Stand: 21.02.2017 09:39 Uhr

"Lesen ohne Atomstrom" mit prominenten Gästen

Ein Abend mit der weißrussischen Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch in der Freien Akademie der Künste hat am Montag die siebte Ausgabe des Hamburger Kulturfestivals "Lesen ohne Atomstrom - Die erneuerbaren Lesetage" eröffnet.

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2015 wurde der weißrussischen Schriftstellerin Swetlana Alexandrowna Alexijewitsch der Nobelpreis für Literatur zugesprochen.

Im Podiumsgespräch mit dem Wiener Autor Marc Elsberg bezweifelte Alexijewitsch die Demokratiefähigkeit der ehemaligen Sowjetbürger. "Ein Mensch, der aus dem Lager kommt, der kann morgen nicht frei sein. Weil sein ganzes Wissen die Lagererfahrung ist", sagte die 68-Jährige. Die Demokratie sei überall auf dem Rückzug, doch traue sie dem Westen eher zu, deren Werte zu verteidigen. Opernsänger Thomas Quasthoff las bei der Auftaktveranstaltung Passagen aus Alexijewitschs Buch "Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft".

Bis zum 13. März gestalten weitere prominente Künstler das Programm - etwa die Schauspieler Anna Thalbach und Peter Sodann sowie die Schriftsteller Günter Wallraff und der Musiker Stefan Gwildis.

Werke von drei Nobelpreisträgern im Programm

"Lesen ohne Atomstrom" würdigt in diesem Jahr neben Swetlana Alexijewitsch drei weitere Literaturnobelpreisträger: Heinrich Böll wäre dieses Jahr 100 geworden, Günter Grass 90: Eine eigens vom Festival arrangierte Textkollage aus den Werken der beiden Nobelpreisträger präsentieren Peter Sodann, Nina Petri und David Bennent.

Elfriede Jelineks Klassiker "Kein Licht. Fukushima" ist als konzertante Lesung mit Mathieu Carrière, Stephan Schad, Henning Kiehn und Rolf Becker zu erleben.

Unabhängiges Festival beliebt bei Stars und Publikum

Die "Erneuerbaren Lesetage - Lesen ohne Atomstrom" waren 2011 aus Protest gegen das Sponsoring des Energiekonzerns bei den "Vattenfall Lesetagen" entstanden. Ende 2013 hatte der Konzern sein Engagement daraufhin beendet. Inzwischen haben sich mehr als 150 Kulturschaffende bei dem unabhängigen Festival engagiert.

"Lesen ohne Atomstrom" wird von Stiftungen, Vereinen, Unternehmen und Bürgern gefördert. Der Eintritt zu den Veranstaltungen unter anderem im Museum für Völkerkunde oder im Theatersalon 2te Heimat ist frei.

Lesen ohne Atomstrom

20. bis 21. Februar und 10. bis 13. März 2017

Das Programm und weitere Informationen auf der Webseite der Veranstaltung www.lesen-ohne-atomstrom.de.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Abendjournal | 20.02.2017 | 19:31 Uhr

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