Stand: 08.10.2015 13:33 Uhr

Swetlana Alexijewitsch im Porträt

von Natascha Freundel

Die Arbeit der 1948 in der Ukraine geborenen Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch umfasst ein ganzen Leben. Dafür wurde sie bereits 2013 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Nun erhält sie den Literaturnobelpreis. Sie habe mit ihren Büchern ein "neues Genre" erschaffen, so die Jury.

Geschichten vom "kleinen Menschen"

Alexijewitsch nennt sich selber eine "Menschenforscherin". Ihre Bücher aus den vergangenen 30 Jahren bilden zusammen eine Chronik des sowjetischen Menschen, eine "Rote Enzyklopädie". Schon Jahre vor der Tauwetterzeit der Perestrojka begann die als Journalistin ausgebildete Swetlana Alexijewitsch, einfache Menschen zu interviewen. Sie widersetzte sich der herrschenden Doktrin der Sprachregelungen. Alexijewitsch hielt fest, was die Menschen ihr erzählten: die Frauen in der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg, die Soldaten im Afghanistankrieg, die Überlebenden des Supergaus von Tschernobyl.

Swetlana Alexijewitsch © dpa - Bildfunk Fotograf: Arno Burgi

Wer ist Swetlana Alexijewitsch?

NDR Kultur -

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Selbst sagt sie: "In meinen Büchern erzählt der 'kleine Mensch' von sich. Das Sandkorn der Geschichte. Er wird nie gefragt, er verschwindet spurlos, er nimmt seine Geheimnisse mit ins Grab. Ich gehe zu denen, die keine Stimme haben. Ich höre ihnen zu, höre sie an, belausche sie. Die Straße ist für mich ein Chor, eine Sinfonie."

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 08.10.2015 | 13:20 Uhr

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Literaturnobelpreis für Swetlana Alexijewitsch

Der Literaturnobelpreis geht an die weißrussische Journalistin und Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch. Das teilte die Schwedische Akademie in Stockholm mit. extern