Stand: 11.10.2017 07:22 Uhr

Hier lernen die Medienleute von morgen

von Juliane Bergmann

Die Hamburgerin Katja Benrath hat gerade erst angefangen mit dem Filmemachen und schon bekommt sie den Studenten-Oscar für ihren Film "Watu Wote/All Of Us". Die junge Regisseurin ist Absolventin der Hamburg Media School. Der von Hark Bohm initiierte Studiengang "Film" ist das Aushängeschild dieser Schule. Viele Arbeiten, die hier entstanden sind, haben bereits Auszeichnungen abgeräumt. 85 Prozent der Absolventen bleiben in der Branche, sagt die Statistik der Hochschule. Das Angebot der 2003 gegründeten, halb-staatlichen Bildungseinrichtung umfasst neben Film auch die Studiengänge Medienmanagement und Journalismus. Ein Ortsbesuch.

Talentschmiede für Medienleute von morgen

Ein Seminarraum im Hamburger Schanzenviertel. Die Wände sind vollgeklebt mit neonfarbenen Notizzetteln. Zehn Studenten und drei Dozenten diskutieren neue Formen des Journalismus. Die Idee: Urban Storytelling - die Stadt als Raum für Geschichten. Lisa Marie Eckardt hat gerade ihr Studium "Digital Journalism" an der Hamburg Media School begonnen.

Studenten entwickeln Ideen für modernen Journalismus

Die 32-Jährige stellt als Gedankenspiel ein lokaljournalistisches Format vor, das sich an den Stationen der Hamburger U-Bahn-Linien orientiert: "Und darüber kann ich dann auch journalistische Inhalte ausspielen, dass ich 360-Grad-Videos oder Augmented Reality einbringe und damit auch Orte auf eine andere Art und Weise sichtbar mache."

Schule dient auch als Netzwerk bei der Jobsuche

Seminare mit kleiner Teilnehmerzahl, mehrtägige Versuchslabore, Dozenten aus der journalistischen Praxis, ein Lehrangebot mit Zeitgeist. Die gute Ausbildung mache sich bemerkbar, sagt Lennart Kutzner, Student und gleichzeitig redaktioneller Leiter des Urban Storytelling Lab: "Keiner meiner Kommilitonen hat bisher Schwierigkeiten gehabt, einen Job zu finden. 80 Prozent meiner Kommilitonen haben während des Studiums den Job gewechselt und haben sich verbessert. Das sind Leute, die dann neue Möglichkeiten für sich aufgetan haben, neue Kontakte, Netzwerke geknüpft haben. Das sind auch Kontakte auf Veranstaltungen, wo die Hamburg Media School als Hochschule präsent ist, und das sind schon Zugangsmöglichkeiten, die man so als einzelner junger Journalist auf freier Flur nicht hat."

Pinnwand mit beschrifteten Zetteln  Fotograf: Juliane Bergmann

Porträt der Hamburg Media School

NDR Kultur -

Zahlreiche Absolventen der Hamburg Media School arbeiten heute erfolgreich als Medienmacher. Was macht den Erfolg der halbstaatlichen Hochschule aus? Ein Ortsbesuch.

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Die intensive Betreuung hat ihren Preis

Anders als beim gebührenfreien Filmstudium müssen Studierende des "Digital Journalism" allerdings tief in die Tasche greifen. Sie zahlen knapp 22.000 Euro für vier Semester. Die Hochschule bietet Finanzierungsoptionen und Stipendien, zum Beispiel ein Forschungsstipendium zum Thema "Fake News". Kritikern, die das Angebot als elitär und überteuert bezeichnen, entgegnet Stephan Weichert, der Leiter des Studiengangs, selbstbewusst: "Wir bieten sehr viel für das, was hier bezahlt wird. Wir haben eine sehr individuelle Betreuung. Also ich würde nicht sagen, dass Bildung, die nichts kostet, nichts wert ist. Aber es gibt genügend staatliche Angebote, wo ich mich schon frage, wie man da Bildung leisten kann, die den heutigen Bedingungen angemessen ist."

Gratis-Weiterbildung für Flüchtlinge

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Wenige Teilnehmer, intensives Lernklima. Damit will die Hamburg Media School punkten.

Gratis ist allerdings das Weiterbildungsprogramm "Digitale Medien für Flüchtlinge". 2016 ist es an den Start gegangen, als Antwort auf die aktuelle gesellschaftliche Situation. 15 Journalisten mit Flüchtlingsbiografie sind es pro Lehrgang, denen Tina Fritsche beim Einstieg in den Beruf hier in Deutschland hilft: "In unserem Programm sind Journalisten, die die Erfahrung gemacht haben, dass beispielsweise in jeder Redaktionssitzung jemand vom Geheimdienst sitzt, dass sie nicht nur bedroht, sondern auch eingesperrt werden, wenn sie das Falsche berichten. Das ist also für die Seite ein großer Blick in einen Freiraum, aber auch eine Herausforderung, umzudenken."

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 11.10.2017 | 09:20 Uhr

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