Stand: 07.08.2017 10:41 Uhr

Verregneter Kultursommer - eine Erfolgs-Story

von Stella Peters

Es fühlt sich an wie Aprilwetter im August. Das Wetter ist unbeständig und nass in diesem Sommer. Das ist ärgerlich für alle Norddeutschen und Touristen, die Strandurlaub geplant haben. Wenn der Strandurlaub ins Wasser fällt, muss ein Alternativplan her - vielleicht Museum statt Sonnenbaden?

Konzert

Scharfe Töne und bayrische Klänge

Gerhard Polt und die Well-Brüder bringen 800 Fans im kleinen Ort Wotersen im Kreis Herzogtum Lauenburg zum Lachen. Zwei weitere SHMF-Auftritte gibt's in Büdelsdorf und Norderstedt. mehr

Die Reithalle in Wotersen: Unter dem großen Hallendach wird diesen Sommer unter anderem klassische Musik und deftiges Kabarett gespielt. Die Gäste bleiben hier im Trockenen.

Der Kabarettabend in Wotersen ist Teil des Schleswig-Holstein Musikfestivals. Dem Festival macht der Sommerregen nichts aus. Denn von den 107 Spielstätten sind nur acht unter freiem Himmel. Der Finanzchef des Festivals - Jens Boddin - ist zufrieden und hat eine positive Halbzeitbilanz gezogen: "Ich würde jetzt schon von Rekord sprechen. Wir haben zur Halbzeit einen Verkauf, der sich sehen lassen kann. Und das wird sich sicherlich auch an den Zahlen am Ende wiederspiegeln."

Ausgerüstet für das regennasse Spektakel

In Wilhelmshaven gibt es im Pumpwerk in diesen Sommer Live-Musik. Jeden Mittwoch treten Cover-Bands auf, Open Air. Der norddeutsche Himmel hat seine Schleusen in diesem Sommer schon öfter über dem Pumpwerk geöffnet. Die Leute kommen trotzdem, sagt der Veranstalter der Konzerte Michael Reckers, weil "die Leute eine Rechtssicherheit haben, dass das Programm hier gespielt wird, ob Regen oder Sonne, und weil sie Spaß haben, sich hier am Pumpwerk zu treffen."

Vielleicht ist das norddeutsche Publikum auch einfach abgehärtet. Wer Karten hat, der komme auch, sagen die Veranstalter der Theater-Open Airs in Mecklenburg-Vorpommern. Gut ausgerüstet mit Gummistiefeln und Regencapes. Aber die Spontanbesucher, die fehlten schon.

Museen im Norden profitieren am meisten

Ganz anders im Ozeaneum in Stralsund: Diesen Sommer wollen besonders viele Besucher die Unterwasserwelt entdecken - und dabei trocken bleiben. Das Naturkundemuseum hat einen neuen Rekord aufgestellt: Der 25. Juli 2017 war der besucherstärkste Tag seit der Eröffnung des Ozeaneums 2008. Mitarbeiterin Romy Kiebel freut sich: "Insgesamt waren hier im Ozeaneum über 9.000 Leute, im Meeresmuseum über 4.000 Leute, so dass wir insgesamt auf eine Besucherzahl von über 14.000 Gästen an diesem Tag gekommen sind."

Bildergalerie
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Rundgang durch das Meeresmuseum

Riesige Walmodelle und große Aquarien mit insgesamt rund 7.000 Tieren prägen das Meeresmuseum in Stralsund. Bildergalerie

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Rundgang durch das Ozeaneum

Riesige Walmodelle und große Aquarien mit insgesamt rund 7.000 Tieren prägen das Meeresmuseum in Stralsund. Bildergalerie

Unerschrockenes norddeutsches Publikum

Der Tourismusverband in Mecklenburg-Vorpommern spricht sogar von einem Museumssommer-Sommer. Und so spült der verregnete Kultursommer bei manchen Geld in die Kassen, den Open Air - Veranstaltern macht er eher Kopfschmerzen - auch wenn das norddeutsche Publikum bisher standhaft bleibt.

Norddeutsche Festivals (Auswahl)

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 07.08.2017 | 10:41 Uhr

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