Stand: 29.12.2015 14:12 Uhr

Kisseler: "Ich bin mit Hamburg sehr zufrieden"

von Catarina Felixmüller
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"Mit Kultur kann man einige Probleme erträglicher machen", sagt Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler.

Barbara Kisseler blickt zufrieden auf das Jahr 2015 zurück. Es sei gelungen, die Stiftung Historischer Museen in all ihrer Verschiedenheit wieder mehr im Bewusstsein der Stadt zu verankern, so die Kultursenatorin. Der erfolgreiche Neustart an der Hamburgischen Staatsoper mit Kent Nagano und Georges Delnon hat sie besonders gefreut. Wie auch die Tatsache, dass das Anliegen der Kultur innerhalb des Senats von allen Kollegen unterstützt wird - auch im Rahmen der Haushaltsberatungen. "Ich habe nach wie vor den kleinsten Etat, und ich persönlich finde, damit eine ziemlich große Wirkung in der der Stadt, so dass ich da nicht mit Stammtisch-Weisheiten rechnen muss. Das akzeptiert inzwischen jeder und schätzt das auch durchaus. Das spricht sich ja rum, dass man mit Kultur doch einige der Probleme vielleicht nicht lösen, aber doch erträglicher machen kann", meint die 66-Jährige.

"Sahnehäubchen"-Kultur ist Schnee von gestern

Audio: Das ganze Interview
23:59 min

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Die Gefahr, dass kulturelle Anliegen gegen soziale Notwendigkeiten ausgespielt werden, sieht Barbara Kisseler nicht. Auch hier habe sich in der Wahrnehmung von Kultur etwas grundlegend geändert. "Wenn das Theater, ob nun das Thalia oder andere, immer davon redet, dass es ein sozialer Ort ist, in dem sich auch die Probleme der Gesellschaft wieder finden, dann findet das seine Entsprechung auf dem Spielplan, das wird goutiert, auch vom Bürgermeister. Ich glaube, es kommt auf das Zusammenwirken an, auch da, diese Trennung, ach das ist ja Soziales oder das gehört in die Schule, und dann kommt noch so eine Sahnehäubchen, das ist die Kultur, ist Schnee von gestern.“

Mehr Gemeinsamkeit

Auch wenn die Olympia-Bewerbung gescheitert ist, das Engagement der Kulturszene wirke positiv nach und habe zu einer neuen Form von Gemeinsamkeit geführt, glaubt Kisseler. "Diese Eitelkeit jeder Institution, außer mir gibt es nichts was sich in Hamburg zu sehen lohnt, und ein bisschen auch die Ängstlichkeit, der Kollege könnte mich ja überflügeln, mit einer Sonderausstellung, einer tollen Inszenierung, oder Konzertplanung, das hat sich gewandelt."

Mit Hamburg sehr zufrieden

Die Trauerfeier für Helmut Schmidt hat Barbara Kisseler in besonderem Maß berührt. Auch wegen der musikalischen Begleitung durch Kent Nagano und dem Philharmonischen Staatsorchester. "Ich glaube, es war ein sehr bewegendes Ereignis, und dass das überzeugend gestaltet werden konnte, da habe ich gedacht: Ja, so stellst du dir die Wirkung in der Stadt vor, dass man einfach unsere Protagonisten noch mal in ganz anderen Situationen erlebt. Ich bin mit Hamburg sehr zufrieden im Augenblick."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Treffpunkt Hamburg | 29.12.2015 | 20:00 Uhr