Stand: 24.03.2016 10:30 Uhr

Autoren lesen für Klimagerechtigkeit

Naoto Kan, der ehemalige japanische Premierminister Japans, Greenpeace-Mitbegründerin Monika Griefahn und der Soziologe Jean Ziegler eröffneten am Mittwochabend im Hamburger Museum für Völkerkunde die 6. Ausgabe von "Lesen ohne Atomstrom".

Naoto Kan und Begleitung auf einem Rundgang durch Hamburg.

Japans Ex-Premier zu Gast

Hamburg Journal -

Das Literaturfestivals "Lesen ohne Atomstrom" hat Naoto Kan eingeladen. Im März 2011, als die Atomkatastrophe Fukushima erschütterte, war er Premierminister.

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Kan war 2011 während des Unglücks in Fukushima japanischer Premierminister und gibt mit seinem Buch Einblicke in diese Zeit. "Als Premierminister während der Fukushima-Krise" lautet auch der Titel seines Buches. "Wir standen kurz vor einem Unfall, bei dem 50 Millionen Menschen hätten evakuiert werden müssen. Deswegen bin ich der Meinung, dass wir Atomkraft abschaffen müssen - sowohl in Japan, als auch in allen anderen Teilen der Welt", sagte er im Vorfeld der Veranstaltung. Kan nutzt seine zweitägigen Hamburg-Aufenthalt auch dazu, Mitglieder des Zukunftsrates zu treffen, der in der Hansestadt einen Sitz hat. Auch ein Treffen mit Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan ist geplant.

Zentrales Thema: Klimagerechtigkeit

Der Hauptteil der Lesetage beginnt rund einen Monat später: Mehr als 24 Autoren, Künstler und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, die sich für die Beschleunigung der Energiewende engagieren, treten dann während Hamburgs Literaturfestival "Lesen ohne Atomstrom - Die erneuerbaren Lesetage" vom 21. bis zum 27. April auf.

Darunter sind die Politiker Beate und Serge Klarsfeld, der Klimawissenschaftler Mojib Latif, die Schauspieler Katja Riemann und Mathieu Carrière, der Sänger Bela B. und die Autoren Katja Petrowskaja, Doris Gercke und Feridun Zaimoglu. Die Halbschwester des US-Präsidenten Barack Obama, die Soziologin und Germanistin Auma Obama, wird gleich am 21. April ihrer Autobiografie "Das Leben kommt immer dazwischen" lesen.

Besonders stolz ist das Festival in diesem Jahr auf seine "exklusiven Literaturarrangements". Dazu zählen die konzertante Lesung von Jürgen Todenhöfers Bestseller "Inside IS" mit Mathieu Carrière, Stephan Schad, Henning Kiehn und Rolf Becker lesen eine eigens für das Festival geschriebene Textcollage zu Migration und Flucht aus einem halben Jahrhundert des Schaffens von "Lesen ohne Atomstrom"-Mitbegründer Günter Grass.

Weitere Highlights sind: eine Hafenrundfahrt der plattdeutschen Stars, der "Slam ohne Atomstrom", moderiert von Michel Abdollahi und der gemeinsame Aufritt der Schöpfer prominenten Kriminalisten: Bella Block (Autorin: Doris Gercke), Jonas Mondrian (Autor: Wolfgang Metzner), Chastity Riley (Autorin: Simone Buchholz) und Onno Viets (Autor: Frank Schulz). "Treibsand" - das letzte Werk des schwedischen Autors Henning Mankell (1948 - 2015) wird Schauspieler Axel Milberg präsentieren.

Eintritt zu allen Veranstaltungen frei

Das Festival war 2011 aus Protest gegen das Sponsoring des Energiekonzerns Vattenfall bei den "Vattenfall Lesetagen" entstanden. Der Schriftsteller Günter Grass hatte damals den Einfluss der Atomlobby auf die Politik beklagt.

Ende 2013 hatte der Konzern sein Engagement daraufhin beendet. Inzwischen haben sich weit mehr als hundert Kulturschaffende bei dem unabhängigen Festival engagiert. Das Festival wird von Stiftungen, Vereinen, Unternehmen und Bürgern gefördert. Theater stellen ihre Bühnen mietfrei zur Verfügung, zahlreiche Förderer decken die Kosten. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist deshalb für die Besucher der Veranstaltungen frei.

"Die gesellschaftliche Breite, die diese kulturelle Manifestation für die Beschleunigung des Atomausstiegs ermöglicht, ist faszinierend", sagte Frank Otto, Vorstand des gemeinnützigen Vereins Kultur für alle, der das Festival mitorganisiert.

Lesen ohne Atomstrom

21. bis 27. April 2016

Das Programm und weitere Informationen auf der Webseite der Veranstaltung www.lesen-ohne-atomstrom.de.