Skurriles Bild vor der Hamburger Kunsthalle: Riesige Spinnen-Beine werden von Kränen durch die Luft gehievt. Grund: Die Skulptur "Maman" von Louise Bourgeois wird aufgebaut.
Zwei Kräne heben die acht Beine der Spinne aus einem 40-Fuß-Container heraus, in dem die Skulptur transportiert wird. Er ist oben offen und während der Fahrt nur mit einer Plane abgedeckt.
Das Kunstwerk ist insgesamt elf Tonnen schwer und besteht aus Bronze, Edelstahl und Marmor.
Die Beine zusammenhalten soll ein Körper hoch oben in der Mitte, unter dem ein aus Draht gefertigter Beutel befestigt ist.
Ein entscheidender Schritt ist das Aufstellen
des Kopfes an zwei Beinen, nach und nach folgen dann die restlichen sechs Beine.
Ein Spezialteam mit zwei Experten aus New York ist für das Aufstellen der 9,27 Meter hohen und 8,91 Meter breiten Spinne verantwortlich.
Die Beine bestehen jeweils aus zwei Teilen - jedes davon mehr als vier Meter lang. Mit vier Schrauben werden die Beine am Körper befestigt.
Das Wetter hat es leider nicht gut mit dem Spezialteam gemeint, denn es regnet den ganzen Tag. Zur Abwechslung schneit es zwischendurch - das erschwert die Aufbauarbeiten.
Nach Einbruch der Dunkelheit werden Scheinwerfer aufgestellt, damit die Aufbauarbeiten fortgesetzt werden können. Die Spinne ist mittlerweile zu erkennen.
Fast einen ganzen Tag hat es gedauert - jetzt ist das Werk vollbracht: Die Spinne steht - und blickt auf die Außenalster.
Auch die Binnenalster hat "Maman" fest im Blick.
Die Spinne macht auf die Bourgeois-Schau "Passage dangereux" aufmerksam, die vom 10. Februar bis 17. Juni 2012 in Hamburg zu sehen ist.
Im Korpus der Spinne befinden sich zehn etwa 20 Zentimeter große Marmor-Eier.
Die Skulptur mitten in der Hamburger Innenstadt entwickelt sich sofort zum Publikumsmagneten.
"Maman" ist die größte Skulptur aus einer ganzen Spinnen-Serie von Bourgeois. Sie war bereits 88 Jahre alt, als sie ihr wohl bekanntestes Werk schuf.