Stand: 17.03.2016 17:15 Uhr

Leipziger Buchpreis für Guntram Vesper

Guntram Vesper erhält den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse 2016. Der Wahl-Göttinger wird für seinen Roman "Frohburg" ausgezeichnet, wie die Jury am Donnerstag mitteilte. Weitere Preisträger sind die Übersetzerin Brigitte Döbert und der Sachbuchautor Jürgen Goldstein in der Kategorie Sachbuch/Essayistik. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 45.000 Euro dotiert - die Sieger teilen sich das Preisgeld zu gleichen Teilen. Der Preis zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland.

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Guntram Vesper - der ewige Frohburger

Guntram Vesper wurde 1947 in Frohburg geboren. In seinen Texten und Gedichten kommt er immer wieder auf seine Heimatstadt zurück. Der Roman "Frohburg" ist das Ergebnis einer lebenslangen Recherche. mehr

Geschichten aus der Heimatstadt

Guntram Vesper nimmt in seinem Roman die Rolle eines Chronisten ein und erzählt die Geschichte und Geschichten seiner Heimatstadt. Vesper wohnt seit mehr als 50 Jahren in Göttingen, geboren aber ist er im sächsischen Frohburg. Und "Frohburg" heißt auch sein Buch. Diese Region spielte im Leben zahlreicher bekannter Personen eine Rolle: Harro Schulze-Boysen, der Widerstandskämpfer der Roten Kapelle, Otto Nuschke, stellvertretender Ministerpräsident der DDR, Grete Beier, die Gattenmörderin, über deren Hinrichtung 1908 auch Kurt Tucholsky berichtete.

Vesper erzählt ihre Lebenswege aus- und abschweifend und verknüpft sie mit den Geschichten der Einheimischen - und nicht zuletzt mit seiner eigenen. Neben Vesper waren vier weitere Autorinnen und Autoren für den Buchpreis nominiert, darunter drei Norddeutsche.

Jürgen Goldstein erhält Sachbuchpreis für Forster-Biografie

In der Sparte Sachbuch/Essayistik geht der Preis an Jürgen Goldstein für sein Buch "Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt". Goldsteins Studie über den Entdeckungsreisenden und Intellektuellen Forster (1754-1794) gehe über die Gattung der Biografie hinaus, indem sie sachkundig und thesenstark das anthropologische Lebenswerk eines Mannes deute, dessen politisches Denken durch seine bahnbrechenden Reisen unmittelbar geprägt wurde, sagte Jurorin Meike Feßmann.

In der Sparte Übersetzung wurde Brigitte Döbert ausgezeichnet. Sie erhält den Preis für die Übertragung des Buchs "Die Tutoren" von Bora Cosic aus dem Serbischen.

Insgesamt gingen 401 Bücher aus 113 Verlagen ins Rennen. Die Jury wählte jeweils fünf Nominierte in den Kategorien Belletristik, Übersetzung und Sachbuch aus.

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Leipziger Buchmesse setzt aktuellen Schwerpunkt

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Meinung

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Der alljährliche Run auf die begehrten Literaturpreise beginnt. Ulrike Sárkány fragt sich, ob die von Kritikerjurys ausgewählten Gewinner für den normalen Feierabendleser eignen. mehr

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