Sendedatum: 19.06.2017 22:45 Uhr

Flirthilfe "Ripple": Tentakel statt Tinder

von Katharina Ricard

Vorbei die Zeiten, in denen ein Flirt mit einem scheuen Blick begann, der dann auch noch mit einem Lächeln erwidert wurde. Heute blicken alle auf ihr Smartphone anstatt fremden, vielleicht auch attraktiven Menschen in die Augen zu sehen. Zudem nutzen viele diverse Apps wie Tinder zur Partnersuche. Und sehen dabei nicht, was um sie herum geschieht.

Tentakel mit silbernen Kugeln an den Spitzen auf einem Frauenrücken. © NDR

"Ripple": Technische Hilfe beim Flirten

Kulturjournal -

Damals begann ein Flirt mit einem scheuen Blick. Heute blicken alle auf ihr Smartphone. Damit wir dennoch mitbekommen, wenn uns jemand interessiert anschaut, gibt es nun "Ripple".

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Wie unromantisch, dachten sich vier Kunststudenten vom London Art College und setzten sich dran, dem klassischen Flirten eine Zukunft zu geben. Sie haben sich gefragt, was das Leben in der digitalen Welt mit uns macht. Und sie vermuten: Es macht uns unfähig zu kommunizieren. Verlernen wir etwas, das in unserer Natur liegt? Ja, sagen sie und versuchen das Problem zu lösen, indem sie zwei Dinge vereinen, die im Gegensatz zueinander stehen: Natur und Technologie.

Spüren statt digital kommunizieren

Was, wenn wir Tentakel hätten? Wie die Seeanemone. Und zwar mit lauter winzigen Sensoren darin, die uns helfen zu spüren, was uns umgibt. Denn viele nehmen fremde Blicke kaum noch wahr, sie starren nur noch auf ihren Bildschirm. Das Menschliche geht verloren, alle kommunizieren nur noch digital, sind nicht mehr in der Lage, sich von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. Dabei ist das essenziell für unser Leben.

Eine Gefühlsmaschine mit digitaler Technik im Rucksack

Die Lösung ist "Ripple", ein Rucksack mit Sensoren, der sieht und fühlt. In seinen Tentakeln sind Kameras versteckt, die darauf programmiert sind, bestimmte Verhaltensweisen zu erkennen, vor allem interessierte Blicke. Verpasst der Mensch einen Blick eines Fremden, erfasst "Ripple" ihn und sendet Signale aus: Hitze und Druck, es vibriert wie ein Smartphone. Das funktioniert zurzeit allerdings nur für Frauen, denn die verspüren beim Flirten Wärme, das lässt sich leichter technisch erzeugen. Männer spüren eher einen kühlen Hauch im Nacken beim Flirten, das geht nicht so einfach. Und: Unauffällig ist das Ding jedenfalls nicht. Das Projekt "Gefühlsmaschine" hat als Provokation begonnen, aber das Interesse ist groß: Ist eine Maschine die Zukunft des Flirtens? Brauchen wir bald alle ein "Ripple"?

Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 19.06.2017 | 22:45 Uhr

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