Stand: 11.10.2017 16:56 Uhr

"The Arts+" - Virtuelle Welten auf der Buchmesse

von Claudia Christophersen

Ist das Buch in der Krise? Nein, sagt die Branche, die sich in Frankfurt gewohnt optimistisch und selbstbewusst zeigt. Trotzdem: Die Konkurrenz der digitalen Welt macht nicht Halt vor dem Buch. Das hat man auch in Frankfurt erkannt und bereits im letzten Jahr mit einem neuen Ableger reagiert: dem digitalen Kulturfestival "The Arts+". David Hockney war im letzten Jahr das Aushängeschild der neuen Sektion. Als Gast haben die Veranstalter in diesem Jahr den Leiter der Berliner Volksbühne Chris Dercon eingeladen, der in Frankfurt für multifunktionale Kulturräume wirbt.

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Holger Volland ist Vizepräsident der Frankfurter Buchmesse.

Virtuelle Welten auf der Frankfurter Buchmesse: Auch hier sind sie unendlich und daher in jedem Fall auch ein Stück weit ungewiss. "The Arts+" will daraus eine Tugend machen: kreative Kräfte bündeln, neue Synergien schaffen, Vernetzungen herstellen zwischen den Künsten. Holger Volland, Vizepräsident der Buchmesse ist zum zweiten Mal in Frankfurt mit dem digitalen Kulturfestival "The Arts+" angetreten: "Was im Vordergrund steht, sind die Inhalte von den Künstlern, die sich die Technologie aneignen und mit dieser Technologie versuchen, den besten Ausdruck für sich selbst zu erreichen. Das wollen wir mit 'The Arts+' unterstützen", erklärt Volland.

Vernetzungen herstellen zwischen den Künsten

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Chris Dercon, Intendant der Berliner Volksbühne, ist Gast bei "The Arts+".

Dabei spielt die Vernetzung eine wichtige Rolle: Vernetzung der Kulturbereiche, Kontakte zu finanzstarken Wirtschaftsunternehmen, Kontakte zu einflussreichen Kreativköpfen. Jemand, der gerade ohne Angst bereit ist, unterschiedliche kreative Bereiche auf unkonventionelle Weise zusammenzubringen, dafür viel Krach und Kritik erntet, ist Chris Dercon. Der Intendant der Berliner Volksbühne wirbt für ein neues, digitales Genre. Wie das konkret aussieht, ist momentan noch völlig offen: "Es ist ein neues Genre, von dem wir jetzt noch gar nicht wissen, was es ist", so Dercon. "Auch ich befinde mich in dem Moment des Plus. Das ist genau das, was gerade an der Volksbühne passiert. Wir arbeiten mit dem Digitalen für eine digitale Bühne. Wir versuchen neue Räume, neue Plätze zu schaffen, und damit neue Erfahrungen zu machen. Dabei soll das eine nicht das andere ersetzen. Es ist ein Moment von Plus."

Wandelbare Erlebnisräume

Salon "The Arts" © Frankfurter Buchmesse Fotograf: Stefan Stark

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Und das ist im Sinne von Alexander Kluge etwas, das es noch zu erproben gilt. Um solche neuen Erfahrungen zu machen, braucht es daher reale Räume. Ein Vorzeigebeispiel für eine solche Experimentierfläche bietet seit kurzer Zeit die Fondazione Prada in Mailand. Vor gut zwei Jahren hat der niederländische Architekt Rem Koolhaas im Süden von Mailand ein altes Fabrikgelände in eine Art Kunst-Areal verwandelt: Auf knapp 20.000 Quadratmetern wurden hier wandelbare Erlebnisräume geschaffen, die unterschiedlichste Kunstformen verbinden können: Kino, Theater, Literatur, natürlich die Mode, aber auch die Wissenschaft.

Genau von solchen multiplen Räumen träumt Holger Volland. Um sie zu etablieren, müssen sich die betroffenen Akteure treffen und austauschen. Die Frankfurter Buchmesse ist dazu die beste Gelegenheit: "Wenn wir es schaffen, diese Ideen in den Köpfen zu platzieren, dann hoffen wir, dass die Menschen auch kommen und dieses Netzwerk aus Personen entsteht, die sich miteinander das ganze Jahr über unterhalten und neue Innovationen hervorbringen", so Volland.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 11.10.2017 | 17:40 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/kultur/The-Arts-Kunstfestival-auf-der-Buchmesse,thearts100.html

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