Stand: 16.08.2016 13:19 Uhr

Abdollahi: Mit leisen Tönen gegen Rassismus

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Michel Abdollahi kämpft mit leisen Tönen gegen Fremdenfeindlichkeit.

Mit seinen Reportereinsätzen für das NDR Kulturjournal sorgt Michel Abdollahi immer wieder für Aufsehen - sei es mit der Straßenumfrage "Ich bin Muslim. Was wollen Sie wissen?" oder einem Besuch im Hamburger Nobelstadtteil Harvestehude, wo sich Anwohner gegen ein Flüchtlingsheim sperrten. Mit ihnen ging er das Thema "Ich habe nichts gegen Flüchtlinge, aber ..." durch. Auch in seiner Reportage "Im Nazidorf" für Panorama - Die Reporter setzte er ein Zeichen gegen Vorurteile und Hetze gegen Ausländer. Dafür lebte er vier Wochen lang im mecklenburgischen Jamel, wo Neonazis den Ton angeben. Für diesen Einsatz wurde er am 13. Januar 2016 mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Mit dem Poetry Slam groß geworden

Geboren wurde Abdollahi am 20. April 1981 in Teheran. Aus der iranischen Hauptstadt kam er 1986 nach Hamburg, wo er bis heute lebt. An der dortigen Universität studierte er Rechtswissenschaften und fand bereits währenddessen zum Poetry Slam - zunächst ab 2000 als Teilnehmer, bald auch als Mitorganisator. 2005 gründete er mit seinem Schulfreund Jan-Oliver Lange die Veranstaltungsreihe "Kampf der Künste". Mit dem Deutschen Schauspielhaus, dem Thalia Theater und dem Ernst Deutsch Theater als regelmäßig bespielten Bühnen ist der "Kampf der Künste" nach eigenen Angaben mittlerweile die weltweit größte Slamreihe. Abdollahi ist zudem Weltrekordhalter, wie er auf seiner Homepage mitteilt: Die 15. deutschsprachige Meisterschaft im Poetry Slam soll mit 4.000 Zuschauern in Hamburg das weltgrößte derartige Event gewesen sein.

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Er moderiert neben Poetry Slams in verschiedenen Städten und Ländern auch andere Veranstaltungen und ist regelmäßig Gast und Vortragender zu künstlerischen und sozialpolitischen Themen. Seit mehreren Jahren setzt Abdollahi sich für benachteiligte Jugendliche ein. Mit seinen Slams, Fernsehbeiträgen und Veranstaltungen stellt er sich vor allem gegen Rassismus, Hass und Vorurteile. Dies zeigte er unter anderem in einem Kommentar zur Absage einer Inszenierung am Thalia Theater durch den lettischen Theaterregisseur Alvis Hermanis. Dieser wollte nicht an einem Theater auftreten, das sich für Flüchtlinge einsetzt. Abdollahi schrieb an das Theater adressiert:

Ich bin schockiert und sprachlos. Setzt ein Zeichen - damit euer Haus noch mehr strahlt, als es eh schon tut. Es reicht mit der Hetze. Damit muss Schluss sein. Rassismus ist keine Meinung.

Der gläubige Moslem nutzt sein Wissen zu kulturellen und religiösen Missverständnissen für einen direkten und oft augenzwinkernden Umgang mit dem Thema. Um in diesem Bereich dazuzulernen, strebt der 35-Jährige derzeit eine Promotion in Sprache und Kulturen des Vorderen Orients mit Schwerpunkten Islamwissenschaften und Iranistik an. Sein Markenzeichen in der Öffentlichkeit: der Anzug mit Krawatte. Und immer schön norddeutsch zurückhaltend und freundlich bleiben. Sich selbst bezeichnet Abdollahi als "Conférencier".

Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 05.09.2016 | 22:45 Uhr

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