)
  • Michael Wildenhain: Das Singen der Sirenen (Klett-Cotta, September 2017)
  • Julia Wolf: Walter Nowak bleibt liegen (Frankfurter Verlagsanstalt, März 2017)
  • Christine Wunnicke: Katie (Berenberg, März 2017)
  • Feridun Zaimoglu: Evangelio (Kiepenheuer & Witsch, März 2017)

Weitere Informationen
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"Nach Onkalo" - Roman über große Fragen

26.03.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin

Der Roman "Nach Onkalo" von Kerstin Preiwuß spielt in der Provinz und beschäftigt sich mit den großen Fragen des Lebens. Frank Breuner hat die Schriftstellerin getroffen. Video (03:05 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassikboulevard | 15.08.2017 | 10:20 Uhr

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