Stand: 14.09.2017 13:49 Uhr

200 Jahre Theodor Storm: Was passiert in Husum?

von Peer-Axel Kroeske

Wenn von einer "Grauen Stadt am Meer" die Rede ist, dann ist klar, dass von Husum die Rede ist. Die berühmte Umschreibung stammt aus der Feder von einem der berühmtesten Söhne der Stadt: Theodor Storm. 200 Jahre alt wäre der Schriftsteller am 14. September geworden. Die Feierlichkeiten haben schon begonnen.

Theaterstück gehört zum Programm

Porträt

Theodor Storm - Husums großer Sohn

Vor 200 Jahren wurde der Schriftsteller Theodor Storm geboren. Seine ganze Liebe galt Schleswig-Holsteins Nordseeküste. Aber er war weit mehr als ein Heimatdichter. mehr

Dazu gehört auch ein Theaterstück. Zehn Senioren aus Husum, zehn Erwachsene mittleren Alters, zehn Jugendliche und der Profi-Schauspieler Wolfgang Häntsch sprechen und spielen Storm. Zum 200. Jubiläum hat der Hamburger Regisseur Frank Düwel Zeilen aus dem reichhaltigen lyrischen Schaffen und auch aus der Prosa des Schriftstellers zu Collagen zusammengefügt. Täglich laufen jetzt Vorstellungen im Schloss vor Husum.

"Storm - das Meer - die Geister - Du" heißt dieses Stück, das als Annäherung an den Schriftsteller gedacht ist - auch für die Laiendarsteller selbst. Der Schimmelreiter darf natürlich nicht fehlen, die Novelle über den fortschrittlichen Deichgrafen Hauke Haien, der gegen viele Widerstände eine bessere Bauweise durchsetzt, dessen Leben aber tragisch enden wird.

Spezielles Schimmelreiter-Zimmer zum Jubiläum

Zum 200. Geburtstag hat auch das Storm-Museum im dessen ehemaligem Wohnhaus in Husum ein spezielles Schimmelreiter-Zimmer eingerichtet. Christian Demandt vom Vorstand der mehr als 1.000 Mitglieder zählenden Storm-Gesellschaft geht hier ein und aus. An der Wand: ein großer Sekretär.

An dem Schreibisch findet sich sogar Schnitzwerk des 18-jährigen Emil Nolde, das dieser in seiner Tischlerlehre fertigte - er war ein Zeitgenosse Storms. Das Foto zeigt allerdings ein Zimmer in Hademarschen, wo Storm seinen Lebensabend verbrachte. Es war dort, wo er 1888 sein letztes Werk geschrieben hatte, das auch sein bekanntestes werde.

Storm brauchte das Geld

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Im Husumer Haus in der Wasserreihe 31 lebte und wirkte der Jurist und Schriftsteller Theodor Storm von 1866-1880.

Im Husum des 19. Jahrhunderts gehörte der Jurist Theodor Storm zur gutbürgerlichen Oberschicht. Das Haus bezog Theodor Storm erst mit knapp 50 Jahren. Seine erste Ehefrau Constanze war nach der Geburt des siebten Kindes gestorben. Nun hatte er Dorothea geheiratet. Eine schwierige Situation, weiß der Leiter des Storm-Museums Christian Demandt: "Das war 1866. Zehn Jahre im preußischen Exil in Potsdam und Thüringen lagen gerade hinter ihm. Mit den Dänen hatte er es sich nämlich verscherzt. Sie hatten ihm die Advokatur entzogen. Als Schleswig-Holstein dann preußisch wurde, kehrte Storm als Landvogt und Amtsrichter zurück."

Erfolg, weil er über Nordfriesland schrieb

Seiten eines Kalenders © fotolia.com Fotograf: naftizin

Der Dichter aus der grauen Stadt am Meer

NDR Info - ZeitZeichen -

Am 14. September 1817 wird Theodor Storm geboren. Der Husumer Jurist wurde mit seinen Novellen zu einem der bekanntesten norddeutschen Schriftsteller.

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Er brauchte das Geld. Er war nie Berufsschriftsteller. Der kreative Storm begab sich in ein spezielles Zimmer, das "Poetenstübchen" genannt wird. Hier schrieb er seine Romane, Gedichte und Novellen wie "Pole Poppenspäler" oder "Viola tricolor". Unerfüllte Liebe, Schicksalsschläge, tragische Verkettungen und auch etwas Mystik ziehen sich durch das Werk des Husumers. Auch wissenschaftliche Erkenntnisse aus Medizin oder Naturkunde arbeitete er gerne ein. Hinzu kommt ein einzigartiger Stil, meint Christian Demandt.

Nicht zuletzt hat zu Storms Erfolg sicher auch beigetragen, dass er über Nordfriesland schrieb. Dieter Fuchs veranstaltet immer zum Jahreswechsel Storm-Lesungen auf Nordstrand.

Zeitgenössische Künstler interpretieren Storm

Auch der Hamburger Soul-Sänger Stefan Gwildis hat sich zum Jubiläumsjahr des Schimmelreiters angenommen...

Seine musikalischen Lesungen sind bereits in Husum und Hamburg gelaufen - aufgezeichnet und bereits ausgestrahlt übrigens vom NDR. Daneben gab und gibt es natürlich noch weitere Lesungen und Kunstprojekte. Für das Wochenende vor dem Geburtstag hatte - wie jedes Jahr - die Storm-Gesellschaft - zu Fachvorträgen eingeladen.

Stefan Gwildis.

Stefan Gwildis liest den Schimmelreiter

Kulturjournal -

Die Legende vom Schimmelreiter hat es Stefan Gwildis angetan. Zum 200. Geburtstag Theodor Storms präsentiert er nun die berühmte Novelle als Hörbuch und Lesung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Abendjournal | 14.09.2017 | 19:00 Uhr

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